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                         Lebens - Jahreskreis

      Alle diese Informationen befassen sich mit den alljährlichen

                  wiederkehrenden Ereignissen des Jahres. 

      Die blau hinterlegten Info-Bereiche sind aktiv mit Informationen belegt!

 

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A: Unser alljährliches katholische Kirchenjahr, feste und bewegliche Festtage


 

B: Weitere kirchliche Weihetage, oder Namens-Patron-Tage


 

C: Unsere weltlichen alljährlichen Fest- und Feiertage 


 

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Zu A: Unser alljährliches katholische Kirchenjahr:

     I Weihnachtsfestkreis  II Osterfestkreis      III Zeit im Jahreskreis

     10 Advent                      10 Aschermittwoch    10 Dreifaltigkeitsso.        

     15 Hl. Barbara04.12.    15 Heiliger Josef       15  Fronleichnam

     20 Heiliger Nikolaus6.12.20 Fastenzeit          20 Herz-Jesu-Fest

      25 Mariä Empfängnis   25 Verkünd. d. Herrn  25  Heiliger Johannes

     30 Heilige Lucia13.12.   30 Palmsonntag      30  Peter und Paul

     35 Weihnachten       35 Gründonnerstag       35  Verklärung Christi

     40 Silvester/Neujahr       40 Karfreitag         40 Mariä Himmelfahrt

     45 Gottesmutter Maria  45 Ostern                      45  Erntedank 

     50 Dreikönigsfest       50 Weißer Sonntag       50  Allerheiligen, 01.11.

     55 Mariä Lichtmess       55 Christi Himmelfahrt   55 Allerseelen, 02.11.

      60 Heiliger Blasius     60 Pfingsten          60 Sankt Martin,  11.11.

                                          65  Christkönigsfest  


 

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Zu B: Weitere kirchliche Weihetage, oder Namens-Patron-Tage

             10   Heiliger Georg 

       15   Walpurgisnacht, Maibaumaufstellen, Walpern 

       20   Frühlings-Kreuzbergfest in Pleystein

      80   Buß- und Bettag, (evangelisch)

          100   Heiliger Thomas, "Thama mitn Hama"  21.12.           


 

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Zu C: Unsere weltlichen Fest- und Feiertage und Sonstiges

       05  1. April

             10   Maifeiertag

       20   Muttertag

             30   Vatertag

             40   Tag der Deutschen Einheit - 17. Juni

             50   Tag der Deutschen Einheit- 03. Oktober

       55   Faschingsbeginn, 11. November

        60   Volkstrauertag

             65   Kathrein-Tanz, Sankt Katharina

             70   Reformationstag, Rüben- u. Dorschengeister, hin zum Halloween

             75   Rauhnächte, 25. Dez.- 06.Jan.       

 

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A-I-10 Adventszeit

  

                        Adventszeit  

             Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 19.November 2015

 

                Sinn der Adventszeit

-Advent, lateinisch adventus = Ankunft, bezeichnet die Jahreszeit, in der

 die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten,

 vorbereitet.

 

-Mit dem ersten Adventssonntag beginnt für die römisch-katholische  und die  

 evangelische Kirche auch das neue Kirchenjahr.

 

-Der 1. Adventssonntag findet vier Sonntage vor dem Heiligen Abend, dieser

 am  24. Dezember begangen wird, statt.

 

 

                  Adventskranz

-Der Adventskranz weist mit seinen vier Kerzen auf die vier Sonntage hin

 und auf das Licht, das mit Christus in die Weltgekommen ist.

 

-Der erste Adventskranz wurde, im Jahre 1839, von den evangelischen

 Christen  mit 19 kleinen roten und mit 4 dicken weißen Kerzen, in der

 Weihnachtszeit  dargestellt.

 

-Der ursprüngliche evangelische Brauch des Adventskranzes hat auch bei der

 katholischen Kirche Einzug gefunden.

 

 

                       Segnung des Adventskranzes

-Ab etwa um 1970 wurden und werden bei uns die Adventskränze während

 der ersten Adventsandacht gesegnet.

 

-Zur damaligen Zeit, da holte man Fichtenstreu und hat dann sich selber

 einen Adventskranz gebunden, mit roten Bändern umwickelt und mit vier

 roten Wachskerzen bestückt.

 

-Heutzutage hat einfach keiner mehr die Zeit und die Lust hierfür, in unserer  schnelllebigen Zeit, selber einen Kranz zu binden, denn der Ankauf ist im  Verhältnis zum Zeitaufwand, erheblicher einfacher und auch billiger.

 

 

                               Adventskalender

-Seit etwa 1920 gibt es den Adventskalender, der 24 Fenster aufweist, die  alltägliche morgendliche Öffnung, ist für die Kinder eine süße und auch eine  überraschende Freude.

 

 

                                Lichterbögen

-Lichterbögen werden in unserer Gegend erst um 1970 in den Fenstern  aufgestellt, die natürlich weihnachtlich beleuchtet sind.

 

 

                               Lichtersymbolik

-Auch um etwa 1970 wurde es bei uns immer mehr der Brauch, dass die  Eingänge, z.B. ein Gartenbäumchen, eine Hecke oder in bestimmten  Ausnahmefällen auch der Dachortsgang oder auch die Dachrinne  mit 

 Lichterketten beleuchtet werden.

 

 

                     Beleuchteter Weihnachtsbaum

-Wiederum etwa um 1970 ist es bei uns der Brauch, hier haben allerdings  Vorwegs die gehobenen Leute den Vorreiter gemacht, bzw. auch die  kommunalen Körperschaften, dies natürlich vor dem Rathaus oder auch auf 

 dem Ortsschaftsmittelpunkt, einen, heutzutage jetzt schon einen Tannenbaum,  aufstellt, der wiederum vorweihnachtlich beleuchtet ist.

 

-All diese vorgenannten neumodischen Bräuche hatten in letzter Zeit so eine

 ansteckende Wirkung, dass fast jedes Haus, sich von der schönsten Vorweih-

 nachtsbaumseite darstellen möchte.

 

-Wenns pressiert, will Einer den Anderen konkurrierend übertreffen.

 

 

                    Lebkuchen und Weihnachtsgebäck

-Zu meiner Kindheit, da gab es die Weihnachtsplätzchen, von der Mutter selbst

 gebacken, erst zum Weihnachtsfest, denn diese wurden deswegen von

 unserer Mutter fast nicht auffindbar, versteckt.

 

-Heutzutage ist es so, dass man schon anfangs November die ersten

 Lebkuchen kaufen kann, bzw. etwa 14 Tage nachher schon die

 Weihnachtsplätzchen in den Bäckereien angeboten werden.

 

-Zur heutigen Zeit, haben die jungen Leute keine Zeit mehr, dass sie die

 Plätzchen oder das Weihnachtsgebäck selber backen.

 

 

                         Wennst brav bist, dann …

-Zu meiner Kindheit hat es damals geheißen, wennst brav bist, dann wird

 dir des Christkind bestimmt was bringen.

 

-Damals hatten wir zum Weihnachtsfest meistens nur ein Geschenk

 bekommen, mit diesem hatten wir aber eine sehr große Freude.

 

 

                            Adventslieder

-Von meiner Kindheit her kenne ich folgende Adventslieder:

 

-Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,

 

-O Heiland, reiß die Himmel auf,

 

-Leise rieselt der Schnee,

 

-Tauet, Himmel, den Gerechten,

 

-Wir sagen euch an den lieben Advent,

 

-Advent, Advent, ein Lichtlein brennt,

 Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,

 dann steht das Christkind vor der Tür.

 

                     Größere Kinder ergänzen:

-Und wenn das fünfte Lichtlein brennt,

 dann hast du Weihnachten verpennt.

 

 

               Bauernregel

-Im Advent viel Schnee und Frost, im Folgejahr viel Korn und Most.

 

-Herrscht im Advent recht strenge Kält, sie volle achtzehn Wochen hält.

 

 

                               Sprüche

-Im Advent, da kommt das Licht – Nur die Erleuchtung folgt meist nicht.


 

         Kirchliche und gesellschaftliche Aktionen

-Nachgenannte Aufzählungen, auszugsweise und nur in kurzen Stichpunkten,

 beinhalten einen Zeitraum aus den Jahren um 1970 bis zur heutigen Zeit.

 

-Um den ersten Advent: z.B.

            -Weihnachtsfeier der Ministranten/-innen und der Mesner/-innen,

            -Ministranten/-innen gestalten einen Gottesdienst, anschl. Verkauf 

             von  Bastelarbeiten, zu Gunsten eines caritativen Zweckes,

            -Adventsmarkt in Neuenhammer und neuerdings in Unterrehberg,

            -Benefizkonzert für caritative Anlässe,

            -Hausgottesdienst im Advent,

 

-Um den zweiten Advent: z.B.

             -Theateraufführung der KLJB Neuenhammer (1969),

             -Altennachmittage der KLJB Neukirchen, Neuenhammer ,

              Waldkirch (ab 1976),

             -Adventlicher Seniorennachmittag des Kath. Frauenbundes,

             -Waldweihnacht, oder Lichterlrorate in Waldkirch,

 

-Um den dritten Advent: z.B.

             -Theateraufführung, KLJB Waldkirch (um 1970),

             -Lichterlrorate in der Pfarrkirche, beten mit flackernden Kerzen zu 

              Gott, Verkauf von Lebkuchen und Glühwein, Georgenberger                                 Stubenmusik,

             -Familiengottesdienst, gestaltet von der Kindertagesstätte,

 

-Um den vierten Advent: z.B.

             -Standeskommunion der Männer (um 1965 noch),

             -Weihnachtliches Theaterspiel der Verbandsschule

                Brünst-Neudorf (um 1965),

             -Altennachmittage der Kath. Landjugendgruppen,

             -Seniorennachmittage,

             -Waldweihnacht auf dem Troidelberg.

 

 

            Vereinliche Advents- und Weihnachtsfeiern

-Während der Adventszeit setzten sich sehr viele Vereine mit ihren Mitgliedern  und auch deren Angehörigen zusammen, gestalten miteinander einige besinn-  liche Nachmittags- und auch Abendstunden, lassen sich mit vorweihnacht-

 licher  Musik auf die Weihnachtszeit vorbereiten.

 

-Meist ist es dann so, dass zu gegebener Zeit auch der Nikolaus mit einem  Grambus erscheint und dem Einen oder den Anderen des Lobes huldigt und 

 in  bestimmten Fällen auch etwaige kritische Vorfälle geschickt beleuchtet.

 

-Ein gemeinsames Essen oder auch nur Glühwein und Weihnachtsgebäck  runden das gemeinschaftliche Zusammensein ab.

 

-Manchmal ist es so, dass die anzustrebende ruhige Vorweihnachtszeit gar 

 keine ist, denn die vielen vorweihnachtlichen Aktionen nehmen manchmal 

 so über Hand, dass es sehr oft zu einem Weihnachtstress ausarten kann.

 

-Zu guter Letzt liegt es eigentlich in den Händen eines jedem Einzelnen!  


 


 

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A-I-15  Heilige Barbara

             Heilige Barbara

 

         Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 24. November 2015

 

           Gedenktag der Heiligen Barbara

-Der Gedenktag der Heiligen Barbara wird seit dem 12. Jahrhundert am 4.

 Dezember, am sogenannten „Barbaratag“ begangen.

 

-Eine Legende wie folgt: Auf dem Weg in das Gefängnis blieb Barbara mit  

  ihrem Gewand an einem Zweig hängen, sie stellt den abgebrochenen

 Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an

 dem sie zum Tode verurteilt wurde.

 

-Die Heilige Barbara zählt zu den Vierzehn Nothelfern, sie ist auch die

 Schutzpatronin, z.B. der Bergleute, Hüttenleute und auch der Artilleristen.

 

-Nach einer bergmännischen Tradition ist dieser Tag ein Feiertag, an dem

 meist  die Arbeit ruht und der Schutzpatronin gedacht wird.

 

-Mit den Barbarafeiern werden die Traditionen der Bergleute ehrenhaft

 gepflegt.

 

 

                       Feldspatabbau in Hinterbrünst

-Auch in unserer Gegend gab es Bergmänner, die Feldspat aus der Spatgrube

 in Hagendorf und auch bei uns in Hinterbrünst abbauten.

 

-In der Hinterbrünstner Feldspatgrube, während der Abbauzeit von 1960 bis 1972, hatten etwa 20 Feldspatbergleute, ausgerüstet mit einer sehr schönen

 Bergmannsuniform, am Gedenktag der Hl. Barbara in Hagendorf beteiligt.

 

 

                          Brauch mit Barbarazweigen

-Nach einer alten Tradition werden am Barbaratag die zweijährigen Triebe

 eines Zweiges von einem Obstbaum, meistens von einem Kirsch- oder auch

 Apfelbaumes abgeschnitten, in eine Vase mit Wasser gegeben und dann

 wegen eines besseren Blütevorganges an einen warmen Ort, z.B. auf den  

 Küchenschrank gestellt.

 

-Diese Barbarazweige sollen dann bis zum Heiligen Abend blühen und in der  kalten und düsteren Winterszeit ein wenig Frühlingszeit in die Wohnung

 bringen.

 

 

                            Barbara – Gedicht

-          Lieber Gott, ich fleh zu dir, beschütz den guten Vater mir!

          Dort unten in dem tiefen Schacht, gib auf seine Schritte acht!

           Der treue Engel sei ihm gut! Und segne alles was er tut!

    Und lass ihn bald zu Hause sein, den liebsten Vater mein! Ammen.

 

-  Sankt Barbara bei Tag und Nacht, fahr mit dem Vater in den Schacht!

      Steh Du ihm bei in jeder Not, bewahr ihn von dem jähen Tod!

 

 

                                  Zitate

-           Wer an Barbara Kirschzweige bricht,

             erfreut sich an Blüten im Kerzenlicht.

 

 

               Bauernregel

-Geht Barbara im Klee, kommts Christkind im Schnee.

 

-An Barbara die Sonne weicht, an Lucia sie sich wieder zeigt.

 

-Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Bauernzeit.

 

-Knospen an Sankt Barbara, sind zum Christkind Blüten da.

 

-Geht Sankt Barbara in Grün, kommts Christkind in Weiß.

 

-Schwirren um Barbara noch Mücken, wird’s Christkind

 Eisblumen von Fenster pflücken. 


 


 

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A-I-20  Heiliger Nikolaus

 

            Heiliger Nikolaus

           Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 22. November 2015

 

             Vom Sein und Nichtsein

-Der Nikolaustag wird am 6. Dezember im gesamten Christentum mit

 zahlreichen  Volksbräuchen begangen.

 

-Der Heilige Nikolaus ist ein Heiliger, ein Nothelfer, ein Schutzpatron der Kinder  der Schüler und der Schiffsleute, ruft in Erinnerung Gutes zu tun,  an den  Nächsten zu denken und im Freude zu schenken.

 

-Diese vorgenannten guten Eigenschaften sollten aber nicht mit dem Weih-  nachtsmann in Verbindung gebracht werden, denn dieser neuzeitlicher  Sprachgebrauch, hat eigentlich nichts mit dem Heiligen Nikolaus zu tun.

 

 

            Kennzeichen, Nikolaus und Weihnachtsmann

-Nikolaus:  Mitra, Bischofstab und Priestergewand;  Heiliger Mensch

 

-Weihnachtsmann: Zipfelmütze und roter Mantel; Kunstfigur, Umsatzsteigerer

 

 

                               Nikolausspruch

-                   Von drauss vom Walde komm ich her;

                ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

                     All überall auf den Tannenspitzen,

                     sah ich goldene Lichtlein sitzen;

                    Und droben aus dem Himmelstor,

            sah ich mit großen Augen das Christkind hervor,

             und wie ich so ging durch den finsteren Wald,

                     da rief mich mit heller Stimme an:

 

                 „Knecht Ruprecht“ rief es, „alter Gsell,

                 hebe die Beine und beeil dich schnell!

                   Die Kerzen fangen zu brennen an,

                       das Himmelstor ist aufgetan,

                          Alt und Jung sollen nun

                von der Jagd des Lebens einmal ruhn;

                Und morgen flieg ich hinab zu Erden,

              denn es soll wieder Weihnacht werden!

 

                    Ich sprach: „O lieber Herr Christ,

                      meine Reise fast zu Ende ist;

                    Ich soll nur noch in diese Stadt,

                  die wo recht viele gute Kinder hat“

 

                 „Hast denn das Säcklein auch bei dir?“

                Ich sprach: „Das Säcklein das ist hier:

                 Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern,

                  das essen fromme Kinder gern.“

 

                  „Hast denn die Rute auch bei dir?“

                  Ich sprach: „Die Rute, die ist hier:

                Doch für die Kinder nur die schlechten,

            die trifft es auf den allerwertesten Gerechten.

 

                Christkindlein sprach: „So ist es recht,

                so geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

 

                Von drauss vom Walde komm ich her.

             Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

 

 

                            Nikolauslied

-Lasst uns froh und munter sein und uns recht von Herzen freun!

 „Lustig, lustig traleralera, bald is Nikolausabend da, bald is Nikolausabend da!“

 

-Dann stell ich den Teller auf, Niklaus legt gewiss was drauf!

 „Lustig …“

 

-Wenn ich schlaf, dann träume ich, jetzt bringt Niklaus was für mich!

 „Lustig …“

 

-Wenn ich aufgestanden bin, lauf ich schnell zum Teller hin!

 „Lustig …“

 

-Niklaus ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann!

„Lustig, lustig traleralera, bald is Nikolausabend da, bald is Nikolausabend da!“

 

 

                             Nikolaus Spottvers

-                     „Niklloh, Niklloh, lecks Hennabrettl oh,

               nix gsalzins und gschmalzins, gid ah an Midoch!“

 

 

                Nikolausgehen

-In den 60-iger Jahren und bestimmt auch schon davor, da hat sich meistens

 aus der Verwandtschaft, ein Onkel oder eine Tante, auch ein Pate, oder auch

 wer  aus der Nachbarschaft, für dieses Nikolausgehen angenommen.

 

-Die Nikolauspäckchen wurden schon vorher von der Mutter hergerichtet und

 draußen vor dem Eingang, für uns Kinder unbemerkt, dem Nikolausgehern

 übergeben.

 

-Die braven Kinder wurden mit Süßigkeiten belohnt, die etwas unartigen, oder

 die etwas ungeratenen Kinder, denen wurde angedroht, dass sie vom

 Krampus mitgenommen werden, soweit ist es aber nichtgekommen, denn

 diese  Androhung hat schon meistens gereicht, dass sie sich in Zukunft

 etwas bessern wollten.

 

-Für kurze Zeit hat dieser Besserungsgedanke schon hergehalten, aber dann

 sind halt solche aufgelegten oder die etwas ausgefallenen Kinder wieder  in

 die  Urform zurück gefallen.

 

-Aber aus den zuletzt genannten ist dann halt zu der späteren Zeit auch ein

 guter Mensch geworden, wenn pressiert hat, hat dieser es vielleicht weiter

 gebracht,  wie vielleicht ein Anderer.

 

 

                 Nikolausgehen nach den 70-iger Jahren

-Seit etwa nach der Gründung des Oberpfälzer Waldvereines, im Jahre nach  1971, bietet dieser Verein einen kostenlosen Nikolausdienst an, zur Zeit sind es  fast schon drei Besuchergruppen, die auf Bestellung der Eltern, die Kinder im  ganzen Einzugsbereich der Gemeinde Georgenberg, besuchen.

 

 

             Der Krampus oder der Knecht Ruprecht

-Der Krampus ist eine Schreckensgestalt, der in Begleitung des Heiligen  Nikolaus auftreten kann.

 

-Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, werden die unartigen vom

 Krampus bestraft.

 

-Bei uns, wenn derzeit überhaupt noch, tritt der Krampus als ein sehr pelzig

 ausschauendes vermummtes Wesen auf, hat eine schwere Eisenkette

 umhängen und hat einen großen Leinensack und eine lange Rute dabei.

 

-Sollten sich die unartigen Kinder in Zukunft nicht bessern wollen, sodann

 müsste der Krampus, diesen dann halt in diesen Sackstecken und mitnehmen.

 

-Aber soweit kommt es aber nicht, denn kurz vor dem in das „Sackhineinstecken“, geloben die gemaßregelten Kinder, sich zu bessern.

 

-Aber zur heutigen neueren Zeit, gibt es grundsätzlich keine solcher

 Erziehungsmethoden mehr! Gott sei Dank.

 

 

                      Nikolausbesuch in der Schule

-Auch in der Schule kommt der Nikolaus, aber da werden alle gleichmäßig gut  

 belohnt.

 

 

                   Nikolausfeiern, von Seiten eines Vereines

-Um 1980 hat es sich eingebürgert, dass sehr viele Vereine eine Nikolausfeier

 abhalten.

 

-Ob in der Vereinsgaststätte oder im eigenen Vereinsheim werden solche  Aktionen mit Erfolg durchgeführt.

 

-Vor dem gemeinsamen Vereinsessen ist größtenteils eingangs ein besinnlicher  Teil, dann folgt ein Nikolausbesuch, hier werden so manche gelobt und wenns  pressiert werden unschöne Begebenheiten, wenn überhaupt welche angefallen  sind, den Teilnehmenden sehr vorsichtig nahe gebracht.

 

-Bei manchen Nikolausfeiern, da war es so, da ist die Zeitungsfrau schon am

 Samstag in aller Frühe unterwegs gewesen und wir sind, oder auch nur der

 harte Kern, im Vereinslokal mit der Vereinswirtin noch sehr feucht fröhlich

 beisammen  gesessen. Aber schön war die damalige Zeit!

 

 

                                Bauernregeln

-Regnetes an Nikolaus, wird der Winter streng, oh Graus

 

-Trockener St. Nikolaus, milder Winter rund ums Haus.

 

-Fließt zu Nikolaus noch Birkensaft, kriegt der Winter keine Kraft.

 

-Sankt Nikolaus spült die Ufer aus.  


 


 

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A-I-25  Mariä Empfängnis

             Mariä Empfängnis

         Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 21.November 2015

 

          Kirchlich geschützter Feiertag bis 1969

-Die römisch-katholische Kirche begeht am 8. Dezember, neun Monate vor

 dem Fest der Geburt Mariens (am 8. September), das Hochfest der

 Empfängnis  Mariens.

 

-Neuerdings heißt dieser Gedenktag auch Maria Unbefleckte Empfängnis oder  auch Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter  Maria.

 

 

        Gottesdienste an diesem damaligen Feiertag (1965)

-                     7.30 Uhr  Pfarrkirche, Beichtgelegenheit,

                      8.00 Uhr  Pfarrkirche, Frühmesse,

                      8.30 Uhr  Waldkirch, Rorateamt,

                      9.30 Uhr  Neuenhammer, Beichtgelegenheit,

                    10.00 Uhr  Pfarrkirche, Festgottesdienst,

                    10.00 Uhr  Neuenhammer, Rorateamt,

                    14.00 Uhr  Pfarrkirche, Andacht zur Unbefl. Empfängnis Mariens,

                    19.00 Uhr  Pfarrkirche, Abendmesse,

 

 

          Ab 1969 kein kirchlich geschützter Feiertag mehr

-In Bayern war dieser Tag bis einschließlich 1969 ein staatlich geschützter

 kirchlicher Feiertag.

 

 

                         Erste Pfarrversammlung

-Im Jahre 1971 wurde die erste Pfarrversammlung im Heroldnsaal abgehalten.

 

 

                                Bauernregel

-Zu Maria Empfängnis Regen, bringt dem Heu keinen Segen.  


 


 

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A-I-30  Heilige Lucia

               Heilige Lucia

 

         Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 24.November 2015

 

          Was hat es mit der Hl. Lucia auf sich

-Der Namenstag der Heiligen Lucia wird am 13. Dezember begangen, der Name

 hierfür leitet sich vom Wort „Lux“ (Licht) ab und bedeutet demnach

 „die Leuchtende, das Licht“.

 

-Vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders im 16. Jahrhundert (1583),  fiel die Wintersonnenwende auf den 13. Dezember, der in der Liturgie der  katholischen Kirche der Gedenktag der heiligen Lucia ist.

 

-Die derzeitige Wintersonnenwende ist auf dem 21. Dezember festgelegt.

 

-So wurde damals am 13. Dezember im Brauchtum gleichsam die

 „Wiederkehr des Lichts“ im Jahreskreislauf gefeiert.

 

 

                     Kindern den Bauch aufschneiden

-Uns Kindern wurde damals von der „Luzier“ gewarnt, denn es wurde gesagt, sie

 würde den Kindern den Bauch aufschneiden und anschließend mit Steinen oder  auch mit Stroh befüllen und dann wieder zunähen.

 

-Im Bayerischen Raum war sie einst, dargestellt, als buckelige Hexe, auf der  Suche nach einer Schale mit Blut und Gedärmen, unterwegs.

 

 

                                   Bauernregel

-Kommt die Hl. Lucia, ist die Kälte auch schon da.

 

-An Sankt Lucia ist der Abend den Morgen nah.

 

-Sankt Luzen tut den Tag stutzen.    


 

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A-I-35  Weihnachten

    Heiliger Abend / Erster und Zweiter Weihnachtsfeiertag

     

           Heiliger Abend

 

       Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 29.November 2015

 

                Wieso und warum

-Der Heilige Abend, am 24. Dezember, auch Heiligabend genannt, ist der  Vorabend oder auch der Vortag des Weihnachtsfestes.

 

-Als Heilige Nacht oder die Christnacht wird die Nacht vom 24. auf den

 25. Dezember bezeichnet.

 

-Der Vorabend des Festes der Geburt Christi ist zur Vorbereitung auf das Fest 

 bestimmt.

 

-Die Kath. Kirche hat traditionell mit Tagesbeginn um 0 Uhr, am 25. Dezember,  die Geburt Christi (Christmette) gefeiert, da er ja in der Nacht geboren sei.

 

-Der Heilige Abend, sowie er an einen Werktag fällt, ist bei uns kein gesetzlicher  Feiertag, ab 14 Uhr soll er aber ein stiller Tag sein.

 

-In Europa hat sich die Weihnachtsfeier mit Bescherung und Festessen mehr und

 mehr auf den Abend oder schon den Heilig-Abendnachmittag vorverlagert.

 

-In sehr vielen Familien gehört der Besuch eines Gottesdienstes, entweder am

 späten Nachmittag, zur Kinderchristmette, oder nachts um 22 Uhr zur  Christmette, zum gewohnten Ritual, aber auch bei den Nicht-Kirchgängern.

 

 

           Bescherung und Essen, Christmettenbesuch

-Bei uns ist es sehr verbreitet, dass es Bratwürstl mit Kraut oder eine ähnliche

 einfache Mahlzeit gibt.

 

-Neuerdings (ab 1968) wurde bei uns in der Pfarrkirche die Anfangszeit der

 Christmette von 0 Uhr auf 22 Uhr vorverlegt.

 

-Wenn am Vorabend des Christfestes, den Heiligen Abend, die erwartungsfrohen

 Kinder mit ihren Eltern spätnachmittags in die Kinderchristmette gehen und  wenn später im Kreis der Familie unter dem festlich geschmückten Weihnachts-  baum die Bescherung vorgenommen wird, dann befinden wir uns in einer guten  Tradition, die schon unseren Vorfahren Trost und Erbauung schenkte.

 

-Man kann eigentlich sagen, ob Ganz- Halb- oder auch fast kein Christ, aber ein  

 Jeder hat einen Christbaum in seiner Wohnung und feiert seine Weihnachtszeit. 

 

 

        Gottesdienste, anlässlich zum Hl. Abend (1965)

-             7.00 Uhr, Pfarrkirche, Beichtgelegenheit,

-             7.30 Uhr,  Pfarrkirche, Rorategottesdienst,

-           22.00 Uhr,  Waldkirch, Christmette,

-           23.30 Uhr,  Pfarrkirche, Krippenfeier,

-           24.00 Uhr,  Pfarrkirche, Christmette,

-           24.00 Uhr,  Neuenhammer, Christmette

 

 

                    Vigilfasten am Heiligen Abend

-Die Erlaubnis, das für den Heiligen Abend angeordnete Vigilfasten entweder

 am 23.Dezember, (den ganzen Tag) oder am 24. Dezember bis 16 Uhr zu  halten.

 

 

                        Weitere Veränderungen

-1967       Ist kein verpflichtender doppelter Fasttag mehr, kann aber freiwillig

               als Fasttag gehalten werden.

-1967       Um 23.45 Uhr, Pfarrkirche, Weihnachtssingen,

-1968       20.30 Uhr, Waldkirch, Christmette,

                22.00 Uhr, Pfarrkirche, Christmette,

                22.00 Uhr, Neuenhammer, Christmette,

-1972       17.00 Uhr, Pfarrkirche, erstmals Kinderchristmette.

 

 

                            Christbaum stehlen

 -In den 60-iger Jahren, da war es noch voll der Brauch, obwohl es damals auch  

  schon strafbar war, dass man den Christbaum, meist eine Fichte, aus dem  Staatswald oder aus einem Privatwald des Nachbars, aber ja nicht aus dem 

 eigenen Waldbestand, gestohlen hatte.

 

-Das einzige an dieser Sache war es nur, man durfte und sollte sich einfach nicht

 erwischen lassen.

 

-Viele haben sich seinen Christbaum bereits im Sommer schon ausgeschaut und

 wenn es pressiert hat, dann sogleich mit einem farbigen Bandl markiert.

 

-Etwa mitte Dezember wurde dann dieser markierte Fichtenbaum, meistens eine

 damalige Höhe von einem Meter bis zwei Meter, aus „unserem Wald“, wie man

 auch so schön sagte, geholt und wurde zum Abdauen kurz in den Viehstall

 gebracht.

 

-Es konnte schon passieren, dass dieses markierte Bäumchen schon ein  anderer gesehen, und diesen markierten Baum dann gleich mitgenommen hat.

 

-Damals war auch der Förster und die ansässigen Polizeibeamten etwas sehr  scharf drauf, auf die sogenannten „Christbaumstehler“, aber man musste halt

 mit etwas Bauernschläue der Aufsicht überlegen sein.

 

-Dieser gestohlene Christbaum, damals legte fast jeder einen Wert darauf, 

 dass er gestohlen war, wurde dann auf dem Hof so versteckt, dass wir Kinder

 ihn nicht zu sehen bekamen.

  

 

                          Christbaum aufstellen

-Zu meiner Zeit, da war es so, da haben wir Kinder eigentlich fest ans Christkind

 geglaubt.

 

-Wir Kinder haben beim Aufstellen des Christbaumes und beim sogenannten

 Anziehen des Baumes, mit geschickter Ablenkung unserer Eltern, unsererseits

 nichts mitbekommen.

 

-Bei uns war es damals unsere Mutter, die alles vorbereitet hat.

 

-Während dieser Zeit wurden wir Kinder draußen in der Scheune mit anderen

 Arbeiten abgelenkt.

 

-Zum Schmücken hat sich unsere Mutter, trotz der sehr vielen anderen Arbeiten,

 sehr viel Zeit genommen.

 

-Der Stamm war mit  kleinen roten Äpfeln verziert, mit damals noch zerbrech-  lichen Glaskugeln angehängt, die Christbaumspitze zierte den Baum und 

 zuletzt wurden die Äste sorgfältig mit Lametta behängt.

 

-Schön sah dieser Christbaum aus!

 

 

           Geschenkübergabe und Heiligabend-Essen

-Wie die Mutter mit dem Herrichten fertig war, da hatte sie mit einem kleinen

 Glöckchen geläutet und hat uns von draußen hereingeholt und sagte:

 „Das Christkind sei so eben gekommen“.

 

-Ich selber war als Kind immer erstaunt und hab wirklich geglaubt, dass diese

 Sachen alles das Christkind gebracht hätte, meine etwas älteren Geschwister

 haben halt so getan, als wenn es auch so wäre.

 

-Mutter hat die Sachen ausgeteilt, für Vater eine neue lange Unterhose, für meine

 Geschwister was zum Anlegen (Ahlechzeich–Hose, Hemd oder auch Seckl), für

 mich auch, und noch ein Spielzeich, was ich mir übers Jahr so gewünscht habe.

 

-Für unsere Mutter blieb meistens ein Arbeitsschurz übrig.

 

-In der Küche war schön eingeheizt, wir alle setzten uns an den Tisch und es gab

 meistens Bratwürste mit Kraut, die so gut schmeckten, denn, diese gab es  damals nicht alle Tage.

 

-Ich muss einfach sagen, schön war es damals, aber heute muss ich sagen,  dass unsere Mutter, als sogenanntes  Christkind, die ganze Arbeit hatte.

 

-Man blieb noch beisammen sitzen und meine Eltern und die etwas größeren

 Geschwister haben noch über alles Mögliche geplaudert, wir Kinder spielten am

 Fußboden mit unseren einzigen Weihnachts-Spielzeuggeschenk, denn es gab

 damals, bedingt durch die wirtschaftliche finanzielle Lage nur ein Geschenk.

 

 

                         Christmette gehen

-Kurz vor Mitternacht hat es geheißen, damals war die Christmette um  24 Uhr,  

 anziehen zum „Christmettengehen“.

 

-Wie halt des Wetter war, so sind wir dann, etwa um ölfe losmarschiert, bei  Schnee, im Gänsemarsch runter am Schulhaus vorbei, dem Höllranga hoch, der  Schwemma-Huhla hochgestampft, zur Pfarrkirche.

 

-Damals gingen fast alle zu Fuß noch in die Kirche, das war immer das gleiche,  sind wieder neue Kirchgänger dazu gekommen, dann hat es wieder gegenseitig

 geheißen: „Frohe Weihnachten“.

 

-Dann rein in die damals noch kalte Kirche, vorne vor den beiden Seitenaltären,

 standen zwei große, schön weihnachtlich geschmückte Christbäume.

 

-Die Kirche war damals mehr als nur überfüllt voll, weil damals auch schon,

 diejenigen in die Christmette gegangen sind, die sonst mit dem normalen

 sonntäglichen Kirchenbesuch wenig auf dem Hut hatten.

 

-Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie so eine gemeinschaft-  liche Christmettenfeier auf den einzelnen Gläubigen gewirkt haben mag.

 

-Viele der Frauen und auch einige Männer haben auch damals schon ihr neues

 Gewand zur Schau getragen, wie man damals auch schon sagte.

 

-Zum Schluss der Christmette, gab es im Dunstnebel des Weihrauches den

 weihnachtlichen Segen und zum Abschluss wurde gemeinsam und eindrucksvoll

 das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen.

 

-Einige haben sich, damals war es noch so, am Kirchplatz unterhalten und dann  ist man nach Hause gegangen.

 

-Das war der Heilige Abend mit dem mitternächtlichen Christmettenbesuch.


 

  

           Stille Nacht, heilige Nacht

-          Stille Nacht, heilige Nacht!

           Alles schläft, einsam wacht

           Nur das traute, hochheilige Paar.

           Holder Knabe im lockigen Haar,

           Schlaf in himmlischer Ruh,

           Schlaf in himmlischer Ruh.

 

-          Stille Nacht, heilige Nacht!

           Gottessohn, o wie lacht

           Lieb aus deinem göttlichen Mund,

           Da uns schlägt die rettende Stund,

           Christ, in deiner Geburt,

           Christ in deiner Geburt.

 

 -         Stille Nacht, heilige Nacht!

           Hirten erst kundgemacht,

           Durch der Engel Halleluja.

           Tönt es laut von fern und nah:

           Christ, der Retter ist da,

           Christ, der Retter ist da. 

 

 

          Heute, zeitgemäß etwas anders

-Der häusliche Christbaum wird nicht mehr aus dem Staatswald gestohlen, der  wird jetzt gekauft, ist größtenteils eine Tanne und kostet etwa um die

 40 bis 60 Euro.

 

-In der Adventszeit, da steht heute schon in jedem Vorgarten ein beleuchteter  

 Christbaum, bzw. sind die Hausansichten mit leuchtenden Weihnachtsketten

 verziert.

 

-Die Kinder glauben heute nicht mehr direkt an das Christkind, denn sie sind  bereits schon sehr früh aufgeklärt.

 

-Manche Vereine ermöglichen den Kindern, die Wartezeit auf Weihnachten zu

 verringert und bieten ein gemeinsames „Warten auf das Christkind“ an.

 

-Geschenke gibt es derzeit, je nach Finanzlage, mehr als nur genügend.

 

-Mit einem einfachen Bratwürstlessen gibt sich heute meistens auch keiner mehr

 ab, oder auch doch?

 

-Die Kinderchristmette, mit einem Krippenspiel, findet am späten Heiligabend-

 Nachmittag  und die Hauptchristmette um 22 Uhr auch in der Pfarrkirche, statt.

 

-Zur Christmette wird mit dem Auto gefahren, die Kirche ist nicht mehr so voll wie

 früher, aber trotzdem sind mehr Leute vor Ort,wie an den normalen Sonntagen.

 

-Nach der Christmette verlässt fast jeder sehr schnell die Pfarrkirche, ver-  schwindet  ganz schnell, jeder in seinem eigene Auto, und fährt nach Hause.

 

-So ist es halt Heute!

 

-Es ist doch Jedem seine eigene Sache, wie dieser seine Weihnachten feiert.

 

 

                                   Bauernregel

-      Weihnacht, die im grünen Kleid, hält für Oster Schnee bereit.

 

-             Wenn es Weihnachten flockt auf allen Wegen,

                      das bringt den Feldern Segen.

 

-               Weihnachten im Schnee, Ostern im Klee.

 

-               Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden,

                  kannst zu Ostern Palmen schneiden.

 

-   Wenns zu Heiligabend schneit, ist das Weihnachtsfest nicht mehr weit.

 

-       Ists Heiligabend hell und klar, folgt ein höchst fruchtbares Jahr.

 

-    Christnacht im wachsenden Mond, gibt ein Jahr, das sich lohnt.


-  Wer sein Holz um Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält. 


 

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      Erster Weihnachtsfeiertag

 

        Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 29.November 2015

 

              Um was geht es hier

-Weihnachten,Weihnacht, Christfest, oder auch der 1. Weihnachtsfeiertag  genannt, ist das Fest der Geburt Jesu Christi.

 

-Festtag ist der 25. Dezember, der Christtag, auch Hochfest der Geburt des  Herrn, dessen Feierlichkeiten am Vorabend oder am Vortag des Heiligen 

 Abend schon beginnen.

 

-Der erste Weihnachtsfeiertag ist ein gesetzlicher Feiertag, ebenso bei uns in

 Bayern auch der 2. Weihnachtsfeiertag, der 26. Dezember, genannt der  

 Stephanstag (Steffelsdoch).

 

-Weihnachten ist eines der drei Hauptfeste im Kirchenjahr.

 

-Christen wie auch Nichtchristen feiern Weihnachten meist als Familienfest

 mit dem gegenseitigen Beschenken, bei uns findet die Beschenkung, inner-

 halb der Familie, bereits schon am Heiligabend, außerhalb der eigenen Familie,  dann am ersten oder am zweiten Weihnachtsfeiertag statt.

 

-Hier besuchen entweder die Kinder die Eltern oder umgekehrt.

 

 

                        Gutes Weihnachtsessen

-Wie schon vorher genannt, entweder sind die Kinder von den Eltern, oder die  Eltern von den Kindern eingeladen.

 

-Hier gibt es dann einen Weihnachtsbraten und das ist meistens eine gebratene

 Gans, die aus der Bratpfanne schaut, hierzu gibt es dann im besonderem Falle,

 noch die selber gemachten Reiberknödel.

 

-Nachmittags gibt es dann noch Kaffee, Tee und Weihnachtsgebäck, wie z.B.  den selbstgebackenen Weihnachtsstollen und die Weihnachtsplätzchen.

 

 

 

      Gottesdienste am 1. Weihnachtsfeiertag anno 1965

-               8.00 Uhr,  Pfarrkirche, Pfarrmesse,

-               8.30 Uhr,  Waldkirch, Hl. Amt,

-             10.00 Uhr,  Pfarrkirche, Festgottesdienst,

-             10.00 Uhr,  Neuenhammer, Hl. Messe,

-             14.00 Uhr,  Neukirchen, Theateraufführung, Kath. Burschenverein,

-             20.00 Uhr,  Neukirchen, Theateraufführung, Kath. Burschenverein.

 

 

                     Weitere Aktionen

-1969 bis 1971, Neukirchen, Theateraufführung, Kath. Burschenverein,

-1972 bis 1973, Neukirchen, Theateraufführung, KLJB Neukirchen,

-1973 bis 1975, Waldkirch, Theateraufführung, KLJB Waldkirch.

 

 

                        Alle Jahre wieder

-         Alle Jahre wieder kommt das Christuskind

          auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

 

-         Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus,

           geht auf allen Wegen mit uns ein und aus.

 

        Steh auch mir zur Seite still und unerkannt,

          dass es treu mich leite, an der lieben Hand.   (Wilhelm Hey)

 

 

                         Bauernregel

-Zweige schneiden zu Sankt Barbara, Blüten bis zu Weihnachten da.

 

-Grüne Weihnachten, weiße Ostern.

 

-Wenns auf Weihnacht ist gelind, sich noch viel Kält einfind. 


 

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     Zweiter Weihnachtsfeiertag

 

          Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am  30.November 2015

 

        Stephanustag oder auch Steffelsdoch

-Der Stephanitag, Stephanstag, Stephanustag wird am 26 Dezember, als  Gedenktag des Martyriums des heiligen Diakons Stephanus gefeiert und

  ist ein gesetzlicher Feiertag.

 

-Bei uns ist es der „Steffelsdoch“, oder auch genannt der 2. Weihnachtsfeiertag.

 

-Stephanus ist der Patron der Pferde und für das Gedeihen in Feld und Haus.

 

-Pferde werden in seinen Namen gesegnet, am Stephanustag wechselten zur

 damaligen Zeit die Pferdeknechte und die Kutscher ihre Arbeitgeber.

 

-An diesem Zweiten Weihnachtsfeiertag besucht man die Eltern, Großeltern, die

 Verwandten und auch seine Freunde.

 

 

         Gottesdienste am Steffelsdoch im Jahre 1965

-                  7.30 Uhr,  Pfarrkirche, Beichtgelegenheit,

-                  8.00 Uhr,  Pfarrkirche, Pfarrmesse,

-                  8.30 Uhr,  Waldkirch, Hl. Amt,

-                10.00 Uhr,  Pfarrkirche, Hl. Amt,

-                13.45 Uhr  Waldkirch, Weihnachtsvesper

               14.30 Uhr, Neuenhammer, Weihnachtsandacht,

               14.30 Uhr,  Pfarrkirche, feierliche Weihnachtsandacht.

 

 

        Was war und ist an diesem Tag noch

-Vor und um 1960 bis 1970 noch, da war an diesem Feiertag, dem 

                                                 „Steffeldoch“  Tanz angesagt.

 

-1984 bis 1992, Theateraufführung, KLJB Neukirchen,

 

-1993 bis          Theateraufführung,Theatergruppe Neukirchen Sankt Christoph.

 

 

                     Spruch zum Stephanustag

-„Trinke die Stärke, das Feuer, den Geist des Heiligen Stephanus“

 

 

                            Bauernregel

-Bringt Sankt  Stephan Wind, die Winzer nicht erfreuet sind.

 

-Scheint am Stephanustag die Sonne, so gerät der Flachs zur Wonne.

 

-Windstill soll Sankt Stephan sein, soll der nächste Wein gedeihn.     

 

 


 

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A-I-40 Neujahr, Neujahrstag, NeißJouha!


 

                Neujahr, Neujahrstag, NeißJouha!

   Zusammenstellung: Rupert Herrmann, im Jahre März 2015

 

 

             Beginn des Neuen Jahres

-Der Neujahrstag ist der erste Tag des Kalenderjahres.

 

-Wegen der sehr vielen Kulturen und Religionen auf der ganzen Welt gab es sehr

 viele unterschiedliche Zeitrechnungen hierfür.

 

-Die Festsetzung in Europa, bzw. bei uns in Deutschland erfolgte im Jahre 1691

 durch Papst Innozenz XII. auf den 1. Januar (vorher war es der 6. Januar, bzw.

 wiederum auch der 25. März, an Mariä Verkündigung).

 

-Im kirchlichen Bereich heißt dieser Tag „Fest der Beschneidung des Herrn

 (am 8. Lebenstag).

  

-Eigentlich ist der Neujahrestag mit dem Silvestertag sehr eng verbunden.

 

-In den Jahren um 1960, da haben eigentlich sehr wenige, dies waren meistens

 Bürger der besonderen Art, die auch das nötige Kleingeld und auch die Möglich-

 keiten hatten, sich die Knallkörper zubeschaffen, das Neue Jahr angeschossen.

 

-Aber die Glocken unserer Pfarrkirche  in Neukirchen St. Christoph haben schon  

 immer mit dem feierlichen Glockengeläute den Beginn des  Neuen Jahres genau

 um 24 Uhr ihren Gläubigen kundgetan.

 

 

                          Neujahrskarten schreiben

-Damals wurden eine Woche vorher schon die Neujahrskarten geschrieben und

 zwar an vertrauenswürdige Personen, denen man viel Glück und Gesundheit im  

 Neuen Jahr wünschte.

 

-Damals war das Weihnachtskartenschreiben eher die Ausnahme, etwa um

 1970 schrieb man dann auch Weihnachtskarten und hängte dann gleich den  Neujahreswunsch mit dran.

 

-Neujahreskarten hatte man auch von Anderen, von gut gesinnten Personen er-

 halten, wie wir, von unserer Tante aus Amerika, die im Jahre 1928 dorthin ausge-

 wandert ist.

 

 

                           Das Neujahrswünschen

-Das Neujahrswünschen im Hausbereich oder Wohnbereich ging im Allgemeinen

 erst los nach dem Aufstehen.

 

-Wer halt zuerst aufstand, der wünschte dem Anderen oder allen  Anderen ein

 Gutes Neues Jahr, wie etwa:

 

        „Ah gurds Neiß Joohr, das gsund bleibst und lang lebst!“

 

 

                        Kirchengehen af Neikirchn

-Nach dem Aufstehen hat man sich angezogen,  ja wegen dem Kommunizieren,

 da durfte man ja noch nichts essen, und is nacha in dMess oder ins Amt ganga.

 

-Uma  Achte  is dMess und uma Zerne is  as  Amt ah ganga.

 

-Daou wor wos lous afm Wech bis zur Pforrkirchn afi auf dNeikirchn!

 

-Damals san nu alle zFuuß ganga, und wie sie halt daher kumma san, so hat ma

 se gegenseitig sich ah gurds Neiß Jouha gwunschn.

 

-Ehamal hout ma scho fast moina kinna, meistens hom sa des die ältern Leit    eihbild, dass der Wunsch nird so ehrlich gmoint kannt sah!?,  oba ma hout se  bedankt und is dann weiter ganga.

 

 

                           Vor und nach der Kirchn

-Afm Kirchnplotz hout man allaweil nehr immer ghört: „Euch allen ah gurd Neiß

 Jouha! “

 

-Wos die Mannaleit gwen san, die san ins Wirtshaus ganga zum Heroldn oder

 spaater übern  Woldham und über dLösselmühl nacha erst  ham.

 

 

                                Schoiheit trinkn

-Des wor für die Mannsbilder halt so der Brauch, denn die hom dou af dSchoiheit

 trunkn!

 

-Ob die dann mit einer gwissn Schoiheit hamkumma san, des konnte man dann

 wirklich bezweifeln, aber eihbild  wern sa sa des vielleicht ah wirklich nu hom.

 

-Wir Kinna und dWeiberleit san am kurzn Wech hamganga.

 

 

                               Neijouhawünschn

-Entweder nu vorm Essen oder glei noun Essen san wir Kinna nacha zu die

 Nachbarn oder zu gurde Bekannte zum Neijouhawünschn ganga.

 

-Ah bisserl ah kloins Geld is immer ah gfalln!

 

-Des wor halt für uns Kinda ah kloins Taschngeld, da homasa dann wos kaft,

 wos ma sunst nird kriegt hoat.

 

 

              Wos is den nachmittags nu gmacht worn

-Nachmittag um 14 Uhr, da waah in da Pforrkirchn nu ah Andacht zum Beginn  des Neuen Jahres gwen, oba da muh ih song, da sanma nirt ganga, stellt eich  vir, in oin Toch zwormal af dNeikirchn renna, des wor uns zviel.

 

-Meistens san nacha die Kinna, soweit dass scha verheirat worn, zu die Eltern

        kumma und wenns pressiert hout ah umgekehrt, nämlich ah zum

                                        Neijouhawünschn!

 

 

                              Neujahrsgedanken

-Mir Kinna hom uns mit dem Silvester- und dem Neujohrstoch nird so viel  Gedankn gmacht, aber unsere Eltern hom immer gsagt,wos wird des neie  Jouha bringa, hoffentlich woos Gurts, dass eigentlich ah woos Schlechts

 kumma kannt, da is nird so viel gsagt worn, oba denkt wernsasas bestimmt  hom.

 

-Und somit hatte damals ein Jeder und auch heute noch an Silvester und am

 Neujahrstag seine eigenen Gefühle. So is halt ah mal das Leben!


-Deshalb wünsch ma sa, so lang das ma nu lehm, ah gurds Neiß Johr, dass ma

 gsund bleim und nu lang lehm!   

      

                   

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A-I-45

06.11.2018 Hochfest der Gottesmutter Maria

            Kath. Weltfriedenstag, (ehemals Beschneidung des Herrn)

-Der 1. Januar als Beginn des bürgerlichen Jahres fällt mit dem 8. Tag 

 nach Weihnachten, mit dem letzten Oktavtag, zusammen.

 

-Dies ist ein gebotener Feiertag, besser gesagt ein Tag mit Sonntagspflicht.

   

-Vorgenanntes Hochfest der Gottesmutter Maria ist eine liturgische Feier 

 zu Ehren der Mutter Jesu und wird am Neujahrstag, den ersten Januar 

 begangen.

 

-Dieses Hochfest wurde anlässlich der Liturgiereform im Jahre 1970, 

 auf den 1. Januar festgelegt, vorher wurde es am 11. Oktober gefeiert.

 

         Ehemals Beschneidung des Herrn

-Vor 1931 wurde an diesem Tag die Beschneidung Christi traditionell in

 der Kirche gefeiert.

 

          Katholischer Weltfriedentag

-Auch an diesem Tag wird seit 1968 von Seiten der katholischen Kirche 

 der Weltfriedenstag als Gedenktag begangen. Staatlicher Seite am 

 01. September, seit 1966.


           Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 06.11.2018

 

     Unter deinem Schutz und Schirm

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, 

o heilige Gottesgebärerin;

verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,

sondern erlöse uns jedezeit von allen Gefahren.

O du glorreiche und gebenedeite Jungfrau,

unsere Frau, unsere Mittlerin,

unsere Fürsprecherin.

Versöhne uns mit deinem Sohne,

empfiehl uns deinem Sohne,

stelle uns deinem Sohne vor.

 

Maria breit den Mantel aus,

mach Schirm und Schild für uns daraus,

lass uns darunter sicher stehn,

bis alle Stürm vorüber gehn.

Patronin voller Güte

uns alle Zeit behüte

 

Dein Mantel ist sehr weit und breit,

er deckt die ganze Christenheit,

er deckt die weite, weite Welt,

ist aller Zuflucht und Gezelt.

Patronin voller Güte

uns alle Zeit behüte

 

Oh Mutter der Barmherzigkeit

den Mantel über uns ausbreit,

uns all darunter wohl bewahr

zu jeder Zeit in aller G’fahr

Patronin voller Güte

uns alle Zeit behüte

 

  Gottesdienste an diesem Tag in der Pfarrei und in den Filialen

 Jahr             Pfarrkirche               Waldkirch          Neuenhammer

-Ab 1965      8.00 u. 10.30                9.15                  10.00

-Ab 1990    19.00 Vorab. u. 9.30      8.00                  10.00

-Ab 1994         10.30                        9.00                   10.00

-Ab 1997         10.30                        9.00                     -----

-Ab 2002         09.15                19.00 Vorab.             10.00

 

-Der Neujahrstag wird extra beschrieben! Siehe A-I-40


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A-I-50  Dreikönigsfest, Heilige Drei Könige

         Heilige Drei Könige, Dreikönigstag,

                             „Heiling Dreikönich“   

      Allgemeine Zusammenstellung: Rupert  Herrmann, März 2015

                            

                                  Allgemeines

-Das Fest der Erscheinung des Herrn ist ein gesetzlicher Feiertag und wird

 am 6. Januar begangen.

 

-Die Heiligen Drei Könige, erstmals genannt die drei Waisen aus dem  Morgenland, ab dem 9. Jahrhundert nannte man sie Caspar, Melchior und  Balthasar, die einem Stern folgend, um den Sohn Gottes in einem Stall zu  Bethlehem zu finden.

 

-Sie überreichten nach einer Überlieferung Gold Weihrauch und Myrrhe.

 

-Sie geben eine symbolische Darstellung für die drei Menschenrassen, die der  

 damals nur der drei bekannten Erdteile, wie Asien, Europa und Afrika, sowie

 auch die der drei Lebensalter.

 

-Sie sind die Patrone der Reisenden, Pilger, Kaufleute, Gastwirte und Kürschner

  (Pelzverarbeiter).

 

-Zu den drei Personen, zugeordnet, der Caspar, der Älteste solle aus Asien  stammen, dieser überreichte das Gold, der mit dem mittleren Alter, ausgestattet  mit Weihrauch, solle ein Europäer sein und der Jüngste, dargestellt als Mohr,  übergab als symbolischer Afrikaner dem Jesuskind das Gefäß mit Myrrhe.

 

 

                05. Januar, Vorabend des Dreikönigtages

-Dreikönigswasserweihe, ebenso Segnung von Salz, Weihrauch und Kreide

 

-Am Vorabend der Erscheinung des Herrn wird in den Katholischen Kirchen

 grundsätzlich das  „Dreikönigswasser geweiht, dieser Tag gilt als letzter und

 gefährlichster Abend der zwölf „Raunächte“.

 

-Die Gläubigen nehmen gerade dieses Wasser gerne an sich und auch mit

 nach Hause.

 

-Sie füllen ihre mitgebrachten Behälter, wie auch Weihwasserflaschen und

 haben somit einen Vorrat für zu Hause für Friedhof- und Hausweihwasser-  behälter.

 

-Wenn jedes geweihte Wasser ein Sakrament ist, ein Heilungs- Reinigungs-

 und Schutzmittel, dann ist es das Dreikönigswasser in ganz besonderem 

 Maße; tatsächlich ist es von der Kirche mit einer ganz besonderen Weihe  versehen.

 

-Es ist ein löblicher Brauch, zum Feste der Erscheinung des Herrn Häuser und

 Wohnungen zu segnen und zu besprengen, mit Weihrauch zu beräuchern und  mit geweihter Kreide die Türen zu beschreiben.

 

-Der Vater als Hauspriester nimmt die Weihe vor und betet dabei: „Segne

 o Herr, allmächtiger Gott, dieses Haus, auf dass in ihm wohne Gesundheit,  Keuschheit, Tugend, Demut, Sanftmut und Güte. 1)

 

 

                  Weihwasserweihe, wann war diese

-Die Dreikönigs-Weihwasserweihe fand bei uns in der Pfarrei Neukirchen 

 St. Chr. grundsätzlich immer am Vortag des Dreikönigstages statt.

 

-Zur jetzigen aktuellen Zeit, wurde die Weihe auf den Dreikönigstag verlegt.

 

-Ab 1965, um 14.00 Uhr, in der Pfarrkirche, geweiht wird das Weihwasser,                           gesegnet werdenSalz, Weihrauch und Kreide, 

                anschließend war immer Beichtgelegenheit.

 

 -Ab 1994, erfolgte dann zusätzlich die Aussendung der Sternsinger.

 

 -Ab 1996, um 09.00 Uhr, Veranstaltungszeit auf vormittags verlegt.

 

 -Ab 2005, um 19.00 Uhr, Vorabend, 05. Jan., in der Filialkirche Waldkirch,…

                 um 09.00 Uhr, Dreikönigstag, in der Pfarrkirche, …, und

                 um 10.30 Uhr, Dreikönigstag, in der Filialkirche in Neuenhammer,                                           …Weihwasserweihe mit Aussendung der Sternsinger.

 

                 Die Hl. Messe wird von den Sternsingern mitgestaltet.

                 Kreide und Weihrauch und Kohle können in der Sakristei

                 zum Preis von  0,50 € gekauft werden.

 

                 Neuerdings findet am Vortag in der Pfarrkirche die Einteilung und 

                 Einkleidung der Ministranten statt, die sich für die Sternsinger-

                 Aktion angemeldet haben.

 

 

        05. Januar, Vorabend des Dreikönigtages

                  Gemeinsame Jugendbeichtgelegenheit

-Bis 1981, schon von alters her, fand am Vortag des Dreikönigstages die  Beichtgelegenheit der Jugend des Kath. Burschenvereines, und ab 1972, 

 die der Kath. Landjugendbewegung von Neukirchen St. Christoph, zur  Vorbereitung auf die dem Nachtag folgend, alljährliche stattfindende  Generalkommunion der Jugend statt.

 

 

                        06.Januar, Dreikönigstag

       Generalkommunion der Jugend, oder Jugendmesse

 

-Von  1965 bis 1978, um 08.00 Uhr,

         1979 bis 1980, um 09.30 Uhr, Generalkommunion der Jugend, Pfarrkirche,

         1981 bis 1982, um 09.30 Uhr, Jugendmesse in der Pfarrkirche.

 

-Dies war immer ein christlicher Höhepunkt unserer Jugend in unserer Pfarrei, die

 Jugendgruppen haben sich mit ihren Fahnen oder auch Bannern in den 60-iger

 Jahren sehr zahlreich beteiligt.

 

-An verschiedenen Jahren führte die Blaskapelle den Kirchenzug an, bzw. nach

 dem Gottesdienst ging es ins Wirtshaus zum „Heroldn“,  oder nach 1974, z.B.  zum Zacherl nach Neudorf.

 

-Die Teilnahme ließ in den 80-iger Jahren immer mehr nach und wurde somit im

 Jahre 1982 eingestellt.

 

 

                       06. Januar, Dreikönigstag

                   Sammlung für die Weltmission

-Bei allen Gottesdiensten, am Vortag und am Dreikönigstag wurde und wird  für  die  Weltmission gesammelt.

 

 

                       06. Januar, Dreikönigstag

    Festgottesdienst in Pfarrkirche, dann auch in den Filialen

-Seit 1969, 10.00 Uhr, vormittags, Heiliges Amt, Festgottesdienst in der                                                Pfarrkirche

-ab   2002, 09.00 Uhr, vormittags, Heilige Messe, seit dieser Zeit etwa werden  

                                grundsätzlich nur mehr Hl. Messen gelesen

 

-ab 2005, finden auch die Festgottesdienste in den Filialkirchen statt, in                              Waldkirch am Samstag abends.

 

 

                       06. Januar, Dreikönigstag

      Generalversammlung des Kath. Burschenvereins

                                 später KLJB

-Um 15.00 Uhr, laut hören und sagen, findet die Generalversammlung des Kath.

 Burschenvereins Neukirchen St. Christoph, schon seit seiner Gründung an  diesem Feiertag statt.

 

-Bei dieser Gemeinschaft fand auch immer alljährlich eine Neuwahl statt.

 

-Um 1965 fand die Versammlung im Gruppenraum des alten Schulhauses statt

 

-Ab 1972 wurde aus dem Burschenverein eine gemischte Jugendgruppe

 (Burschen und Mädchen) gebildet,

 

-Ab 1974 war der Versammlungsraum im unterem ehemaligen Schulsaal des

 Brüntsner Schulhauses (Brünstner Jugendheim),

 

-Und ab 2001 im Pfarrheim in Neukirchen zu St. Christoph.

 

-Ab dem Jahre 2001 wurde der traditionelle Versammlungstag verlassen und die

 alljährlichen Jugendversammlungen finden an freibestimmten Tagen im  Monat

 Januar  statt.

 

 

                        06. Januar, Dreikönigstag

                    Brauchtum, „Sternsingergehen“

-Um 1950 wurde, vorwiegend in katholischen Gemeinden, das Sternsingergehen

 oder das Dreikönigssingen wiederbelebt.

 

-In der Anfangszeit der Wiederbelebung haben sich in unserer Gegend etwa um

 1960, ganz besonders in der ehemaligen Gemeinde Brünst die Ministranten ein

  kleines Zubrot oder auch Zehrgeld erbetet oder auch ersungen.

 

 

                 Wie und warum wurde da gegangen

-Die Vortragenden, voraus mit einem sechseckigen Stern auf einer Stange, und  die nachempfundenen Heiligen Drei Könige, hatten sich nach Möglichkeit auf  den Kopf eine goldbemalene Pappadecklkrone aufgesetzt und einen Königs-  umhang umgehängt.

 

-Vorgetragen wurde ein Sing- oder auch ein Sprechvortrag, dass mit einem  Segensspruch für die Hausbewohner enden konnte.

 

-Um 1994 wurden dann die Ministranten nach der Weihwasserweihe in der Pfarr-

 kirche und dann auch später in den beiden Filialkirchen ausgesandt.

 

-Ab 1970, hatte sich auf Anregung des Bistums, die Pfarrei um die Organisation

 angenommen, hier hat es geheißen, die Spendengelder sollen nach Abzug eines

 gewissen Eigenanteiles an die Weltmission abgeführt werden.

 

-Spendengelder gingen in den Jahren von 1978 bis 1980, z.B. auch an Pater Hartl  in Uganda, für einen VW-Ersatzmotor und einer Motorsäge, bzw. nochmals im  Jahre 90 – 92 eine allgemeine Spende nach Uganda.

 

 

                   Die Waldkirchner machen es anders

-Die Waldkirchner Minis geben ab dem Jahre 1994 einen gewissen Anteil an

 Schwester Sabina, geborene Frauenreuther, für ihre Missionsarbeit.

 

-Erst im Jahre 1979 hatten sich die Brünstner  Minis bei der gemeinsamen

 Pfarrsingeraktion beteiligt, denn die Brünstner wollten ihr eigenes Zubrot nicht 

 so richtig gerne aufgeben.

 

 

                    Sternsingerkasse, schwarze Kasse

-Der Anteil der Ministranten ist ein solcher, hier haben sich die Minis gleich  selber wieder was einfallen lassen, denn sie haben eine zweite Sammelbüchse    mitgenommen, nämlich eine „Schwarze Sternsingerkasse“.

 

-Dies hatte sich in einer sehr kurzen Zeit herumgesprochen und die besuchten

 Hausbewohner spenden einfach nach ihrem eigenen Ermessen, nach einem

 bestimmten allgemeinen Grundsatz: „ Gib der Weltmission, was der Mission  gehört, und den Ministranten, was den Minis gehört.

 

-Heute ist es fast so, dass mehr Mädchen als Buben diesen Ministrantendienst

 verrichten, somit gibt es neuerdings mehr Mädchen, die das Sternsingergehen

 pflegen.

 

  

                      06. Januar, Dreikönigstag

                  Dreikönigssingen in Neuenhammer 2)

-1969: Zum ersten Mal veranstaltet die Jugendgruppe in Neuenhammer ein Drei- 

 königssingen in unserer Pfarrei.

 

-Der Erlös, ist die Hälfte für die Mission, die andere Hälfte für die Kasse der  Jugendgruppe bestimmt.

 

-In zwei Gruppen zu 4 Personen ziehen sie von Haus zu Haus, sagen einen Vor-

 spruch auf , singen ihr Dreikönigslied und schließen mit einem Segensspruch für

 Haus  und Hof.

 

-Bitte, nehmt Sie freundlich auf und vergesst nicht, ein kleines Schärflein zu  geben.

 

-Der Brauch des Dreikönigssingen ist anderswo schon längst der Brauch.

 

-Ich danke der Jugend, dass sie mit Verständnis und Bereitschaft diese Mühe auf

 sich nimmt. Wir wollen dies mit einen Opfer belohnen, das ja wieder einen guten

 Zweck zu Gute kommt. – Vergelts Gott!

 

-Die Einnahmen aus diesem Singen waren 450 DM, die Hälfte erging an die Welt-

 mission.   

 

 

                         06. Januar, Dreikönigstag

                     Dreikönigssingen, nur für die Mission 2)

-1974: Sternsinger, unsere Ministranten, gehen in den Tagen zum Fest der Er-   

 scheinung des Herrn wieder von Haus zu Haus und bitten um eine Gabe für die

 Mission.

 

-Ich bitte ihre Gabe nur diesen Sternsingern, die für die Mission sammeln-

 keinesfalls zur Aufbesserung von Geld für solche ohne Missionssammelbüchse.

 

 

             06. Januar, Dreikönigstag

               Pfarrei informiert über Dreikönigssingen 2)

-1974: Es ist ein guter Brauch an diesen Tag, bzw. am Vorabend mit dem

 „Dreikönigswasser“ das Haus zu segnen und mit geweihter Kreide, den

  Dreikönigssegen und die Jahreszahl an die Eingangstür zu schreiben:

 

                19  *  C +  M  + B  *  74

 

-Die Buchstaben bedeuten: Christus  Mansionem  Benedicat,

 Christus möge diese Wohnung oder dieses Haus segnen!

 

-Erst später wurden die Buchstaben mit den „Heiligen Drei Königen

 Caspar – Melchior – Balthasar“ in Verbindung gebracht.

 

-Dies Segensgebet kann dabei gesprochen werden:

 

-Herr Jesus Christus, wir glauben an Deine Gnade und Güte und stellen

 unsere Familie unter Deinem Schutz.

 

-Wir bitten Dich: Segne unser Haus und seine Bewohner. Das geweihte Wasser

 sei uns Zeichen und Mahnung, dass wir unsere Herzen und Gedanken reinigen,

 um vor Dir und untereinander gerecht zu sein. Mit Deiner Hilfe wollen wir in

 unserer Familie  eine Atmosphäre der Herzlichkeit, der Treue und Fröhlichkeit

 aufbauen.

 

-Wenn sie an unsere Tür dieses Zeichen Schreiben, wollen wir damit bekennen

 und bezeugen, dass Du die Herzmitte unserer Familie bist. Dazu hilft uns Jesus

 Christus, unser Herr. Amen.

 

-Als Abschluss kann das Vater unser gebetet und ein Lied (oh du fröhliche)

 gesungen werden.

 

 

                       06. Januar, Dreikönigstag

           Pater Hartl, erhält die Sternsingereinnahmen!

                   Allgemeine Weltmissionsspenden 2)

   

-1978: Das Gesamtergebnis beträgt für das Jahr 1978, einen Betrag von

  1117.39 DM. Es kommt Pater Hartl zu Gute.

 

-Die Gaben, bzw. die Spenden in der Opferbüchse sind für die Weltmission.

 

-Pater Hartl braucht für seinen VW  dringen deinen neuen Motor. Ihre Spenden

 helfen mit, den Ersatzmotor zu beschaffen.

 

-In den Jahren, z.B. von 1982 bis 1988 wurde in unserer Pfarrei ein durchschnitt-

 liches jährliches Sternsinger-Spendenaufkommen von rund 1500 DM  ersammelt.

 

 

                        06. Januar, Dreikönigstag

           Aufruf der deutschen Bischöfe im Jahr 2000 2)

-Aufruf der deutschen Bischöfe zur Aktion Dreikönigssingen 2000.

 

-Liebe Jungen und Mädchen.

 

-Mehr als eine halbe Million Mädchen und Jungen werden zu Beginn des Heiligen

 Jahres 2000 in Deutschland als Sternsinger unterwegs sein.

 

-Das ist ein lebendiges Zeugnis der Solidarität mit den notleidenden Kindern  überall in der Welt.

 

-Die Sternsinger folgen so dem Beispiel Jesu und seiner großen Liebe  zu den  

 Armen.

 

 -Deshalb lautet das Leitwort der kommenden Aktion:

 

      „Jesu Christus-Brot des Lebens, damit Kinder heute leben können“.

 

-Ich rufe Euch deshalb auf: Beteiligt Euch im Heiligen Jahr 2000 mit der gleichen

 Begeisterung und dem gleichen Einsatz wie in den Vorjahren am Dreikönigs-  singen.

 

-Helft auf diese Weise Euren Altersgefährten in Asien, Ozeanien, Afrika, Latein-

 amerika und Osteuropa- damit Kinder heute leben können.

 

  Für das Bistum Regensburg,           Bischof Manfred

 

 

                           06. Januar, Dreikönigstag

    Ab 2004, Erstmals ein Dreikönigssingen in der Pfarrkirche

-Erstmals im Jahre 2004 wurde in der Pfarrkirche ein Dreikönigssingen  veranstaltet.

 

-Dies solle alle zwei Jahre stattfinden, und wird vom Pfarrgemeinderat organisiert.

 

-Viele einheimische Musik- und Gesangsgruppen und SängerInnen haben an

  diesem Konzert ihr Bestes gegeben.

 

-Der Erlös, ging hier erstmals zu Gunsten der Renovierung unserer Pfarrkirche.

 

-Stattgefunden hat es dann wieder im Jahre 2007, im Jahre 2009, hier jährte sich

 unsere Pfarrei zum 300-sten Male, weiter im zweijährigen Rhythmus in den  Jahren 2011, 13, und 2015.

 

-Dies ist eine sehr schöne Aktion, hier können sich die Gesangsgruppen und  auch die jungen Nachwuchsmusikanten und alle weiteren Darbieter, natürlich

 von ihrer schönsten Seite zeigen.    

 

 

                     06. Januar, Dreikönigstag

                 Sternsingerspruch von damals

-Ich selber habe den Sternsingerspruch aus den damaligen Jahren um 1960 nicht

 mehr so genau in Erinnerung, aber aus dem Volksliederarchiv habe ich einen

 ähnlichen Sternsingerspruch wie folgt gefunden:

 

                      Die heiligen drei Könige mit ihrigem Stern

                      die kommen gegangen, ihr Frauen und Herrn.

                      Der Stern gab ihnen den Schein

                      Ein neues Reich geht uns herein.

 

                      Die heiligen drei Könige mit ihrigem Stern

                      sie bringen dem Kindlein das Opfer so gern

                      sie reisen in schneller Eil

                      in dreizehn Tagen vierhundert Meil.

 

                      Die heiligen drei Könige mit ihrigem Stern

                      Knien nieder und ehren das Kindlein, den Herrn

                      Eine selige, fröhliche Zeit

                      Verleih uns Gott im Himmelreich.

 

 

                        06. Januar, Dreikönigstag

        Sternsingerspruch, Neuenhammerer Bereich 6)

-Alle:      Mit Stern, Umhang und Kron,  verkünden wir Gottes Sohn.

                Als Kind kam er in die Welt, wovon unsere Kunde erzählt.

                         

                Sein Kommen in dunkler Nacht, hat Licht in die Welt gebracht.

 

                Allen ein helles und segensreiches Jahr, wünschen Kaspar, 

                Melchior u. Bathasar.

 

-Balthasar:

                Auch den Verstoßen, Armen, Kranken, den Kindern auf dem 

                Erdenrund:

                Auch ihnen gilt frohe Kunde, auch ihre Welt sei hell und bunt.

 

-Sternträger:

    So bringen wir auch heut die Botschaft: Gott will ganz bei den Menschen

    sein.  Sein Segen möge euch begleiten und stets in diesem Hause sein.

 

 

                          06. Januar, Dreikönigstag

              Sternsingerspruch, Neukirchner Bereich 8)

-                      Christus segne dieses Haus

                    Und alle die da gehen ein und aus.

               Die Liebe sei mächtig der Hass sei gebannt,

         das wünschen die drei Weisen aus dem Morgenland.

 

                   Seit Jahren ist es Brauch uns Sitte,

                  dass wir schließen mit einer Bitte.

                    Wir bitten euch mit einer Bitte.

                  Wir bitten euch, ihr wisst es schon,

                       um Gaben für die Mission.

                     Darum öffnet willig eure Hände,

                    und gebt uns eine gute Spende.

 

                           

      Sternsingerspruch,  Waldkirchner Bereich 7)

-                     Ihr lieben Leut macht auf die Herzen,

                wir bringen das Licht der Weihnachtskerzen,

                wir bringen das Licht des Weihnachtsstern,

                    wir bringen den Gnadenruf des Herrn.

 

            Christius segne dieses Haus, und die da gehen ein und aus.

 

                  Die Liebe sei mächtig, der Hass sei verbannt,

                das wünschen die Weisen aus den  Morgenland.

 

-Balthasar der Schwarze:

            Ich bin der König Balthasar, ich brachte Gold dem Kinde dar,

       da hat das Kind mir aufgetragen, den Glaubensruf überall zu sagen.

       So bring ich euch die Kund herein, wer glaubt, der wird gerettet sein.

 

             Erlaubt das ich mich euch stell vor, ich bin der König Melchior.

           Ich hatte Weihrauch angebrannt, da hat das Kind mich gesandt,

    zu stärken euch im Gottvertraun, ihr mögt zum Himmel aufwärts schaun,

  zu wem der Weihrauch aufersteigt, hofft stets auf Gott, auch wenn er schweigt.

 

             König Caspar wird ich genannt, mein Reich ist im Morgenland.

     Ich brachte Myrrhe wie ihr wisst, da sprach Maria: Bitter ist die Myrrhe dein,

                 doch süß die Lieb, die dich zu Königs Kinde trieb.

  Wer Christus den Heiland wirklich liebt, und ganz aus Lieb sein Herz ihm gibt,

        wer liebt, der geht im Himmel ein, und darf bei Jesus Christus sein.

 

            Zuletzt ist es Brauch und Sitte, tret ich hervor mit einer Bitte.

 

            Ich bitte euch, ihr wisst es schon, um Gaben für die Mission.

 

            Drum öffnet willig eure Hände und gebt uns eine gute Spende.

 

 

                     Gedanke zu den Sternsingertexten

-           Wenn man die Sternsingertexte in unserer Pfarrei etwas vergleicht,

            dann wird eigentlich in jedem ehemaligen Gemeindegebietsbereich

              ein anderer Text verwendet, und so soll es eigentlich auch sein,

           die „Vielfalt und das Abwechselbare“ sollen diesen schönen Brauch

                                für noch lange Zeiten erhalten!

 

 

                          06. Januar, Dreikönigstag

       Weitere Bräuche: hier Stärke-Trinken, „StierkTrink`n“

-Um 1960 war es noch der Brauch, vielleicht für einige auch heute noch, dass zu  die Heiligen Drei Könich, Bauern, sowie besondere Männer und auch Burschen,  die auf sich was hielten, nach dem Dreikönigs-Gottesdienst beim Heroldn  eingekehrt sind und haben sehr anständig auf die Stärke  (Stierk) getrunken.

 

-Dieses Stärketrinken konnte sich bis zum Abend oder auch die ganze Nacht    noch hinziehen, denn nach dem erstgenannten Wirtshaus sind viele weiter-  gezogen über das Wirtshaus dem „Zacherl“ in Neudorf, weiter nach Waldheim  und über die Lösselmühle nach Hause, oder auch vom Zacherl noch runter zum  Georgenberger Wirt, nämlich zum „Feilerwirt“.

 

-Dann hatte ein jeder so viel Stärke eingenommen, dass er das ganze Jahr soviel

 Kraft hatte, dass Ihm auch nichts  zu viel wurde.

 

-Aber manche hat dieses Stärketrinken auch sehr schwer mitgenommen, dass  sie am anderen Tage, einfach nicht mehr wussten, wie sie überhaupt heimge-  kommen sind. 

 

 

                         06. Januar, Dreikönigstag

                Segenssprüche an Heiligen Drei König,

                                Dreikönigszeichen

 

                20 *  C  + M +  B  *  15

 

 -Erläuterungen:

 

              Links und Rechts, die jahresbezogene Jahreszahl

        C   =     Caspar,        =  Christus           =       Christus

        M   =     Melchior      =  Mansionem      =       segne dieses

        B   =    Balthasar     =   Benedicat        =       Haus

 

-Vor dem 2. Weltkrieg, da gab es die Haussegnung, diese wurde größtenteils  vom Hausvater durchgeführt, dieser ging betend mit brennenden und gesegneten  Weihrauch durch alle Räume.

 

-Auf den Türsturz oder am Oberbalken der Haustüre wurde das Dreikönigs-

 Segnungszeichen mit weißer gesegneter Kreide angemalt.

 

-Von der Nachkriegszeit an haben die Dreikönigssegnung die Sternsinger

  übernommen.

 

 

                               Salzsegnung

-Das Wasser soll an das Wasser der Taufe erinnern, dass Sünden abwäscht,  das  Salz wiederum soll gewordenem Wasser Kraft zurückgeben.

 

 

                               Kreidesegnung

-Gütiger Gott, segne diese Kreide, mit der wir das Zeichen, des  Kreuzes über  dem Eingang unserer Häuser und Wohnungen setzen. Lass uns nicht  ver-  gessen, dass unser ganzes Leben dem gehört, der uns in diesem Zeichen  erlöst  hat.

 

 

                           Weihrauchsegnung

-Herr unser Gott, segne diesen Weihrauch, den wir im Gedenken an die Gaben

 der Waisen aus dem Morgenland entzünden werden.

  

-Mache ihm zum Zeichen deines Segens, wenn er unsere Häuser durchdringt,  und mache unsere Wohnungen zu einem Ort der Brüderlichkeit und des  Friedens.   

 

 

             06. Januar, Dreikönigstag

                                    Wetterorakel

 

                           -Ist`s an Dreikönig sonnig und still,

                        der Winter vor Ostern nicht weichen will.

 

 -Der Dreikönigstag war auch einer der Merktage zur Messung der Tageslänge:

 

                          An Neujahr um einen Hahnenschritt,

                     an Heilig Drei König um  einen Hirschensprung,

                      und an Mariä Lichtmess um ah ganze Stund!

 

 

              06. Januar, Dreikönigstag

        Das Ableeren des Christbaumes im Wohnbereich

-Normalerweise endet der Weihnachtsfestkreis am 02. Februar, an Mariä  Lichmess, aber das Ableeren des Christbaumschmuckes vom Christbaum in  unseren Wohnungen, dies erfolgt bereits schon an Heiligen Drei König.

 

-In den 60-iger Jahren wurde der Christbaum ganz vorsichtig wieder ab geleert,  die Kugeln und der Glasschmuck wurde wieder fein säuberlich in die leeren  Kartons, bzw. in Schuhschachteln wieder verpackt.

 

-Das Lametta wurde auch sehr sorgfältig Stück für Stück von den Ästen ent-  nommen, über die Handfläche gelegt und mühevoll wieder für`s nächste Jahr  zurückgewonnen. Damals wurde eigentlich nichts weggeworfen.

 

-Die Äste des Christbaumes wurden mit der Astschere vom Baumstamm, etwa

 10 cm vom Stamm entfernt abgezwickt, diese wurden dann im Ofen verbrannt,  dass hatte damals im Ofen immer so schön geprasselt, wie die Aststücke im  Ofen verbranden.

 

 

                                Suppenzwirl machn

-Aus dem zurückgeblieben Stamm, da wurden Stücke, etwa 5 cm jeweils  unterhalb der Astreihe abgesägt.

 

-Aus diesen Stammstücken, etwa 30 cm lang, wurden zwei oder drei Zwirl  gemacht.

 

-Den Zwirl hat die Mutter in der Küche gebraucht, denn sie hatte mit diesem  selbstgemachten Küchenwerkzeug die Kartoffelstücke im Kartoffelsuppen-  Kochtopf zum Teil zerkleinert.

 

-Dieses einfache Holzküchenwerkzeug wurde in den Kochtopf gestellt, mit der  Astreihe nach unten, der Zwirlstiel wurde dann zwischen die beiden Handflächen  genommen und somit hin und her bewegt, dies erzeugte eine Drehbewegung des

 Zwirls und die abstehenden Astreihenstücke haben die Kartoffelstücke im  Kochtopf zerkleinert.

 

-Die Reststücke des Christbaumes wurden wiederum im Ofen verbrannt.

 

-Der Christbaumständer und die große Christbaumsammelschachtel, diese war

 beschriftet, wurde dann am Dachboden auf einer sicheren Stelle wieder bis zum

 nächsten Jahr abgehoben.

 

      

               06. Januar, Dreikönigstag

         Das Ableeren des Christbaumes in der Pfarrkirche

-Der Christbaum in der Pfarrkirche wurde zur damaligen Zeit bis zu Mariä  Lichtmess stehen gelassen, erst in den Jahren  ab 2000, wird dieser auch  bereits schon zu den Heiligen Drei König entfernt. 5)

 

 

            06. Januar, Dreikönigstag

              Wer sind überhaupt all die Sternsinger

-Fast an jeder Haustür wurden wir gefragt: „ Ja Bouala, wer saz den alle? 

                 – oin kennma, oba die andern kennma nirt!?“

 

-So is halt ah mal im Lebm, damals hom die damaligen Altn uns nimma so  richtig kennt und heit is halt ah nu so, dass wir jetzat ah scho die Altn san,

 jetzt unsre junga Sternsinger oder Sternsingerinnen nimma so richti kennen.

 

-So holt halt einfach die eine die andere Generation ein!

 

     Weitere Quellenangabe:

       1) Kirchenanzeiger 1967,

       2) Kirchenanzeiger über mehrerer Jahre, 3) wikipedia

       4) Heilige-Dreikönige.de

       5) Lt. Auskunft der derzeitigen Mesnerinnen, Sr. Bonita  u. Sr. Margot

       6) Alfred Bergler  7) Sabine Münchmeier  8) Kerstin Zetzl

 


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A-I-55 Maria Lichtmess

02.11.2018 Maria Lichtmess, Darstellung des Herrn

-Dies ist ein katholischer oder auch ein evangelischer Gedenktag und wird

 am 02. Februar begangen.

 

-Bis im Jahre 1912 war der 02. Februar in Bayern ein gesetzlicher Feiertag.

 

-Lichtmess galt in der katholischen Kirche als das Ende der Weihnachtszeit 

 und somit blieben noch bis vor ca. 30 Jahren in den katholischen Kirchen 

 und auch Häusern die Weihnachtskrippen und der Weihnachtsbaum bis 

 zum 02. Februar stehen.

 

         Damals stand der Christbaum bis zu Lichtmess

-Aber nach der neuen Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils, etwa 

 Mitte der  1960iger Jahre, endet in der ordentlichen Form die Weihnachtszeit 

 jedoch bereits schon am Fest des Herrn, an Heiligen Drei König, besser ge-

 sagt, an dem folgenden Sonntag, der dem Hochfest am 06. Januar folgt.

 

          An diesem Tag die alljährliche Kerzenweihe

-An Lichtmess werden für das kommende Jahr die benötigten Kerzen der 

 Kirchen und auch der Ortsfamilien geweiht.

   

  

          Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 02.11.2018

 

           War noch reichlich Futtervorrat vorhanden

-Zu dieser Zeit an Lichtmess sollte der Bauer noch die Hälfte des Futtervor-

 rates für seine Tiere auf Lager haben.

 

-Das Fest der Darstellung des Herrn (Maria Reinigung, dann Mariä Licht-  

 mess) war zu früheren Zeiten ein wichtiges Datum im Jahresablauf, mit ihr  

 verbanden sich Zahlungsfristen und der Beginn und das wo mögliche Ende

 der Arbeitsverhältnisse beim bäuerlichen Handwerk.

 

        Schön langsam wird der Tag schon wieder länger

-Gegenüber der Wintersonnwende wurde der Tag an Lichtmess bereits schon 

 wieder eine Stunde länger, hier gab es einen Spruch:

 

         „An Weihnachten um einen Hahnentritt,

                 an Neujahr um einen Männerschritt,

              an Dreikönig um einen Hirschensprung

              und an Lichtmess um eine ganze Stund“.

       

         Wichtiger Tag im Bauernjahr

-Die Dienstboten, noch vor etwa 80 Jahren, wie man die Knechte und auch 

 die Mägde auf den Bauernhöfen nannte, machten damals noch einen be- 

 achtlichen Teil der Dorfbewohner aus.

 

-Im Jahre um 1960 hatten wir in unserer jetzigen Großgemeinde etwa 

 225 Landwirtschaften, größere und auch mehr kleinere, und zur 

 heutigen Zeit sind es nur mehr so zwischen 12 und 15,

 größtenteils, Großbauern.

 

          Einseitige Dienstbodenordnung

-Es gab zwar damals eine Dienstbodenordnung so in etwa auch einen 

 Kündigungsschutz, aber zu Gunsten des Dienstherrn, denn wer nämlich

 ab Dienstantritt innerhalb des Bauernjahres kündigte, das heißt, seinen 

 Arbeitsplatz aufgab, wie auch immer, hatte sodann keinen Anspruch 

 mehr auf seinen Jahreslohn.

 

-Man konnte damals eigentlich so sagen, der Bauer hatte immer das sagen, 

 z.B. die Dienstboden mussten immer fragen ob sie zum Tanz ausgehen 

 durften, dieser hatte auch auf seinen Hof für Sitte und Moral zu sorgen, 

 ob er sich selber hieran gehalten hat, das war eigentlich wieder eine 

 andere Sache, denn er war ja der Chef auf dem Bauernhofe.

 

          Billige Arbeitskräfte, Kinder- oder Kindsbettsterben

-Zur damaligen Zeit war es noch sehr üblich, dass fast auf jedem Bauernhof 

 an die zehn bis zwölf Kinder als Nachwuchs auf die Welt gekommen sind, 

 einige, die schwach und krank waren, haben die Kindstaufe, die noch am 

 selbigen Tag erfolgte, nicht erlebt, bzw. auch sehr viele Frauen sind bei 

 der Geburt oder im Kindsbett verstorben.

 

-Die Buben und Mädchen der kinderreichen Familien von damals fanden 

 Arbeit nur als Knechte und Mägde bei den Bauern.

 

             Die Hütbubmn musstn aufs Land viere

-Bereits schulpflichtige Kinder mit etwa 10 Jahren wurden damals aufs Land 

  zu den großen Bauern, z.B. nach Grafenreuth usw., aus einer besonderen

  Not heraus, nach hier abgegeben, denn dann waren schon wieder ein 

 oder zwei Esser am Mittagstisch weniger.

 

          Dienstbodenbezeichnungen

-Die Hausmagd (HausMaordh) hatte ihren Arbeitsbereich im Haushalt, die 

 Stallmagd (StoolMaordh) wiederum im Stall und auf dem Feld.

 

-Beim Knecht, da war es so, es gab einen Stallknecht (StoohlKneecht),

 dann nach der Hierarchie, den Ochsenknecht (OchsnKneecht und 

 dann der Dienstälteste als Rossknecht (Rooskneecht.

 

-Als kleiner Junge musste man als Hütbube (Hüatbuur) mit dem hüten der 

 Stalltiere seine Kinderzeit, und dies ohne Lohn, verbringen.

   

        Das Arbeitsjahr der Dienstboden

-Das Dienstbodenjahr begann und endete am 02. Februar, also an Maria 

 Lichtmess, denn nur hier konnte grundsätzlich das Dienstbodenjahr ge-

 kündigt oder auch wieder weiter verlängert werden.

 

-Hatten sich diese einen anderen Dienstplatz gesucht, sodann bekamen sie 

 vom Bauern zu dem ausgemachten Jahreslohn auch ihr Dienstbüchlein,

 dies war ein sehr wichtiges Dokument für den Besitzer, darin waren vom 

 Bauern das Verhalten und die Leistungen niedergeschrieben, überreicht.

 

-Den neu eingestellten oder auch wiedereingestellten (Gebliebenen) Dienst- 

 boden wurde vom Bauern ein Haftgeld im Voraus ausbezahlt, dies galt als 

 Bestätigung und für die Gültigkeit ihrer Abmachung.

 

         Werbung um eine Dienstbodenstellung

-Der überwiegende Teil der Knechte und der Mägde wurde auf den alljähr-

 lichen Viehmärkten, z.B. in Moosbach, schon im Vornherein „gedungen“, 

 einfacher gesagt, eingestellt.

 

-Auch die Väter der Häuslleut sind mit ihren heranwachsenden Buben und 

 auch Mädchen auf den Viehmarkt gegangen und suchten nach einer ge-

 eigneten Stelle als Hütbube, als Jungmagd oder als Jungknecht.

 

-Im ersten Jahr wurden die Jungdienstboden nur für freie Unterkunft und 

 Verpflegung angeboten, allein um daheim wegen des geringen, kärglichen 

 Einkommens einen Esser weniger zu haben.

 

          Gemeinsame Mithilfe bei der Landwirtschaft

-Die sogenannten Miets- oder auch Häuslleut hatten bei den Großbauern 

 bei der Heu- Getreide- und der Kartoffelernte mitgeholfen, nur um etwas 

 Grasschnitt, Getreide und auch Kartoffeln zu bekommen.

 

   Der Schlenkldooch, die Schlenklweil oder die Übergangszeit

-War also dann der sogenannte damalige Arbeitsvertrag abgeschlossen oder 

 die Fortführung der Dienstbotenzeit wieder weiter vereinbart, sodann hatten 

 die Dienstboten eine kurze freie Übergangszeit, also ein bisschen Urlaub, 

 von etwa ein bis drei Tagen, bis zum Agathatag am 5. Februar, zur freien 

 Verfügung, sie konnten eigentlich dann ihre Familien kurz besuchen oder

 sich bei der neuen Herrschaft schon ein bisschen eingewöhnen.

 

-Die Knechte aber saßen meistens dann schon in den Wirtshäusern und 

 verbrachten so ihre Schlenklzeit.

  

            Sehr karge Entlohnung

-Die Entlohnung bestand eigentlich aus freier Kost, Wohnung,  

etwaiger Kleidung, unsererseits gesagt „Aahleechzeich“, und 

aus etwas nicht viel an Geldlohn.

 

-Je nach Wetter- und Wirtschaftslage gab es nach der Erntezeit, meistens 

 zur Kirchweih, das sogenannte Erntegeld. Hier hatte das Dienstboten-

 personal u.a. auch Holzschuhe, Socken, Schürzen, Hemden, die

 Mägde außerdem Strümpfe und auch Kopftücher und was sie 

 sonst auch noch benötigten, erhalten

 

     Wetter- und Bauernregeln zu Mariä Lichtmess

               Ist’s an Lichtmess hell und rein,
                  wird ein langer Winter sein.
               Wenn es aber stürmt und schneit,
                ist der Frühling nicht mehr weit.


                    Lichtmess im Klee
                    Ostern im Schnee.

 

           Ist's zu Lichtmess mild und rein
             wirds ein langer Winter sein.

 

        Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit,
            ist der Frühling nicht mehr weit;
               ist es aber klar und hell,
         kommt der Frühling wohl nicht so schnell.

 

            Is`s an Lichtmess hell und klar
          rechnet ma auf koa fruchtbars Jahr.

 

      Lichtmess verlängert den Tag um eine Stunde
            für Menschen wie für Hunde.

 

         Gibts an Lichtmess Sonnenschein,
           wirds ein spätes Frühjahr sein.

 

        Bringt Maria Reinigung Sonnenschein,
       wird die Kälte hernach noch größer sein.

 

        Wenns zu Lichtmess stürmt und tobt,
           der Bauer sich das Wetter lobt.

 

        Scheint Lichtmeßtag die Sonne klar,
       gibts Spätfrost und ein furchtbar Jahr

        Wenn der Nebel zu Lichtmess fallt,
        wird`s gewöhnlich sehr lange kalt.

 

         Besser in der Hornung frieren,
           als in der Sonn` spazieren.

 

       Scheint an Lichtmess die Sonne heiß,
       kommt noch sehr viel Schnee und Eis.

 

         Februar mit Schnee und Regen,
          deutet an den Gottessegen.

 

            Lichtmess hell und klar,
           gibt ein gutes Roggenjahr.

 

         Ist es Lichtmess klar und hell
       kommt ein zweiter Winter schnell.

 

       Rauchen Lichtmess die Schlote sehr,
         kommt es wohl vom Feuer her.

 

   Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche,
        bleibt er 4 Wochen noch im Loche.

 

       Im Hornung (Februar) Schnee und Eis,
         macht den Sommer lang und heiß.

 

        So lang die Lerche vor Lichtmeß singt,
    so lange sie nachher weder singt noch schwingt.

 

         An Lichtmeß fängt der Bauersmann,
            neu mit des Jahres Arbeit an.

 

               Lichtmeß im Klee,
             Palmsonntag im Schnee.

 

                 Weiße Lichtmeß,
                  grüne Ostern.

 

         Mucken die im Februar summen,
          oft auf lange Zeit verstummen.



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A-I-60 Heiliger Blasius, Blasiussegen

03.11.2018 Heiliger Blasius, Blasiussegen

-Ein nicht gebotener katholischer Gedenktag, 3. Februar, datumsgebunden.

 

-Der Heilige Blasius zählt zu den vierzehn Nothelfern.

 

          Warum Heiliger Blasius

-Über den Heiligen Blasius wird folgendes berichtet, dieser hatte einem 

 jungen Mitgefangen, in einem römischen Gefängnis, dem eine Fisch-

 gräte im Hals stecken blieb, das Leben gerettet.

 

-Deshalb erteilt nun die katholische Kirche alle Jahre an seinem Namens-

 tag den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten.

 

               Wann

-Der Blasiussegen wird grundsätzlich nach der heiligen Messe am Gedenk-

 tag des heiligen Blasius, dem 3. Februar, gespendet, kann aber auch schon 

 tags zuvor im Anschluss an die Heilige Messe, des Festes Darstellung des 

 Herrn (Lichtmess), oder auch je nach Tagesfall, einige Tage oder auch bis

 zum folgenden Sonntag noch verabreicht werden.

 

-Der Blasiussegen kann auch nach einem Wortgottesdienst gespendet werden.

 

                Wie

-Bei der Spendung hält der Priester oder auch der Diakon dem Gläubigen 

 zwei gekreuzte brennende Kerzen in Höhe des Halses vor und spricht 

 folgenden Segensspruch: z.B.

 

                     Auf die Fürsprache des heiligen Blasius

             bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen,

            im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

-Der Gläubige antwortet mit:  Amen.

 

  

         Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 03.11.2018

 

                         Heiligenanrufer

-Er ist der Patron der Ärzte, Bauarbeiter, Hutmacher, Schneider, Weber, 

 Schuhmacher, Blasmusiker und der Haustiere, er wird auch angerufen

 gegen Hals- und Zahnweh, Pest, Kinderkrankheiten und zum Schutz 

 gegen wilde Tiere sowie für eine gute Beichte.

 

                            Bauernspruch

             Der heilige Blasius stößt dem Winter die Hörner ab

 

          Werdegang des Blasius-Segens

-In den Jahren vor 1977 wurde anlässlich zum Heiligen Blasius der Blasius-

 Gottesdienst immer grundsätzlich in der Pfarrkirche abgehalten, nach dem 

 Gottesdienst wurde dann der Blasiussegen gespendet.

 

-Mit Bildung der Grundschule ab 1970 in Neudorf, sind die Schulgottesdienste

 in den damaligen einzelnen Schulorten, wie Brünst, Neuenhammer und 

 Waldkirch, weggefallen, somit wurde hier kein Blasius-Segen an die 

 Kinder mehr erteilt.

 

-Ab 1977 wurden dann auch in den Filialkirchen anlässlich an den allwöch- 

 entlichen Wochentagsmessen ein Blasius-Gottesdienst abgehalten.

 

-Ist der Blasius-Feiertag an einen Montag gefallen, sodann wurde bei den 

 wöchentlichen Gottesdiensten in der Kapelle in Hinterbrünst zugleich 

 auch der Segen erteilt.

 

-Ab 1994 wurde die Kerzenweihe und die Erteilung des Blasiussegens an 

 beiden Tagen, wie Lichtmess (Darstellung des Herrn) und des Namens-

 tags des Heiligen Blasius, vereint, die Kerzen geweiht und auch der 

 Blasiussegen, erteilt.

 

-Ab 2003 wurden die beiden vorgenannten Handlungen wieder getrennt, 

 so wie es vor 1993 auch war.

 

-Auf Wunsch der Heimbewohner aus unserer Pfarrei haben unsere Verant- 

 wortlichen die sehr schöne Möglichkeit geschaffen, einen Blasius-Gottes-

 dienst im Pflegeheim „Wohnen am Kreuzberg“ in Pleystein, nach vor-

 heriger Vereinbarung, abzuhalten.


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A-II-10 Aschermittwoch


06.11.2018 Aschermittwoch

-Der Aschermittwoch, um null Uhr endet die Faschingszeit, ist ein beweg-

 licher Fast- und Abstinenztag und fällt jedes Jahr auf den 46. Tag vor

 dem Ostersonntag, und dies kann dann vom 04. Februar bis zum 

 10. März der Fall sein.

 

                        40 Tage fasten

-Die Fastenzeit dauert grob gesagt sechseinhalb Wochen, genauer gesagt 

 40 Tage, weil nämlich die Sonntage fastenfrei sind und deshalb nicht als 

 Fastentage gerechnet werden.

 

-Dieser stille Feiertag, der auch von den katholischen und auch evange-

 lischen Gläubigen begangen wird, markiert die Vorbereitungszeit auf 

 das Osterfest sowie den Tod und die Auferstehung Jesu Christi.

 

-Diese vorgenannten 40 Tage des fleischlichen Verzichts erinnert an die 

 40-tägige Fastenzeit von Jesus in der Wüste, als er den Versuchungen 

 des Teufels widerstand.

 

               Asche aus abgebrannten Palmzweigen

-Seinen Namen hat der Aschermittwoch, weil die Asche der Palmzweige 

 vom Palmsonntag des Vorjahres an diesem Abstinenztag während des 

 Aschermittwoch-Gottesdienstes geweiht wird und zugleich den gläubigen 

 Christen von einem Priester ein Aschenkreuz als Symbol für Reue und

 Buße auf die Stirn gestrichen wird.

 

-Der Spender spricht bei der Bezeichnung mit dem Aschenkreuz zu 

 jedem Einzelnen die Worte:

    „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“

 

  

          Zusammenstellung und 3 Skizzen: Rupert Herrmann, 06.11.2018

 

 

-Diese Handlung soll den Gläubigen an ihre Vergänglichkeit erinnern und 

 zur Rückbesinnung bringen.

                            Fastenregel

-An diesem Abstinenztag nimmt ein gesunder Mensch nur einmal am Tag 

 eine normale fleischlose Nahrung auf, wie z. B. einen sauren Hering, und 

 nur zwischendurch eine kleine Stärkung.

 

-Während der Fastenzeit kann auf bestimmte Speisen wie Fleisch, Süßig-

 keiten, Alkohol oder auch auf sonstiges Verzichtbares verzichtet werden.

 

                     Gemeinsames Fischessen

-Weil schon am Aschermittwoch kein Fleisch gegessen werden darf, sodann 

 organisieren grundsätzlich alle Jahre die trinkfesten Vereinsmitglieder, z.B. 

 die der Feuerwehren und des Pfeifenclubs ein gemeinsames Fischessen.

 

-Mit solchen oder ähnlichen Aktionen pflegt man die Vereinszusammen-

 gehörigkeit.

 

 

 

 

 


              Foosnaaht aihgroobm und waschen des Geldbeutels

-Etwa vor fünfzig Jahren, da kann ich mich noch erinnern, da wurde um 

 24 Uhr die Fastnacht eingegraben und trotzdem sind die trinkfesten 

 Burschen damals nicht heimgegangen und haben weiter getrunken, 

 halt ein bisschen leiser als zur Faschingszeit.

 

-Manch einer hatte am frühen Aschermittwoch schon fast kein Geld mehr  

 und dass diese dann wieder weitersaufen konnten, wurde von allen noch 

 anwesenden der Geldbeutel über dem Tisch restlos ausgestülpt, je nach 

 dem was an Geld noch zusammengekommen ist, all des wurde dann

 wieder gemeinsam weiter versoffen.

 

                Ein anderer Geldbeschaffungseinfall

-Weil auch dieses Geld bis zum Aschermittwoch zur Mittagszeit auch wieder 

 alle war, sodann hatten sich diese trinkfesten Burschen des „Schlegeln“, 

 wie nun auch folgt, einfallen lassen.

 

-Der wo mit seinem Geld während der Faschingszeit sehr sparsam umge-

 gangen ist und dieses Geld dann noch dummerweise an diesem Tage 

 auch noch in seinem Geldbeutel bei sich hatte, des war eigentlich 

 der Petschierte.

 

 

                    Geldeintreiben mittels „Schlegeln“

-Vor etwa zirka 30 Jahren wurde und wird noch zum Teil in unserer Ge-

 meinde Georgenberg, z.B. von der Neudorfer Feuerwehr, ein ganz 

 besonderes Ritual ausgeführt, dies ist nämlich des „Schlegeln“ 

 oder in unserer Mundart ausgesprochen des

                  „Aorschbaousn“.

 

  

-Am Aschermittwoch, bereits schon vormittags, treffen sich die ganz be-

 sonderen aktiven Feuerwehrmitglieder, teils noch angeschlagen vom 

 Faschingsdienstag, schnappen sich alle Persönlichkeiten, die ihnen 

 vor dem Wirtshaus über den Weg rennen, gehen dann auch noch

 von Haus zu Haus und trommeln alle Hausbewohner heraus und 

 führen eine ganz besondere Aschermittwoch-Aktion durch.

 

                     Des Hinterteil beklopfen

-Die Hauptakteure, meistens mit einer Teufelsgeige, einer Handholz-

 ratsche und auch mit sonstigen Geräuschinstrumenten, ganz be-

 sonders mit einem Holzbrett und einem großen Holzschlegel aus-

 gerüstet, wird der „Zuschlegelnde“ aufgefordert, dass sich dieser 

 bücken möge, am Hinterteil, besser gesagt an den Arschbacken 

 wird ein Holzbrett angelegt und ein anderer haut mit dem Holz-

 schlegel sehr kräftig dreimal auf das Holzbrett.

 

-Der geschlagenen Person bleibt eigentlich nichts übrig als einen kleinen 

 Obolus an die Traufhauer abzugeben.

 

-Der Ertrag dieser Aktion kommt grundsätzlich der Vereinskasse zugute, 

 oder auch nach der Beendigung dieser Sammelaktion gehen sie ins 

 Wirtshaus zum „Zacherl“ rein und versaufen dieses Schlagopfergeld.

 

                     Politischer Aschermittwoch

-Beim politischen Aschermittwoch, ganz besonders in Bayern, treffen 

 sich die Parteien zum verbalen Schlagabtausch und watschen sich 

 sogenannt, mehr als schauspielerisch, sich gegenseitig ab.

 

-Ja man möchte es nicht für möglich halten, die Großkopfertn warten 

 schon, dass sie auf die Schippe genommen werden, eigentlich ein 

 gemeinsames Partei-Theaterspielen.

 

-Bei einem unverhofften Regierungswechsel in unserer Gemeinde hatten 

 erstmals und auch letztmals die Freien Wähler, so lang sie was zu sagen 

 hatten, einen politischen Aschermittwoch abgehalten.

 
                         Gedicht in Versform

                 Am Aschermittwoch ist alles vorbei,
             die Schwüre von Treue sie brechen entzwei.
                      Von all deinen Küssen
                   darf ich nichts mehr wissen.
                    Wie schön es auch sei,
                     dann ist alles vorbei.


              Trink auf die Freude, denn heut ist heut,
               das was erfreut, hat noch nie gereut.
                 Fülle mit Leichtsinn dir den Pokal
                      Karneval, Karneval

   

               Hast du zum Küssen Gelegenheit,
             Mensch dann geh ran mit Verwegenheit.
            Sag niemals nein, wenn das Glück dir winkt
                   bald das Finale erklingt.

             Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

             Am Aschermittwoch ist alles vorbei

                                                         Jupp Schmitz



 

                    Witzige Aschermittwoch-Angelegenheit

-Ein Pfarrer hatte sich gedacht, wenn der Mesner beim Aschenkreuzauflegen 

 mithelfen würde, sodann würde alles sehr viel schneller gehen.

 

-Einen Tag zuvor hatte der Pfarrer den Mesner angesprochen er solle doch 

 morgen beim Kreuzauflegen mithelfen und folgenden Satz dabei sprechen:

                 „Zu Staub bist du und zu Staub kehrst du zurück“

 

-Der Mesner konnte die ganze Nacht vor Aufgeregtheit nicht gut schlafen, 

 und hatte immer diesen Spruch vor sich hingesagt.

 

               Mesner konnte sich den Spruch nicht merken

-Am nächsten Tag, wie es soweit war, fragt er den Pfarrer nochmals wieder, 

 was muss ich da genau wiedersagen, da sagte der Pfarrer: hab ich es dir 

 doch erst gestern gesagt:

                   „Du bist ein Deep und bleibst ein Deep“.

 

-Der Mesner dachte sich, dieser Satz ist aber heute sehr eigenartig, aber  

 was solls.

 

-Beim Aschekreuzausteilen stellten sich zwei Reihen an und der Bürger-

 meister kam als erster zum Mesner und dieser sagte beim Kreuzauf-

 zeichnen mehr als sehr aufgeregt:

                    „Du bist ah Depp und bleibst ah Deep“

 

-Der Bürgermeister sagte:

                         „Frühers hat es aber anders geheißen“, 

 da sagte der Mesner drauf:

                       „Mei, früher war ja alles Latein“.

                                     Gepostet: Bischof Stefan Oster


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A-II-15 Heiliger Josef, Josefitag 


08.11.2018 Heiliger Josef, Josefitag

-Der Josefitag fallend auf dem 19. März, ist vom Datum her gesehen ein 

 fester Gedenktag, dieser wird von den katholischen und auch von den 

 evangelischen Gläubigen immer noch sehr geachtet.

 

-Der Heilige Josef war der Vater oder auch der Ziehvater von Jesus, er

 war mit der Maria, die sozusagen vom Heiligen Geist ein Kind erwartete, 

 verlobt und lebte als Zimmermann in Nazareth.

 

  

         Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 08.11.2018

 

-In Bayern wurde der Josefitag als gesetzlicher Feiertag im Jahre 1969 

 abgeschafft, ist aber in unserer ländlichen Gegend immer noch in guter 

 Erinnerung.

 

              Patron der Arbeiter

-Der Hl. Josef ist nach seinem aus der Bibel überlieferten Beruf als Zimmer-

 mann auch der Patron der Arbeiter, insbesondere der Handwerker, hier 

 wiederum der Zimmerleute und der Schreiner.

 

           Vor und nach der Kirche zum Namenstag gratuliert

-Damals ist man noch zu Fuß in die Kirche gegangen, und wenn man 

 einen Josef oder einen Seppl gesehen hat, dann hat man von weitem 

 schon geschrien,

                  „Alles Gute zum Namenstag“,

 ganz schlimm war es nach der Kirche, da standen dann die Seppels

 alle beieinander und da war ein ganzes durcheinander nur wegen 

 denen Seppels zu gratulieren.

 

-Danach ging es dann gleich ins Wirtshaus rein, nämlich zum Heroldn, 

 denn der war ja damals noch gegenüber der Pfarrkirche.

 

           Damals noch ein Feiertag

-Wie damals der Josefitag noch ein Feiertag war, da gingen ganz besonders 

 die Männer, die Josef, Sepp, Seppels oder auch Sepperl hießen, nach der 

 Kirche sogleich ins Wirtshaus und hatten diesen damaligen Feiertag der 

 Arbeiter mehr als sehr hochleben lassen.

 

    Mit der Gratuliererei ist es heute nicht mehr so schlimm

-Derzeit ist es ja kein Feiertag mehr, die Zeiten haben sich geändert, die 

 Hektik lässt unseren Menschen keine Zeit mehr, um überhaupt an den 

 Namenstag der Seppl dranzudenken, geschweige dann auch zu gratulieren.

 

      Filialkirche Waldkirch dem Hl. Josef geweiht

-Die am 09. August 1959 neuerbaute Filialkirche in Waldkirch ist dem Patron 

 des Heiligen Josef geweiht, seit dieser Zeit wird alle Jahre an diesem Tag, 

 ihm zu Ehren, ein Patronatssgottesdienst gefeiert.

 

            Josefifeier in Waldkirch immer noch aktuell

-Ab 1980 wurde anlässlich zu diesen Patronatsgottesdiensten zu gar ein 

 Kirchenzug abgehalten, ab 1994 hat sich dann zusätzlich nach dem Gottes- 

 dienst noch eine Josefifeier im Feuerwehrhaus angeschlossen.

 

             Blaskapelle Waldkirch ist auch dabei

-In den Jahren ab 2004 hat dann auch noch zusätzlich die Blaskapelle 

 Waldkirch den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet und auch bei der 

 anschließenden Josefifeier oder auch ggf. beim Kameradschaftstreffen

 der Feuerwehr, mit flotten Weisen aufgespielt.  

  

 

                    Bauernregeln

         -Ein schöner Josefstag, ein gutes Jahr verheißen mag.

        -Ists an Josefi klar, folgt ein fruchtbar Jahr.

        -Ists Josefi klar, gibt’s ein gutes Honigjahr.

  -Wenns erst einmal Josefi is, so endet auch der Winter gwiss.

  -Am Josefitag soll der faulste Bauer auf seinem Acker sein.

      -Ists am Josefitag schön, kanns nur gut weitergehn.


           Die Seppels sterben derzeit wirklich mal aus

-Apropos, wenn die Namensvergabe der Seppels so rasch zurückgehend 

 weiter geht, dann wird mal eine Zeit kommen, da kein Josef mehr stirbt.

 

                  Seppels seit dem Jahre 1940

-1940 bis: 19;     1950 bis: 19;     1960 bis: 14;    1970 bis: 3;

 1980 bis:  3;     1990 bis:  1;      2000 bis:   0;     2010 bis: 1.

 


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A-II-20 Fastenzeit

07.11.2018 Fastenzeit

-Die Fastenzeit ist ein beweglicher Zeitbereich, sie beginnt mit dem 

 Aschermittwoch und endet zu Beginn der Messe des letzten 

 Abendmahles am Gründonnerstag.

 

-Die Fastenzeit ist ein Fasten und ein Beten zur Vorbereitung auf das

 Hochfest zu Ostern.

 

                 40-tägige Fastenzeit

-Der Karfreitag und der Karsamstag sind zwar auch Fasttage innerhalb

 der 40-tägigen Fastenzeit, zählen aber hier in diesem Falle nicht mit 

 zur österlichen Bußzeit, allgemein zählen auch die Sonntage nicht hierzu.

 

-Nach einer anderen Zählweise, welche die Sonntage einschließt, beginnt 

 die Fastenzeit am Aschermittwoch und geht bis zum Palmsonntag.

 

-Mit dem Palmsonntag beginnt die heilige Woche, die dann als gesonderter 

 Abschnitt gerechnet wird.

 

          In dieser Zeit kein Blumenschmuck, außer

-An allen Sonntagen innerhalb der Fastenzeit, außer dem 4. Fastensonntag, 

 Laetare, besser gesagt dem Freuden- oder dem Rosensonntag, gibt es

 keinen Blumenschmuck in der Kirche.

 

           Vieles mit violetten Tüchern verhängt

-Während der Fastenzeit wird kein Halleluja gesungen, ab dem 5. Sonntag 

 der Fastenzeit, dem Passionssonntag, werden die Kreuze und Standbilder 

 durch violette Tücher verhüllt.

 

    Nach dem Gründonnerstag verstummen Glocke und Orgel

-Nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag

 bis zum Gloria in der Osternacht werden keine Glocken geläutet, sondern 

 stattdessen Ratschen verwendet, ebenso schweigt die Orgel.

 

             In der Fastenzeit soll man fasten

-In der Fastenzeit sollte man beten, fasten und geben, ebenso sollte man

 sich gegen die Not der Anderen und der allgemeinen Ungerechtigkeit 

 einsetzen.

 

-Ab dem Jahre 1966 werden neben der Beachtung von besonderen Speise-

 angeboten, wie z.B. keine Fleischspeisen zu essen, auch andere Formen 

 der Enthaltsamkeit und der Buße empfohlen.

 

  

          Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 07.11.2018

 

       Während dieser Zeit sollte mehr gebetet werden

-Die Gläubigen werden auch angehalten, das Gebet intensiver zu pflegen 

 und vermehrt an den Gottesdiensten und z.B. an den Kreuzwegandachten 

 teilzunehmen.

 

       Finanzielle Opfer werden auch angenommen

-Ebenso soll das Gebot der Nächstenliebe mittels Almosen angereichert 

 werden, ein solches Bußwerk kann auch eine spürbare finanzielle Spende 

 sein, dies nennt man auch Fastenopfer.

 

-In der Fastenzeit soll man auf Dinge verzichten, die man gerne mag, z.B.

 auf Schokolade und auch auf weitere Suchtmittel.

 

             Kreuzwegandachten und Feldkreuzweg

-An allen Sonntagen innerhalb der Fastenzeit findet in der Pfarrkirche und 

 in den Filialen in Waldkirch und Neuenhammer am Nachmittag eine Kreuz-

 wegandacht statt.

 

              Anregung zu Hausgottesdiensten

-Am Montag nach dem ersten Fastensonntag finden die allgemeinen Haus-

 gottesdienste in der österlichen Bußzeit statt.

 

          Caritassammlungen werden durchgeführt

-Am zweiten Fastensonntag findet die Kollekte für die Caritashilfe, bzw. 

 wird in dieser Zeit die häusliche Caritassammlung durchgeführt.

 

           Frauen beten für den Weltgebetstag

-Am Freitag nach dem zweiten Fastensonntag veranstaltet der Kath.     

 Frauenbunden ihren alljährlichen Weltgebetstag der Frauen.

 

          Mitgliederaufnahmen und Fastenessen

-An dritten Fastensonntag werden bei diesem Gottesdienst die Neumit-

 glieder der KLJB Neukirchen St. Chr. aufgenommen, anschließend 

 findet im Pfarrheim ein Fastenessen statt, deren Erlös, z.B. der

 Ost-Uganda-Mission, wo ehemals Pater Kartl Hartl mal tätig

 war, zu Gute kommt.

 

-Das Fastenessen ist ein sogenanntes Solidaritätsessen zugunsten von 

 Projekten in der Dritten Welt, hier wird mal auf den Sonntagsbraten 

 verzichtet.

 

              Erwachsenenbildung hält fit

-Meistens der Woche drauf, dem 4. Fastensonntag, hält die Kath. 

 Erwachsenenbildung des Pfarrgemeinderates einen allgemein 

 informativen Informationsabend.

 

             Ewigen Anbetung in drei Kirchen

-Am Donnerstag nach dem 4. Fastensonntag findet die Ewige Anbetung 

 vor dem Allerheiligsten statt, dies wiederum in allen drei Kirchen.

 

          Pfarrfamilienabend informiert über alles

-Am Samstag vor dem 5. Fastensonntag findet meistens nach dem Abend-

 gottesdienst der alljährliche Pfarrfamilienabend statt, der Kirchenchor 

 und die KLJB Neukirchen St. Chr. wirken tatkräftig mit.

 

            Neuerdings ein Feldkreuzweg

-Seit der Feldkreuzwegeinweihung im Jahre 2009, der von der Dorfkapelle 

 St. Georg in Georgenberg zur Pfarrkirche führt, werden alljährlich zwei 

 Feldkreuzwegandachten im Jahr durchgeführt, eine davon wird grund-

 sätzlich am 6. Fastensonntag, nämlich am Palmsonntag abgehalten. 

 Hier entfallen dann die Kreuzwegandachten in der Pfarrkirche und 

 in den Filialen.

 

          Beichten, neuerdings etwas anders

-Etwa ein bis zwei Wochen vor der Karwoche findet Beichtgelegenheit statt, 

 ein Bußgottesdienst, bzw. eine Gemeinschaftsbeichte wird ebenfalls 

 angeboten.

 

          Neuerdings auch Fußwaschung

-Am Gründonnerstag findet die Feier des letzten Abendmahles mit der 

 Fußwaschung statt, anschließend gemeinsame Nachtwache, bzw.

 eine stille Anbetung folgt.

 

        Sehr viele Jahreshauptversammlungen

-Sehr viele Vereine halten während der Fastenzeit ihre Jahreshaupt-

 versammlungen in ihren Vereinslokalen ab, ebenso werden von 

 den Vereinen allgemeine Weiterbildungsvorträge angeboten.

 

          Alljährlicher CSU-Preisschafkopf

-Die Christliche Soziale Union hält in der vorgenannten Fastenzeit ihren 

 traditionellen Preisschafkopf ab, sonst ist sie zurückhaltend.

 

        Geräucherte Forellen zum Verkauf

-Der Anglerstammtisch verkauft alle Jahre geräucherte Forellen am 

 Karfreitag an unsere fastenfreudige Bevölkerung.

 

             Fastensprüche

          -Fasten heißt, auf sein Recht zu verzichten,

             wo andere darunter leiden würden.

                              Stefan Fleischer

 

                 -Nach Fasten kommt Ostern.

 

                 -Die Fastenzeit ist die Zeit,

                   die die Sinne schärft,

          die Augen öffnet für das viele Unrecht,

         das Herz für unseren Bruder, der leidet.



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A-II-30 Maria Verkündigung des Herrn


20.11.2018 Maria Verkündigung des Herrn

-Maria Verkündigung des Herrn ist ein katholischer und auch ein evange-

 lischer Gedenktag, der grundsätzlich am 25. März stattfindet, in besonderen 

 Fällen, wenn dieser Tag an einem Fastensonntag oder an einem Tag inner-  

 halb der Karwoche fällt, sodann wird es ein beweglicher Andenkens Tag.

 

-Fällt dieser datumsbezogene Gedenktag an einen Fastensonntag, so wird 

 er dann auf den drauffolgenden Montag verlegt, fällt er aber in die Karwoche, 

 sodann wird das Fest am Montag nach dem Weißen Sonntag, dem Sonntag 

 nach Ostern, nachgeholt.

 

         Genau neuen Monate vor der Geburt Christi

-Dieser Festtag fällt genau alle Jahre neun Monat vor Weihnachten, dem 

 Fest der Geburt Jesu.

 

                Die Engelserscheinung

-Maria ist ein Engel erschienen und sagte:

 

                  „Du wirst ein Kind empfangen!“ 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 






        Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 20.11.2018

 

-Nach dieser ungeheuerlichen Botschaft hat Maria geantwortet:

 

     „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe wie Du gesagt hast“

 

-Seit der Liturgiereform im Jahre 1967 zählt die Verkündigung des Herrn 

 zu den Hochfesten der katholischen Kirche.

 

                       Schutzpatronin

-Maria Verkündigung ist die Patronin der Bäcker, Brettschneider, Köche,

 Metzger, Weber und der Postboten.

 

                         Bauernregeln

-An Maria Verkündigung, kommen die Schwalben wiederum.

 

-Wenn Maria sich verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts findet.

 

-Ist es an Marien schön und klar, naht die ganze Schwalbenschar.

 

-Wenn der Sonnenaufgang an Mariä Verkündigung ist hell und klar,

               so gibt es ein gar gutes Jahr.

 

            -Mariä Verkündigung schön und rein,

           wird das ganze Jahr recht fruchtbar sein.

 

-Ist es an Maria schön und helle, kommt viel Obst auf alle Fälle.

 

               Gebet: Der Engel des Herrn
       Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
             und sie empfing vom Heiligem Geist.

 
Gegrüßet seist du, Maria …,


       Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn;  
             mir geschehe nach deinem Wort.

 

Gegrüßet seist du, Maria …,

 
             Und das Wort ist Fleisch geworden
                und hat unter uns gewohnt.

 
Gegrüßet seist du, Maria …,


          (V) Bitte für uns, heilige Gottesmutter,
          (A) dass wir würdig werden der Verheißung Christi.
          (V) Lasset uns beten.

 
                  Allmächtiger Gott,
        gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
           Durch die Botschaft des Engels
        haben wir die Menschwerdung Christi,
            deines Sohnes, erkannt.
       Führe uns durch sein Leiden und Kreuz
       zur Herrlichkeit der Auferstehung, Amen.

 

         Damals und zur heutigen Zeit

-In den Jahren vor 1971 wurde der Gottesdienst grundsätzlich in der 

 Pfarrkirche in der Frühe um 7.15 Uhr gehalten, danach wurde um-

 gestellt zur Abendzeit um 19.00 Uhr, wieder einige Jahre später 

 finden dann die Gottesdienste auch in den Filialkirchen statt, 

 wenn sie in die Nähe der Wochentags Gottesdienste fallen.

 

-Das Interesse an den Gottesdienstbesuch nimmt im Laufe der heutigen

 sehr guten Zeit immer mehr ab und die Jugend selber wird in ein paar 

 Jahren nichts mehr von diesem Hochfest wissen und auch wissen wollen.  



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A-II-30 Palmsonntag

10.11.2018 Palmsonntag

-Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag der Fastenzeit, also der letzte 

 Sonntag vor Ostern.

 

-Bereits schon eine Woche vorher werden die Kreuze und Bildnisse in 

 den Kirchen mit violetten Tüchern verhängt.

 

-An diesem Sonntag wird an die Leidensgeschichte Christi und an den 

 Einzug Christi mit Palmen in Jerusalem erinnert.

 

-Grundsätzlich werden an diesem Sonntag vor dem Gottesdienst die 

 Palmzweige (Weidenkätzchenzweige oder Weidenkätzchenbüschl) 

 vor dem Eingangsbereich des Pfarrheimes gesegnet, anschließend

 findet eine Prozession zur Kirche statt, in deren dann der Palm-

 sonntagsgottesdienst gefeiert wird.

 

              Passion, Leidensweg Jesu Christi

-Die Lesung der Passion wird von mehreren vorgetragen, wobei einer 

 die Worte von Jesus spricht, einer die des Evangelisten und der dritte

 die Worte aller sonstigen Personen, während die überlieferten Worte 

 von Jesus traditionell von einem Diakon oder Priester, die Worte des 

 Evangelisten und der sonstigen Personen auch von einem Laien, vor-

 getragen werden.

 An dieser Stelle der Lesung, die vom Augenblick des Todes berichtet, 

 knien alle nieder und verharren eine Zeit lang in Schweigen und Gebet.

 

            Für das Kreuz im Herrgottswinkel

-Dieser geweihte Weidenkätzchenbusch wird mit nach Hause genommen

 und sogleich werden dann davon zwei Stück Zweige links und rechts 

 zwischen die Arme des gekreuzigten Heilandes, der im Herrgottswinkel 

 in der Zimmerecke hängt, reingesteckt.

 

-Auch oberhalb des Weihwassergefäßes, der neben der Eingangstür hängt, 

 oder auch oberhalb eines Heiligenbildes werden zwei kleine Zweige über 

 Kreuz gefestigt.

 

                 Für was soll dies helfen

-Die geweihten Palmzweige sollen bis zum nächsten Jahr das Haus vor 

 Blitz und Feuersgefahr sowie auch zum Schutz vor Unheil und Krankheit 

 schützen.

 

          Die alten Palmzweige werden verbrannt

-Nach einem Jahr werden vor Aschermittwoch die sogenannten Palmzweige 

 verbrannt, die Asche hiervon wird wiederum gesegnet und dann hiermit 

 den Gläubigen ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet.

 

           Der letzte Aufsteher im Haus ist der Palmesel

-Derjenige, der am Palmsonntag am Morgen als letztes Familienmitglied 

 aufsteht, wird als Palmesel bezeichnet.

 

          Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 10.11.2018

 

                    Palmbusch herichten

-Ich kann mich, als Kind von damals, schon noch ein wenig erinnern, mein 

 größerer Bruder hatte am Vortag drunten an der Weiherböschung vom 

 Palmkätzchenbaum eine große Menge von Palmkätzchenzweige herunter-

 geschnitten, dann am Palmsonntag in aller Frühe wurden diese dann zu

 einen Palmbusch zusammengebunden.

 

-Im Spitzenbereich der Zweige wurden dann rote und gelbe Wollfäden, soge-

 nannt wie ein „Mascherl“, drangebunden.

 

         Wer hat den größten und schönsten Palmbusch

-Und dann hat es geheißen, nun schau dass du weiter kummst, nirt dass 

 du zur Kirchn zu spät kommst, denn damals musste ich eine gute halbe 

 Stunde zu Fuß zur Pfarrkirch nach Neukirchen St. Christoph gehen.

 

-Auf dem Weg zur Kirche ging es dann schon los, unter allen Kindern hat

 es dann geheißen, wer hat den größten und den schönsten Palmweihe-

 busch.

 

         Kreuzl- und Palmkätzchensteckn auf das Getreidefeld

-Des Weiteren wurden, heute nur sehr selten, wenn dann nur noch von

 älteren Personen, die geweihten Palmkätzchenzweige in Verbindung 

 mit zwei in Kreuzform zusammengestecktes Feldkreuzchens, diese 

 Holzschleißen hergenommen eines am Karsamstag am  Osterfeuer 

 angekohlten Holzscheitels (Judasn), am Ostermontag an den vier 

 Ecken des Getreidefelder gesteckt und dabei mit geweihtem 

 Osterweihwasser besprengt, sodass das Getreide fruchtvoll 

 wachsen solle.

 

-In neuerer Zeit wurde, ortschaftsverschieden, vor das Gesteck als Zierte 

 ein kleines Zweiglein von einem Buchsbäumchen dazu gesteckt.

 

 

 

 

 

              Foto: Miesbrunn, 10.05.2018, Rupert Herrmann

 

 

                  Bauernregel

                   Ist der Palmsonntag hell und klar,

                     so gibt’s ein fruchtbares Jahr.

 

                  Ist der Palmsonntag ein heiterer Tag,

              für den Sommer ein gutes Zeichen sein mag.

 

 

                Palmsonntag damals im Jahre 1965

-um 7 Uhr, Beichtgelegenheit, Monatskommunion für Männer oder Frauen,

-7.30 Uhr, Pfarrmesse in der Pfarrkirche,

-8.45 Uhr, in Waldkirch heilige Messe,

-10.00 Uhr, Heiliges Amt in der Pfarrkirche mit Palmweihe,

-10.15 Uhr, Heilige Messe in Neuenhammer,

-Um 14.00 Uhr Kreuzwegandacht in der Pfarrkirche.

-Damals hat noch die Palmweihe nur in der Pfarrkirche stattgefunden.

 

        Palmprozession als Versuch

-1966 wurde erstmalig, aber nur einmalig, eine Palmweihe vor dem Pfarr-

 heim mit anschließender Prozession zur Pfarrkirche abgehalten, ab 

 diesen Zeitpunkt an, fanden zusätzlich dann in den Filialkirchen

 kurze Palmweihen statt.

 

-Ab 1970 wurde in den Gottesdiensten für Misereor gesammelt und die 

 Kinder gaben hier auch ihr Fastenopfer ab.

 

-Die Palmprozession wurde dann wieder, bis zur heutigen Zeit, bei schönem 

 Wetter, nach der Palmsegnung vor dem Pfarrheim wieder eingeführt.

 

             Der Kath. Frauenbund bietet vieles an

-Im Jahre 1985 hat erstmals, und dies auch bis heute noch, der Kath. 

 Frauenbund z.B. vorgefertigte Palmbüschl, gefärbte Ostereier, 

 Osterbrot zum Verkauf angeboten.

 

-Der Frauenbund hat dann ab 1989 zusätzlich zu den Palmbuschn auch 

 noch Osterlämmer zum Verkauf hergegeben.

 

-Im Jahre 1994 hat wiederum unser Kath. Frauenbund erstmals einen 

 Osterbasar bei allen Gottesdiensten zum Verkauf bereitgehalten.

 

         Erstmals Friedenskreuzweg

-Ab 2003, erstmals, findet um 19 Uhr der Friedenskreuzweg in der

 Pfarrkirche statt.

 

-Eine zusätzliche Kollekte wird ab 2004 erstmals „Hl. Land und das 

 Hl. Grab“ eingeführt.

 

         Blaskapelle bringt sich uneigennützig ein

-Ab dem Jahre 2006 gestaltet die Blaskapelle Waldkirch musikalisch den 

 Gottesdienst in der Filialkirche in Waldkirch.

 

          Erstmals Feldkreuzweg an diesem Tag

-Erstmals ab 2011 findet alljährlich der Feldkreuzweg von der 

„Dorfkapelle St. Georg“ in Georgenberg bis zur Pfarrkirche statt.

 

      Zur heutigen Zeit, einfach nicht mehr so wie zu früheren Zeiten

-Die ursprünglichen Palmsonntagsbräuche finden zur derzeitigen sehr 

 modernen Zeit leider nicht mehr so statt, und somit sind sie vom 

 Aussterben mehr als bedroht.



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A-II-40  Ratschen zur Grabesruhe Jesu

                          Ratschen zur Grabesruhe Jesu

            Zusammenstellung, Rupert Herrmann, im März 2015

 

                          Wir ratschen, wir ratschen

-Das Ratschen, genannt, ist ein Brauch, der in katholischen Gegenden, ganz

 besonders so wie in unserem ländlichen Gebiet,in der Karwoche, während

 der Zeit der Grabesruhe Jesu, gepflegt wird.

 

-Dabei ziehen grundsätzlich die Ministranten oder jetzt schon seit etwa dreißig   

 Jahren, neuerdings die Ministrantinnen mit den hölzernen Instrumenten, bei uns  

 genannt, die Ratschn, von Haus zu Haus, um die Gläubigen mit auffordernden

 Sprüchen an die Gebetszeiten während der Grabesruhe zu erinnern.

 

-Von Gründonnerstag nach dem Gloria der alljährlichen Abendmahlsfeier und

 dem gesamten Karfreitag bis zum Karsamstag, ebenfalls bis zum Gloria der

 Auferstehungsfeierlichkeiten schweigen alle Glocken im gesamten gläubigen  

 Kirchenbereich.

 

-Der landläufigen Überlieferung zufolge heißt es, die Glocken bzw. die Klöppel  

 fliegen zur Beichte nach Rom, oder um auch dort alljährlich wieder geweiht zu  

 werden.

 

-Da sie in Anwesenheit zumeist eine festliche Stimmung zum Ausdruck bringen,  ist deren Geläute in der Zeit der Grabesruhe Jesu, nach gutem altem Brauch,  einfach nicht angebracht.

 

-Um trotzdem unseren Gläubigen das Gebetsläuten (Angelusläuten) in einer

 anderen Form nahe zu bringen, wird ersatzweise mit Ratschen oder Klappern

 daran erinnert.

 

-Das Ratschen ist ein alter Brauch, der schon in einem Coburger Buch im

 Jahre 1482 erwähnt wird.

 

 

            Ratschen in den 60-iger Jahren in Brünst

-Da ich ein geborener Brünstner bin, möchte ich meine Erlebnisse, die mit dem

 „Ratschengehen“ vor der Osterzeit zusammenhängen, so wie eigentlich bei uns

 im Brünstner Gebiet geratscht wurde, ganz besonders auch uns nochmal und

 ganz besonders auch für unsere Nachwelt, näherbringen.

 

 

         Nur die männlichen Ministranten

-Dies war damals so, und es ist auch heute noch ein ungeschriebenes Gesetz,

 dass nur Ministranten, oder neuerdings die Ministrantinnen diesen  

 „Ratschnerbrauch“ ausführen dürfen.

 

-Um 1980 wurden von der kirchlichen Seite bzw. von unserer Pfarrei dann auch

 Ministrantinnen für den Altardienst zugelassen und ab diesen Zeitpunkt sind die

 weiblichen Ministranten bei diesem Brauch mit integriert.

 

 

   Wer hat die alljährliche Leitung hierfür übernommen

-Damals gab es Ratschnergruppen, angelehnt an die damaligen Gemeinden wie

 Brünst, Georgenberg, Neudorf sprich Neukirchen, Neuenhammer und Waldkirch.

 

-In meiner Zeit um 1960 war es so, in jedem ehemaligen Gemeindegebiet gab

 es eine eigengeführte Ortsministrantengruppe, also fünf Gruppen in der Pfarrei

 Neukirchen St. Christoph.

 

-Die Leitung dieser Ortsgruppe oblag immer dem dienstältesten Ministranten, der

 legte fest wie viel mitgehen und auch wer dann zu guter Letzt mitgehen durfte.

 

-Dieser war auch für alles Verantwortlich, dass alles klappte, bzw. sorgte auch,

 dass wir alle über alles informiert waren.

 

-Die alljährliche Führungsposition wurde generationenbedingt an den nächst  

 folgenden Dienstältesten  weitergegeben.

 

 

                         Wie, wann und wie oft

-Im Brünstner  Einzugsgebiet, dies war ein sehr großer Flächenbereich, hierzu

 gehörten z.B. Brünst, Lösselmühle, Waldheim, Lößlberg, Hagenhaus,  Hinterbrünst und auch Bernlohe, hier waren größtenteils immer so um die

 acht Ratschner eingeteilt.

 

- Zur Mittagszeit wurde immer mit der vollzähligen Ratschnergruppe gegangen,

 früh und abends  wurden vier Gruppen gebildet, zu je 2 Personen.

 

-Die Gruppeneinteilung, erfolgte  damals, von den Älteren etwas mehr als sehr

 komisch, wie hier bei einem Beispiel dargestellt. Wir die zwei Jüngsten mussten

 in aller Frühe die Vorderbrünst begehen, da könnt ihr Euch vorstellen, wie wir in

 ängstlicher Art und Weise unseren Dienst verrichtet haben.

 

 

               Da haben wir uns aber gefürchtet

-Wir gehen gemeinsam beim  Mutterlhaus in Richtung SachsnOtto, da hörten

 wir ein Ratschen, dass hat sich angehört, wie es beim Öllerbauern wäre.

 

-Aber da sind doch wir beide eingeteilt.

 

-Wir vermuteten dass hier die Ratschner vom Nachbarort Georgenberg gehen  

 könnten.

 

-Nun ist guter Rat teuer. Wir hatten uns auf die Straßenböschung gesetzt und

 haben gewartet, denn diese müssten doch irgendwie beim nächsten Haus weiter

 ratschen.

 

-Nach einer Weile hat sich dieser Irrtum aufgeklärt, denn das „Georgenberger  

 Ratschen“ hat man vom Faislbach aus über das Anwesen Öllerbauern gehört.

 

-Aber nun schnell weiter, denn wir sind ja eine halbe Stunde gesessen, bis wir  diese  Panne gespannt haben.

 

-Aber so ist es halt mal, wenn man sehr jung und auch noch etwas klein ist,  dann muss man halt mit Erfahrungen lernen und leben.

 

 

       Wie war damals die Fortbewegungsart

-Damals wurde grundsätzlich die ganze Strecke von Haus zu Haus zu Fuß

 zurückgelegt.

 

-Ob noch Schnee da war oder Schneematsch, oder ob es auch geregnet hat, es  

 wurde und musste gegangen werden, ich betone zu jedem Hausanwesen bis

 vor die Haustüre.

 

-Ganz kleine Ausnahmen hat es zwar schon gegeben, und zwar, wenn sich

 einige Hauseigentümer abweisend verhalten haben, dann haben wir natürlich

 dies respektiert.

 

 

        Das Aufgabengebiet der Ratschner

-Weil damals trotz der vielen Ministranten, diese aber größtenteils sich alle an  der Ratschnerei beteiligt haben, da war es erforderlich, dass wir uns alle und an  allen  Gottesdiensten am Altardienerdienst beteiligen mussten.

 

Hier die Aktionen kurz aufgeführt:

 

   Gründonnerstag:  14.30 Uhr Ministrantenprobe für Alle

                             19.30 Uhr  Gründonnerstags-Eucharistie in der Pfarrkirche

 

   Karfreitag:            04.00 Uhr  Karfreitags-Frühratschen

                              08.00 Uhr  Misistrantenprobe für Alle

                              10.00 Uhr  Karfreitags-Mittagsratschen

                              15.00 Uhr  Karfreitagsliturgie in der Pfarrkirche

                              18.00 Uhr  Karfreitags-Abendratschen

 

   Karsamstag:         04.00 Uhr  Karsamstags-Frühratschen

                              10.00 Uhr  Ministrantenprobe für Alle

                              11 – 16Uhr  Ratschner- Sammelaktion

                              20.00  Uhr Auferstehungsfeier in der Pfarrkirche

 

-Für die jüngsten  Ratschner war dies mehr als nur anstrengend, nur in seltensten Fällen, da wo ein Anfänger das Handtuch geworfen hat.    

 

 

                           Der Ratschnerspruch

 

          „Wir ratschen wir ratschen den englischen Gruß, dass jeder

                     katholische Christ weiß, wann er beten muss“

 

-Vor der Haustüre eines jeden Anwesens, an einem geeigneten Platz, stellten  alle seine Ratschen zu Boden, der Leiter der jeweiligen Gruppe gab dann dass  Zeichen zum Anfangen, alle miteinander sagten den vorgenannten Spruch auf  und dann begannen sie alle gemeinsam mit dem Ratschen, nach etwa 10 – 15  Drehkurbelbewegungen schrie der Boss mit lauter Stimme „Halt“ und hob dabei  die linke Hand, dies wurde dann noch zweimal wiederholt.

 

-Meistens zur Mittagszeit kam die Bäuerin oder auch der Bauer heraus und

 bedankte sich und diese fragten ob wir nicht Durst hätten oder sonst irgendwas 

 brauchen könnten.

 

-Was die kleinen Kinder waren, die standen auch ganz neugierig vor oder unter  der Haustüre, wenns pressiert hat, noch im Unterhemd.

 

-Viele Buben werden sich gedacht haben, da möchte ich auch mal dabei sein,  aber wenn halt einer hier mitmachen wollte, dann war es halt die Voraussetzung,  dass er Ministrant wurde.

 

 

                         Der Biss in den Hintern

-Dieses „Ratschnergehen“ war auch ein bisschen gefährlich, da viele abgelegene

 Bauernhöfe sehr scharfe Kettenhunde hatten, da musste man aufpassen, dass  man nicht zu weit in die Nähe der Kettenhundgrenze kam.

 

-Einmal, da kann ich mich noch erinnern, da ist einer dem Kettenhund zu nahe  

 gekommen, da kam dann der Doktor und hatte ihm zu Hause an einer sehr  heiklen Stelle verarztet.

 

 

                   Der Ratschnersammelspruch

-Zum Sammeln, da ging die komplette Ratschnergruppe, dies dürfte doch  

 verständlich sein.

 

-Wiederum bei einem Haus angekommen, klopften wir an die Eingangstür, es  kam die Bäuerin, vielleicht auch der Bauer und alle Kinder, die im Haus waren,  heraus und hörten uns zu, welchen Spruch wir nun sagten:

 

-                                Gelobt sei Jesus Christus,

                                     in Ewigkeit Amen.

                                    Ich bitt um ein Aor,

                                     ich um Zwuor,

                                      drei Neine,

                                     sechs Zerne,

                            ah ganz Hennanest  nemma ah,

                                   und ah Geld ah.

   

-Der vorgenannte Sammelspruch war für eine Ratschnergruppe mit acht  Personen.

 

-Der dienstjüngste Ratschner  fing an und dann wurde in fast etwas sehr  schneller und mit personenabwechselnder Folge der Sammelspruch aufgesagt,  bzw. nach einer bestimmten Zeit gebetsmühlenartig fast heruntergeleiert.

 

-Aber der Letzte, das war meistens der dienstälteste Ratschner, der betonte den

 Spruchschluß mit einem etwas sehr betonten hellen Ton:

 

                             „ Und ah Geld nemma ah!“

 

 

                        Dann kam die Belohnung

-Nun sagte meisten die Bäuerin, denn damals da gab es ja noch in fast jedem

 Anwesen eine Landwirtschaft, schön habzes gmacht, ja was wolz denn, wolz  Eier, oder Eier und ah Geld!?

 

-Mir hom meistens gsagt, wir nemma wos ma kroing!

 

-Da Dienstälteste hat die Geldkasse gehabt und ein etwas stärker gebauter  

 Ratschner, denn der musste  meisten den Eierbucklkorb tragen.

 

-Einer war meistens immer dabei, der musste halt dafür herhalten.

 

-Wir bedankten uns von Allen und auch für Alles, und wir gingen weiter zum  

 nächsten Haus.

 

 

              Dann kam die Sammlungs-Aufteilung

-Wenn die Sammelaktion beendet war, dann hatten wir uns bei einem  Teilnehmer, in deren Haus, versammelt, und dies war meisten an einen sehr  großen Tisch.

 

-Wir alle sind herum gesessen, wir die Kleinen haben aufmerksam zugeschaut,

 wie die Dienstältesten zuerst das Geld und dann die Eier gezählt haben.

 

-Zuletzt wurde die Zählsumme durch die Teilnehmer geteilt. Meisten durch acht,

 und die Teilsumme bei der Erträgnisse wurde an jedem übergeben.

 

-Dass Ratschnergeld und auch das Sternsingergeld, das war damals eigentlich  der harte und doch ein etwas schöner Lohn, für die Tätigkeit als alljährlicher  Messdiener.

 

-Mit dene Eier, da musste man schon aufpassen, denn es waren ja meisten noch

 die grünen Eier, so wie man so sagte, denn die waren ja noch nicht gekocht.

 

 

              Nach Auferstehungsfeier eingeschlafen

-Viele waren, meisten die Jüngeren, die waren dann schon recht müde, denn es

 half nichts, ja als richtiger Ministrant, musste man ja noch an der Aufer-  stehungsfeier in der Pfarrkirche teilnehmen.

 

-Nach dem Gottesdienst, dann schnell nach Hause, dies auch wieder zu Fuß,  ich  hatte etwas nasse Füße, meine Schuhe waren etwas durchlässig.

 

-Meine Mutter hatte schon die Waschschüssel mit heißem Wasser, zum  Füßewarmwaschen bereitgestellt.

 

-Ich saß am Stuhl und hielt meine Füße in die Waschschüssel, nach einer be-

 stimmten Weile, bin ich beim Füssewaschen eingeschlafen, und dies im Sitzen.

 

-Ich kann nur sagen, es war damals sehr anstrengend, aber hier bei einem

 Gruppenteam dabei zu sein, dass war meine schönste Jugendzeit.

 

 

                  Ratschnerspruch Neuenhammer 1)

-              Wir ratschn, wir ratschn den Englischen Gruß,

                  den jeder katholische Christ beten muss.

 

 

                  Ratschnerspruch Neukirchen 2)

-            Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruß,

       damit jeder katholische Christ weiss wann er beten muss.

                Fallet nieder, fallet nieder auf eure Knie,

                 betet 3 Vater Unser und ein Ave Marie.

 

 

                  Ratschnerspruch Waldkirch 3)

        Wir ratschen, wir ratschen, den Englischen Gruß,

              den jeder katholische Christbeten muss,

             drum faltet die Hände und kniet euch hin

          und betet ein Vater Unser und drei Ave Marie.

 

 

           Ratschnersammelspruch Neuenhammer 1)

-               I bitt um a ar, i bitt um Zwa, i bitt um drei

                          und a Geld nehmmer a.

 

 

       Ratschnersammelspruch Neukirchen 2)

-              Gelobt sei Jesus Christus, ich bitt um a Oa,

             ich um zwoa, ich um dra und a Geld nehma a.

 

 

             Ratschnersammelspruch Waldkirch 3)

-              Hier wird kein Sammelspruch aufgesagt!

 

 

    Noch eine Besonderheit, Brünstner-Sammelunterkunft

-Weil das Brünstner Ratschnergebiet so großflächig war, war es sinnvoll, dass  alle Ratschnerteilnehmer an einen bestimmten Mittelpunkt oder auch bei einem  gemeinsamen Ausgangspunkt beieinander waren, deshalb hatte man eine  zentrale Sammelunterkunft in Erwägung gezogen.

 

-So eine Sammelunterkunft war meisten bei einem Bauernhof, dessen Kind hier

 auch mitgegangen ist, auch hier bekamen wir zu Essen und zu Trinken und

 geschlafen haben wir auf dem Heuboden.

 

-Da könnt ihr Euch vorstellen, wie ängstlich diese Sammelunterkunftsbesitzer in

 den zwei Tagen waren, dass eigentlich nichts passieren sollte.

 

 

                 Ratschner-Schlußbemerkung

-Ich kann Euch nur sagen, dass Ratschnergehen war einerseits sehr  anstrengend,  aber positiv hatten wir auch alle Anwesen und Häuser und deren  Bewohner durch  diesen Ratschner-Brauch kennen und schätzen gelernt.

 

-Sehr positiv war eigentlich auch das gemeinschaftliche Miteinander, dass wir

 unseren christlichen Mitbürgern eine alljährliche Ratschner-Botschaft

 überbringen durften!

 

 Weitere Quellenangabe: 1) Alfred Bergler;  2) Kerstin Zetzl;  3) Sabine Münchmeier

   

 

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 A-II-60  Um Pfingsten, Flurprozession in unserer Pfarrei           Quellenangabe: Rupert Herrmann, 92697 Georgenberg, Faislbach 24, März 2015

 

-In der Regel findet die Flurprozession immer an verschiedenen Tagen statt, ent- 

 weder am Sonntag vor den 3 Bitttagen, oder auch am Sonntag danach, oder  auch erst am Pfingstmontag.

-Die allgemeinen 3 Bitttage, Montag bis Mittwoch, finden immer vor Christi  Himmelfahrt statt, Christi Himmelfahrt wiederum 40 Tage nach Ostern.

-Eine Bittprozession, auch Bittgang oder Flurprozession genannt, ist im  Christentum ein Flurumgang, mit dem Gottes Segen oder die Abwendung von  Gefahren und Notsituationen erbeten wird.

-Bei den 4 Altarstationen wird wie folgt erbetet: Erbittung um den Segen für die 

 Arbeit, Bitte um das tägliche Brot, Bitte um Sicherheit auf den Straßen und nicht  zu Letzt steht der allgemeine Frieden im Mittelpunkt! 1)

 

 Flurprozessionen und ihre Wege: 2)

                      Vor 1969:

-Abmarsch Pfarrkirche, vorbei am Friedhof hin zur Steinmarter "St. Felix" 

 (1. Station), weiter  zum Ortsteil Vorderwaldheim hinab, hier beim Schallerkreuz  (2. Station), dann weiter über die "Alte Heerstraße" nach Georgenberg zum  "Scheinkönigkreuz" (3. Station), dann weiter hoch  in  den damaligen Kirchsteig,  an der "Stoina Marta" vorbei zur Pfarrkirche, unter den fünf Linden unterhalb der  Pfarrkirche war dann die vierte und letzte Station. Zum Schluss zog man noch

 mit einen sehr spärlichen Rest an Gläubigen in die Pfarrkirche ein und erbetete  nochmals um den allgemeinen Wettersegen.

 

                     Nach 1969:

-Änderung und Festlegung des neuen Prozessionsweges durch den Pfarrge-

 meinderat, der soll der umgekehrte Weg der Fronleichnamsprozession sein.

-1. Station: Auffahrtsweg zur Schule nach Neudorf, bei Anwesen Woppmann,

-2. Station: beim Marterl beim Anwesen Reber in Neudorf,

-3. Station: am Kreuz beim Anwesen Gottschalk,

-4. Station: an der nordwestlichen Friedhofseckseite.

 

                  Nach etwa um 1985:

-Nochmalige Abänderung der Flurprozession.

-1. Station: Am neuerstellten Marterl hinter dem damaligen Pfarrstodl,

-2. Station: am neuerstellten Marterl am südwestlichen Troidlbergwaldeck,

-3. Station: bei der Troidlbergkapelle,

-4. Station. an der Wegegabelung hoch zur Schule nach Neudorf, bei den beiden      Anwesen Woppmann, Altarvorbereitung durch Hs.-Nr. 7.

 

    Aufschreibungen, Auszüge aus den Kirchenanzeigern, Sonstiges.

-Der Flurumgang ist der Art nach eine Bittprozession, deshalb sollen auch die 

 Altäre ganz einfach gehalten sein und sich wesentlich unterscheiden von den  Fronleichnamsaltären in ihrer Ausstattung.

-Den Traghimmel für die Prozession sollen die 4 Kirchenräte oder ihre Stellver- 

 treter tragen.

-Das Anliegen dieser Prozession sollte unser aller Anliegen sein, nicht nur für 

 die Landwirte.

-Wir sollten alle um das tägliche Brot beten, um die Erhaltung unserer Gesund- 

 heit, unseres Arbeitsplatzes, um Gottes Segen, um Wachstum auf unseren  Feldern, Wiesen, Wäldern und Gärten u. bangen bald täglich, dass Gewitter,  Blitz, Frost, Hagel u. Krieg in wenigen Augenblicken vernichten kann, was  menschliche Mühe ausgesät und vorbereitet hat.

-Bitte geht nicht schon früher von der Prozession weg!

 

-Ich selber kann mich noch gut erinnern, das in den 50-iger Jahren, sehr viele  Gläubige schon bereits nach der 2. Station, z.B. nach der Schallerkreuz- 

 Station, hier haben die Brünstner bereits, die Prozession verlassen, genauso 

 war es in Georgenberg, zu guter Letzt ist dann der Pfarrer mit uns Ministranten  und den Himmelträgern und mit noch einigen Neukirchnern Gläubigen zur Pfarr-

 kirche hoch, zurückgegangen worden, um dann zuletzt noch mit einer Minder- 

 heit den allgemeinen Wettersegen für eigentlich "Alle" zu erbeten!

-Man sieht, es ist fast immer das gleiche, waren es in früheren Zeiten auch nur  ein kleiner Haufen von christlichen Menschen, die an solchen Ritualen bis zum 

 guten Schluß teilgenommen haben, so sind es zur jetzigen Zeit aber auch nur  mehr wenige Christen, die an der Flurprozession eigentlich noch teilnehmen!

 

An welchen Tagen waren in den vergangenen fünfzig Jahren die               Flurprozessionen: 3)

 

-Sonntag vor den Bitttagen:    1974, 1976, 1978 - 1981, 1985, 1987 u. 1989  (9)                                                              

-Christi Himmelfahrt:               1975,                                                          (1) 

-Sonntag nach den Bitttagen:  1984, 1986, 1988, 1990, 1991, 1996 - 2002,

                                            2005 - 2007 und 2011                                 (16)

-Pfingstmontag:                     1965 - 1968, 1969 - 1971, 1977, 1982 - 1993,

                                            1993 - 1994, 2003 - 2004 und 2008 - 2010    (17)

-Ausgefallen:              1992, wegen Arbeiten am Kirchplatz und 1995.         (2)


 

Quellennachweis:  1)  wikipedia,  2) Theresia Schönberger, 3) Sammlung der Kirchenanzeiger


 

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A-III-45  Erntedank

 

                  Erntedank 

           Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 25.November 2015

 

               Warum wollen wir danken

-Das Erntedankfest ist im Christentum ein Fest nach der Ernte im Herbst, bei  dem die Gläubigen Gott für die Gaben der Ernte danken.

 

-Die Katholische Bischofskonferenz legte im Jahre 1972, den ersten Sonntag im

 Oktober als Festtag fest, dies ist aber kein verbindlicher Festtag.

 

-Bei uns bürgerte sich die Feier am ersten Sonntag nach Michaeli 

 (29. September) ein.

 

-Wenn der Michaeli-Tag auf einen Sonntag fällt, dann wird dieser Danktag auf den

 nächsten Sonntag verlegt.

 

-Bei der Feier, die meist in der Kirche stattfindet, werden Feldfrüchte, Getreide  und Obst dekorativ vor dem Altar aufgestellt.

 

-In manchen Orten ist dann in der Kirche eine Erntekrone, geflochten aus den

 verschiedenen Getreidesorten, aufgestellt.

 

-Mit dem Erntedankfest soll in Dankbarkeit an den Ertrag in der Landwirtschaft

 und in den häuslichen Gärten erinnert werden.

 

-Weil es in unserem Lande verschiedene Erntezeiten gibt, gibt es eigentlich  keinen einheitlichen Termin hierfür.

 

 

            Damalige Erntedank-Gottesdienste (1967)

-  7.00 Uhr,   Pfarrkirche, Beichtgelegenheit,

   7.30 Uhr,   Pfarrkirche, Frühmesse,

   8.00 Uhr,   Waldkirch, Gottesdienst,

   9.30 Hur,   Pfarrkirche, Festgottesdienst,

   9.30 Uhr,   Neuenhammer, Beichtgelegenheit,

 10.00 Uhr,   Neuenhammer, Heiliges Amt,

 14.00 Uhr,   Pfarrkirche, Feierliche Erntedankandacht,

                      und Austeilung des gesegneten Brotes,

 13.30 Uhr,  Waldkirch, Erntedankandacht,

 14.00 Uhr,  Neuenhammer, Erntedankandacht.

 

 

                    Weitere Besonderheiten

-1986   Der Kath. Frauenbund erstellt die erste Erntekrone,

-1993   Minibrotaktion, Durchführung von KLJB Neukirchen u. Waldkirch,

-1994   Erstellung eines ersten Erntedankaltares, KLJB Neukirchen,

             Erster Früh- und Dämmerschoppen, KLJB Waldkirch,

-1999   Gottesdienst wird vom Kindergarten gestaltet,

-2005    Pfarrgemeinderat verkauft die Minibrote, in Waldkirch die Jugend,

-2006   Kath. Frauenbund gestaltet eine neue Erntekrone,

-2007   Pfarrgemeinderat und Kath. Frauenbund verkauft Minibrote,

-2008    KLJB Neukirchen erstellt Erntedankaltar, Verkauf Minibrote,

-2009    BlaskapelleWaldkirch  gestaltet die Erntedankfeier in Waldkirch,

-2010    Kirchenzug mit Blasmusik in Waldkirch,

-2011   Ministranten verkaufen Minibrote,

-2013   KLJB verkauft die Minibrote,

-2014    Waldkirch feiert extra den Erntedank, einen Sonntag vor Michaelis.

 

 

                     Ein Samenkorn – ein Wunder

-Ein Samenkorn – ein Wunder!  Ins Erdreich fällts hinunter

 und fängt dort im Geheimen auch bald schon an zu keimen.

 Im Körnlein schlummern Kräfte, da wirken Lebenskräfte,

 hervor  sprießt eine Pflanze: Ein Kunstwerk ist das Ganze!

 

 

                               Zitate

-Nicht die Glücklichen sind dankbar.

 Es sind die Dankbaren, die glücklich sind. (Francis Bacon)

 

 

                    Danke für den Dank

-Du hast auf Dank gerechnet?  Mein Bester sei kein Thor!

 Die Münze ist verrufen und kommt nur selten vor.

 

-Du willst Vergeltung hoffen für das, was Du getan.

 An Andern und für Andre?  Mein Freund, das ist ein Wahn.

 

-Du hast belehrt, gefördert, Talente angeregt,

 das Beste, was Du wusstest, freimütig dargestellt;

 

-Du hast mit schweren Opfern, wo Dus vermocht, genützt,

 und selbst entbehrend, Manche vor Mangel gern geschützt!

 

-Du hast nachsichtlich, milde, vergessen und verziehn,

und harrest nun der Zinsen für das, was Du geliehn?

 

-Sei froh, wenn nicht im Treiben der heitren Bühnenwelt,

 zum Lohne Dir ein Buckel voll tüchtige Schläge fällt.   (Karl von Holtei)

 

 

            Alle gute Gabe

-Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,

 doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand;

 der tut mit leisen Wehen sich mild und heimlich auf

 und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

 

-Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein,

 er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein

 und bringt ihn dann behände in unser Feld und Brot;

 es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.

 

-Was nah ist und was Ferne, von Gott kommt alles her,

 der Strohhalm und die Sterne, der Sperling und das Meer,

 von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm;

 das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.

 

-Er lässt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf;

 Er lässt die Winde wehen und tut den Himmel auf.

 Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot;

 Er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.   


 

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A-III-50  Allerheiligen

               Allerheiligen

      Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am  08. November 2015


 

                               Sinn vom Sein

-Allerheiligen ist ein christliches Fest, zu dem aller Heiligen gedacht wird, hier  etwas mehr als bildlich gesprochen, die definitiv bereits im Himmel sind, und an  Allerseelen derjenigen, die sogenannt noch auf dem Weg dorthin sind.


 

-Allerheiligen findet immer am 01. November statt, ist ein gesetzlicher Feiertag  und kann auf jeden Wochentag fallen, übrigens ist bei uns in Bayern an diesem 

 Tag ein generelles Tanzverbot. 

 

-Allerheiligen ist kein Feiertag der evangelischen Kirche, die auch keine Heiligen-

 verehrung kennen, sie gedenken ihrer Toten am jährlichen Totensonntag.

 

 

 

                  Allerheiligen, einer der drei Tage,

                           der gefüllten Kirchen

-Für die etwas allgemein zurückhaltenden Kirchenbesucher war und ist es eine

 Ehrensache, an den Gottesdiensten an Ostern, Weihnachten, und wie in diesem

 Falle an Allerheiligen, gesehen zu werden.

 

-In den sechziger Jahren, da kann ich mich noch gut erinnern, da war am Tag zu

 Allerheiligen die Pfarrkirche druckend voll, bzw. die Einheimischen, vorzugsweise

 meisten die Männer, haben sich  größtenteils vor der Kirche, am Kirchplatz oder  in der Heroldgaststätte aufgehalten oder aufgewärmt, sollte es der Witterung ent-

 sprechend schon etwas  kälter gewesen sein, denn man sagte sich, an so einen

 Tag wie Allerheiligen, da  solle man die ehemaligen Einheimischen, die von aus-

 wärts kommen, in die Kirche rein lassen.

 

 

 

      Dann etwa um 1990,  zur Totenandacht, 

           Kirche immer leerer, aber Friedhof voller

-Weil eigentlich an Allerheiligen die Pfarrkirche für den sehr großen Andrang  zu  klein war, und immer mehr keinen Platz in der Kirche fanden, gingen sie gleich  zum Friedhof runter, gingen bereits schon zu den anderen Verwandtschafts-  gräbern und haben sich z.B. schon mit den auswärtigen ehemaligen Schul-  kameraden unterhalten und gewartet bis der Allerheiligen-Friedhofszug  an  kommt.

 

-Zur Zeit, jetzt im Jahre 2015, ist es ja schon so weit, dass es sich bereits so  eingebürgert hat, dass der Großteil gleich auf dem Friedhof geht, aber die 

 Pfarrkirche während der Totenandacht bereits nur mehr so etwa halb oder  dreiviertel voll ist.

 

-Auch diese Neuerscheinung der jetzigen Zeit hat eine gute Seite, denn das  reden und der Austausch mit den Mitmenschen von Auswärts, kommt in diesem  Falle nicht zu kurz.

 

 

              Gottesdienstordnung an Allerheiligen , 

                              im Jahre 1965

-   7.00 Uhr,  Pfarrkirche, Beichtgelegenheit,

    7.30 Uhr, Pfarrkirche, Pfarrmesse,

    8.45 Uhr, Waldkirch, Hl. Messe,

    9.45 Uhr, Pfarrkirche, Hl. Amt, zu Ehren Allerheiligen,

  10.00 Uhr, Neuenhammer, Hl. Messe,

  14.00 Uhr, Andacht mit Predigt, anschl. Friedhofsgang mit Ablassgebet,

                      (Ablass, anlässlich zu Allerseelen), anschl. Beichtgelegenheit.

 

 

                    Ablauf der weiteren Jahre

  1966  neu zusätzlich, Pfarrkirche, Gebet für die Verstorbenen des Jahres,

                                        Sammlung für den Friedhof,

 

-   1970  Ausnahme,13.00 Uhr, Waldkirch, Schlussfeier der Mission mit Predigt,

                              14.00 Uhr, Pfarrkirche, Schlussfeier der Mission mit Predigt

                                  u. Erteilung des päpstlichen Segens (Te deum),                                                 anschl. Friedhofsgang und Gebet für die Verstorbenen,

 

-   1975  Ausnahme, Sammlung für das neue Friedhofskreuz,

 

-   1977  Neu, Pfarrkirche, Totenfeier mit Gedenken der Verstorbenen, anschl.  

                                           Friedhofsgang, Gräbersegnung,

 

-   1981  Erstmals, Einsetzung eines Omnibusses zur Pfarrmesse,

 

  1989  Zusätzlich, Einweihung des Leichenhauses und Sammlung dafür,

 

-   1991  Ausnahme, keine Totenfeier, Aufstellung vor dem Pfarrheim,

 

-   1993  Neu, jetzt heißt es Totengedenken,

 

-   1993  Blaskapelle Waldkirch umrahmt musikalisch die Gräbersegnung,

 

-   2000  2 Jahre, MGV Georgenberg umrahmt das Totengedenken,

 

-   2002-2003 Totengedenken im Pfarrheim,

 

-   ab 2003, Pfarrkirche, vormittags nur mehr ein Gottesdienst.

 

 

 

                    Grober Ablauf im Jahre 2015

-  14 Uhr Totengedenken,

                Andacht, Begrüßung, all diejenigen, ganz besonders alle Verwandten,                 die von weither angereist sind, der Priester denkt auch an all jene, die                 wegen einer Erkrankung oder altersbedingt nicht teilnehmen können,

                Lesung, Verlesung aller Verstorbenen des vergangenen Jahres (bis                     Allerheiligen), während der Verlesung der Verstorbenen, entzünden                     abwechselnd ein jeder Ministrant oder Ministrantin, ausgehend von der

                Osterkerze, vor dem Altar die aufgestellten Kerzen für eines jeden                       Verstorbenen, während dieser Verlesung erklingt ganz leise, gespielt                   auf der Orgel, „Näher mein Gott zu Dir“, anschließend wird ein                             Gesetzchen vom  Rosenkranz gebetet.

 

                Sinngemäß in etwa spricht der Pfarrer dann, Mensch gedenk: Du                       musst sterben! Du weißt nicht wann? Du weißt nicht wo und Du weißt                 nicht wie?,  

                Mensch gedenk!  Du stirbst nur  einmal! Und an diesem einzigen                         sterben hanget dein ewiges Heil, oder dein ewiges Verderben, nun                       läutet die  Sterbeglocke und alle knien sich nieder,

                der Segen bildet den Abschluss des Totengedenkens.

 

-Nach dem Totengedenken:

                Aufstellung zum Friedhofsgang, voran das Sterbekreuz, die                                 Ministranten und die Ministrantinnen und der Pfarrer, gefolgt vom                         Vorbeter, während des Friedhofsganges wird ein Gesetzchen vom                       Rosenkranz gebetet, seit 1993 umrahmt musikalisch die Blaskapelle                   Waldkirch den Aufenthalt auf dem Friedhof, der Pfarrer segnet im                         ersten Durchgang die Gräber, jede Grabreihe extra, mit Weihwasser                   und dann beim zweiten Male mit Weihrauch, während dieser Zeit wird                 vom Vorbeter die Allerheiligen-Litanei vorgebetet, zum Abschluss                         folgt der priesterliche Segen, beim Verlassen des Friedhofes hat ein                   jeder die Möglichkeit eine Kleinigkeit für den Friedhof zu opfern oder                     zu spenden.

 

 

               Aber jetzt geht es dann hin und her

-An jedem Grab stehen die zugehörigen Familienmitglieder, soweit sie anwesend

 sein können.

 

-Nach dem gemeinsamen Totengedenken am Friedhof wird gewandert, denn jeder

 hat ja selber auch wieder Angehörige, Opa, Oma, Schwiegereltern, oder frisch-  verstorbenen Dorfbewohner  usw., all denen man auch ein Gedenken mit einer  Weihwassergabe am Grab schenken möchte.

 

-Man unterhält sich dann auch innerhalb der Verwandtschaft oder man trifft ehe-

 malige Schulkameraden, Freunde, auch Nachbarn, man tauscht einfach seine

 Neuigkeiten aus.

 

-Viele Ehemalige und auch einige Verwandtschaften treffen sich in einen nahe-

 liegenden Wirtshaus zu einem Plausch, einige zu einer Kartenrunde, wieder    andere machen anlässlich zu Abend eine kleine Brotzeit.

 

 

           Grabherrichten anlässlich zu Allerheiligen

-Etwa 1 bis 2 Wochen vorher werden die Gräber anlässlich zu Allerheiligen, wie  so alle Jahre des Öfteren, frisch hergerichtet.

 

-Ein Jeder lässt sich einfach nicht lumpen und ein Jeder möchte wiederum das

 schönste Allerheiligengrab vorweisen können.

 

-Man muss sich einfach nur wundern, welche Gabe manche besitzen, ob mit  einer ausgefallenen eigener handwerklichen Blumenschmuckidee oder mit einer  sonstigen finanziellen angekauften Darstellung.

 

-Man kann sagen wir haben in Neukirchen zu St. Chr.,  im Allgemeinen, übers  ganze Jahre gesehen, einen sehr schönen Blumenschmuck auf den Gräbern,  aber zu Allerheiligen, da muss man sagen, übertrifft die Schönheit einfach all  ihre Grenzen.

 

 

                    Grabherrichten um 1960

-Zum Grab herrichten durfte ich damals mit meiner Mutter zu Fuß zum Neu-  kirchner Friedhof hochgehen.

 

-Mitgenommen haben wir im Bucklkorb, ah kleins Handhauerl,  einige Heidekraut-

 stöckl und dann noch etwas gesiebte schwarze Komposterde.

 

-Zu Fuß über den Neukirchner Berg hoch, wie wir oben angekommen, schon fast

 etwas müde, hatten wir die bisherige Bepflanzung entfernt, neue Komposterde

 eingearbeitet und die sechs Heidekrautstöcklein eingepflanzt.

 

-In der Mitte haben wir einen Platz für einen Allerseelenstock freigehalten, den wir

 aber erst im Anschluss nach dieser Pflanzaktion bei meiner Tante, also bei der  

 Schwester meiner Mutter, der Gottschalk-Kathl, bestellen mussten, den wir aber

 auch gleich bezahlten.

 

-Es gab Allerseelenstöcke zum Vorbestellen in weißer und in gelber Farbe, mit 3

 oder auch 5 Blütenknollen.

 

-Soweit ich mich noch in etwa erinnern kann, kosteten diese in etwa 3 bis 5  Mark.

 

-Diese vorbestellten Allerheiligenstöcke hatte der Gottschalk-Willi von einer  Gärtnerei besorgt, diesen unseren Allerheiligen-Grabschmuck konnten wir nach  der Frühmesse abholen und in den freien Platz einreihen.

 

-Nach der Frühmesse hat man gleich noch in einer ausgedienten Medizinflasche

 ein Weihwasser mitgenommen, diese wurde an der Grabvorderseite abgestellt,

 denn damals wurde in bestimmten ausgefallenen Fällen, in ganz einfacher Art,  mit bespritzen aus der Flasche, das Weihwasser hergegeben.

 

-Damals haben nur vereinzelt bei manchen Gräbern Grablichter gebrannt, zur

 heutigen Zeit ist es so, das eigentlich an jedem Grab eines brennt.

 

 

                Brauchtum: Allerheiligen-Spitzl 

                    vertragen oder verfahren

-Zu Allerheiligen verträgt oder verfährt der Tauf- oder die Taufpatin ein  Allerheiligen-Spitzl für sein Patenkind.

 

-Die Patenkinder lauern schon bis der Pate oder die Patin kommt.

 

-Wenn mehrere Kinder da sind, dann hat es damals geheißen, mein Pate war  schon da, wo bleibt denn der deine!

 

-Damals und auch heute noch ist es der Brauch, es wird ein Hefezopf, etwa 60  bis 80 Zentimeter lang überreicht, damals war unter dem Spitzl z.B. ein  Fünfmark-Schein untergeschoben, zur heutigen Zeit, da solle der Schein schon  etwas größer sein.

 

-Nach der Übergabe wird sich dann in der Familie noch zusammen gesetzt und  dann gleich das Spitzl mit Kaffee oder auch Tee zum Teil gleich verspeist.

 

-Das Spitzel wird aus Hefeteig in geflochtener Form, mit oder ohne Weinbierla  enthaltend, die Oberseite mit oder ohne Glasur oder mit Puderzucker versehen,  als Zopf hergestellt.

 

 

                   Bauernregeln zu Allerheiligen

-Allerheiligenreif macht zu Weihnachten alles steif.

 

-Bricht vor Allerheiligen der Winter ein, so herrscht  Martini Sonnenschein.

 

-Ist es zu Allerheilgen rein, tritt noch Altweibersommer ein.

 

-Wenn’s an Allerheiligen schneit, halte deinen Pelz bereit.




                 Nachtrag: Rupert Herrmann, 09. November 2016

 

    Alteingebürgertes ändert sich halt einfach mit der Zeit

-Wie ich eingangs schon beschrieben habe, hat sich die Teilnahme am Toten-

 gedenken in der Pfarrkirche, um etwa 1990, von Jahr zu Jahr, erheblich

 minimiert.

 

-Seit dieser Zeit hat sich von der einheimischen Bevölkerung und auch von

 den auswärtigen Verwandtschaftsbesuchern eine schleichende Teilnahme-

 änderung eingestellt, diese sich, etwa eine halbe Stunde nach Beginn des

 Totengedenkens in der Pfarrkirche, im Friedhof einfinden und warten bis das

 kleine Häufchen Gläubigen, die halt noch das Totengedenken mitfeiern, allen

 voran die Blaskapelle Waldkirch, dem Priester mit seinen Ministranten und

 mit seinem Hauptvorbeter zum Friedhof runterkommen.

 

-Nach meiner Schätzung sammeln sich ein Anteil von etwa 4/5 der Besucher

 sogleich auf dem Friedhof.

 

-Ich vermute, in anderen Pfarreien wird es bestimmt auch so sein.

 

 

          Erstmals 2016, Pfarrei Waidhaus,

                 Totenfeier gleich auf dem Friedhof

-An Allerheiligen findet die Totenfeier mit dem Gedenken der Verstorbenen

 heuer erstmals gleich auf dem Friedhof statt.

 

 

                   Könnte dies Nachahmer finden

-Schauen wir mal, was für eine Zukunftslösung der Pfarrgemeinderat, in

 irgendeiner  Art und Weise, demnächst findet. 


 

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A-III-55  Allerseelen

               Allerseelen

   Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am  09. November 2015

 

                   Warum

-Die Römisch-katholische Kirche begeht seit jeher schon, am 01. November  jeden Jahres, nämlich an Allerseelen, das Gedächtnis ihrer Verstorbenen.

 

-Durch Gebet, Fürbitte, Almosen und Friedhofsgänge gedenken die Menschen  aller Armen Seelen im Fegefeuer und wenden ihnen Ablässe zu.

 

-Hier hat der Allerseelenablass daher eine besondere Bedeutung.

 

-Dieser Gedächtnistag ist somit kein gesetzlicher Feiertag.

 

-Bekannter ist das von den Katholiken verwendete Seelenlicht, welches  traditionell an Allerseelen die Gräber schmückt und den ganzen Tag über  brennen soll – als Symbol für das ewige Licht, das den Verstorbenen leuchten  soll.

 

-Bildlich betrachtet, wird an Allerheiligen all jenen gedacht, die definitiv bereits im

 Himmel sind, und an Allerseelen derjenigen, die sogenannt auf dem Weg dorthin

 sind.

 

 

                  Gottesdienstordnung anno 1965

 

-1965        7.00 Uhr Schwesternkapelle, Hl. Messe,

                7.00 Uhr  Pfarrkirche, Beichtgelegenheit,

                7.30 Uhr, Pfarrkirche, Hl.Messe,

                8.00 Uhr, Pfarrkirche, Hl.Messe,

                9.30 Uhr, Pfarrkirche, Hl. Amt, anschl. Friedhofsgang, Gebet für

                                                die Verstorbenen, Gräbersegnung,

               10.00 Uhr, Neuenhammer, Hl. Messe,

        19.00 Uhr, Pfarrkirche, Abendmesse.

 

 

              Weitere Varianten

-1966                      19.00 Uhr, auch eine Abendmesse in Brünst,

-1991 und 1992        kein Friedhofsgang,

-1993 und 2004        18.30  Uhr, Allerseelenrosenkranz,

                              19.00Uhr,  Gedenkgottesdienst für alle Verstorbenen

                                              der Pfarrei, kein Friedhofsgang,

-1995                      Nun wieder Friedhofsgang und Gräbersegnung,

-ab 2002                  Nun Kollekte für Priesterausbildung, in Ost- u. Mitteleuropa,

-ab 2013                  Kein Friedhofsgang mehr!

 

                           Allerseelen-Ablass

-Der Allerseelenablass kann gewonnen werden vom 1. November mittags, bis 2.

 November Mitternacht.

 

-Bedingung:

                    -Empfang der hl. Sakramente, Kirchenbesuch, (in allen Kirchen)                          und Gebet nach Meinung des Hl. Vaters: 6 Vaterunser,

                     6 Gegrüßet seist Du Maria und 6 Ehre sei dem Vater.

 

-Der Ablass kann nur den Verstorbenen zugewendet werden, sowie auch der

 Portiunkula- Ablass, kann er nur einmal gewonnen werden und dies als einen

 vollkommenen  Ablass.

 

-Zur heutigen Zeit wird auf die Gewinnung eines Allerseelen-Ablasses fast wie  kein Wert mehr darauf gelegt.

 

 

                     Heutiger schwacher Kirchenbesuch

-Zur damaligen Zeit, da war einfach die Zeit noch anders, in unserer Pfarrei, war  damals der landwirtschaftliche und der kommunale Arbeitgeberanteil noch sehr  hoch, somit konnten damals saison- und auch arbeitsbedingt die Gläubigen an  den Gottesdiensten eher teilnehmen.

 

-Zur heutigen Zeit,  ja es gibt ja die große Anzahl der Kleinbauen nicht mehr und

 sehr viele Arbeitnehmer müssen in den entfernten Ballungsorten ihre Arbeit ver-

 richten.

 

-Ich muss aber auch sagen, das allgemeine Interesse am Kirchenbesuch hat

 einfach in unserer sehr schnelllebigen Zeit erheblich abgenommen.

 

 

                                        Bauernregel

-Um Allerseelen kalt und klar, macht auf die Weihnacht alles starr.

 

-Der Allerseelentag drei Tropfen regnen mag.

 

 

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A-III-60 Sankt Martin

               Sankt Martin

      Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am  04. November 2015

 

                   Gedenktag

-Jedes Jahr am 11. November gedenken wir, die katholischen Christen, einem

 bestimmten Heiligen, und dieser heißt: Sankt  Martin.

 

-In vielen Gegenden ziehen Kinder mit Laternen durch die Straßen und singen

 Martinslieder.

 

-Manchmal wird auch ein Theaterstück aufgeführt, mit der Szene aus Martins  Leben.

 

-Es ist die Geschichte, als er in einer kalten Nacht einem Bettler begegnete

 und ihm aus Mitleid ein Stück von seinem Mantel abschneidet und Ihm  überreicht.

 

-Der Namenstag fällt auf den Tag der Grablegung von Martin.

 

 

                                   Schutzpatron

-Sankt Martin ist der Schutzpatron für die Winzer, Fassmacher, Huf- und Waffen-

 schmiede, Weber, Schneider, Bürstenbinder, Gerber, Hirten, Hutmacher und der

 Müller.

 

 

                     Sankt  Martins Gesangsvortrag

-Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,

                     sein Ross, das trug ihn fort geschwind.

 Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt ihn warm und gut.

 

-Im Schnee saß, im Schnee saß, im Schnee, da saß ein armer Mann,

                       hat Kleider nicht, hat Lumpen an:

 „Oh helft mir doch in meiner Not, sonst ist der bittre Frost mein Tod!“

 

-Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin zieht die Zügel an,

                  sein Ross steht still beim braven Mann.

 Sankt Martin mit dem Schwerte teilt den warmen Mantel unverweilt.

 

-Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin gibt den halben still,

                   der Bettler rasch ihm danken will.

 Sankt Martin aber ritt in Eil hinweg mit seinem Mantelteil.

 

-Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin legt sich müd zur Ruh,

                    da tritt im Traum der Herr hinzu.

 Er trägt des Mantels Stück als Kleid, sein Antlitz strahlet Lieblichkeit.

 

-Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin sieht ihn staunend an,

                       der Herr zeigt ihm die Wege an.

 Er fährt in seine Kirch ihn ein und Martin will sein Jünger sein.

 

-Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin wurde Priester gar

                    Und dient fromm an dem Altar.

 Das ziert ihn wohl bis an das Grab, zuletzt trug er den Bischofstab.

 

-Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin, o du Gottesmann,

                      nun höre unser Flehen an.

 O bitt für uns in dieser Zeit und führe uns zur Seligkeit.

 

 

                           Laternenlied

-Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne und unten, leuchten wir,

Ein Lichtermeer zu Martins Ehr!   rabimmel- rabammel- rabum

 

-Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne und unten, leuchten wir,

Laternenlicht, verlösch mir nicht!  rabimmel- rabammel- rabum

 

-Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne und unten, leuchten wir,

Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. rabimmel- rabammel- rabum

 

                oder

 

-Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne,

 brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht,

      aber nur meine liebe Laterne nicht.

 

-Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne,

 sperrt ihn ein, den Wind, sperrt ihn ein, den Wind,

      er soll warten, bis wir zu Hause sind.

 

-Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne,

 bleibe hell, mein Licht, bleibe hell, mein Licht,

     sonst strahlt meine liebe Laterne nicht.

 

  

                         Sankt Martinsfeier, 

               erstmals bei uns im Jahre 1976

-Der Brauch der Martinsfeier, grundsätzlich veranstaltet vom Kindergarten und der

 Pfarrgemeinde, auch die Martinsspiele oder auch die Martinslaternenumzüge

 wurden in unserer Pfarrei in Neukirchen zu St.Christoph erst in den Jahren ab  1976 ein- und auch durchgeführt.

 

-In der Anfangszeit, wo es noch örtliche Bäckereien gab, haben diese  ausreichend  Martinshörnchen gespendet, diese wurden dann immer  grundsätzlich an die Kindergartenkinder und  auch an die übrigen Kinder,

 so wie sie an der Martinsfeier teilgenommen haben, verteilt.


 

              Wo sind die Laternen überhaupt her?

-Ja, diese Laternen werden von den Kindern des Kindergartens in einer sehr  

 einfachen Art und Weise, in Gemeinschaftsarbeit mit den Kindergärtnerinnen,

 selbst angefertigt.

 

-Auch die Eltern der Kindergartenkinder lassen sich hier sehr schöne Laternen  zum Selbstfertigen einfallen.

 

-Die Lichterlaternen bestehen aus einem Holzstab, etwa 80 cm lang, hier ist ein

 Bandl  befestigt, an diesem ist ein Behältnis, meistens aus Pappe gefertigt, in  den Seitenwänden sind  z.B. Sterne ausgeschnitten und mit durchsichtigen 

 Buntpapier hinterlegt.

 

-In den vorgenannten vierkantigen oder auch runden, etwas durchsichtigen,   

 Behältnissen, ist in der Mitte ein Teelicht befestigt, das beim Laternenumzug,

 unter Aufsicht der Eltern, angezündet wird.

 

-In den Abendstunden, und dies bei der Nachtdämmerung, schaut dies sehr  schön aus.

 

-Neuerdings, werden zum Teil die Teelichter durch batteriebetriebene LED-  Kerzen-Leuchten ersetzt.

 

 

       Wer geht beim Lichter-Laternen-Umzug alles mit?

-Verantwortlich für diesen Umzug ist natürlich die Leitung der Kindertagesstätte  mit all ihren Erzieherinnen.

 

-Es geht auch mit, unser Herr Pfarrer, wenn’s pressiert auch der Bürgermeister  mit einigen Gemeinderäten, die Ehrwürdigen Schwestern und auch ältere Leute,  denen die Vorführung der Kinder und der Lichterumzug, und dies alle Jahre, sehr  gut gefällt.

 

-Die wichtigsten Mitgeher sind natürlich alle Kindergartenkinder, ihre Eltern und  auch deren Großeltern.

 

-Denn die Großeltern haben hier einen sehr großen Stolz, wenn sie ihre  Enkelkinder bei deren Vorführungen und Gesangseinlagen  zuschauen und  zuhören können.

 

-Nach der Sankt-Martins-Feier wird sich dann noch gemeinschaftlich zusammen

 gestellt, der Kindergartenbeirat veräußert dann noch Kinderpunsch unter  anderem auch Lebkuchen.

 

-Ganz besonders die Kinder haben hier die größte Freude, bei der etwas nächt-

 lichen  Abendzeit, hier herum zu toben und mit den anderen Kindern die Martins-

 freude auszutauschen.

  

 

    Wo und wann fanden diese Feiern immer statt?

-So.14.11.1976  16.30 Uhr, Pfarrkirche, Martinsfeier, Martinsspiel,

-       1977 bis 1978            ,  keine Veranstaltung,

-So.11.11.1979  16.30 Uhr, Pfarrkirche, Martinsgottesdienst,

-Di.  11.11.1980  18.00 Uhr, Pfarrkirche, L-Zug zur Pfarrkirche, Martinsfeier,

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-Mi.  11.11.1981  18.00 Uhr, wie vor,

-Mi.  10.11.1982  17.30 Uhr, wie vor,

-Fr.  11.11.1983  17.45 Uhr, wie vor,

-Fr.  09.11.1984  17.30 Uhr, wie vor,

-So.10.11.1985  17.30 Uhr, wie vor, mit der 1. Klasse der Grundschule,

-       1986                           ,  keine Veranstaltung,

-Di.  10.11.1987  17.30 Uhr, Rathausplatz in Georgenberg, Martinsfeier,

-Do.10.11.1988  17.30 Uhr, wie vor, Abmarsch Gasthaus Schaller,

-Fr.  10.11.1989  17.00 Uhr, Pfarrkirche, Martinsfeier,

-Fr.  09.11.1990  17.00 Uhr, Rathausplatz in Georgenberg, Martinsfeier,

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-So.10.11.1991  17.00 Uhr, Pfarrkirche, L-Zug Kindergarten zur Pfarrkirche,

-       1992                           ,  keine Veranstaltung,

-Mi.  10.11.1993  17.00 Uhr, Kirchplatz, Martinsfeier,

-Do.10.11.1994  17.00 Uhr, Pfarrkirche, Martinsfeier, Lichterzug zum                                                            Kindergarten,

-Fr.  10.11.1995  17.00 Uhr, Kirchplatz, Martinsfeier, L-Zug zum Kirchplatz,

-So.10.11.1996  17.00 Uhr, Pfarrkirche, Lichterzug zur Kirche, Martinsspiel,

-Mo.10.11.1997  17.00 Uhr, Pfarrheim, Martinsfeier,

-Di. 10.11.1998  17.00 Uhr, Pfarrkirche, Martinsfeier,

-Mi. 10.11.1999  17.00 Uhr, wie vor,

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-Sa.11.11.2000  17.00 Uhr,  wie vor,

-Sa. 10.11.2001  19.00 Uhr, Pfarrkirche, Vorabendmesse, Martinsfeier,

-Mo.11.11.2002  17.00 Uhr, Kirchplatz, Martinsfeier, L-Zug zum Kindergarten,

-Di.  11.11.2003  17.00 Uhr, Pfarrheim, Hl. Messe, Martinsfeier, L-Zug zum KG,

-Do.11.11.2004  16.00 Uhr,  Vorplatz Kindergarten, Martinsspiel, Zug zur Pfarr-

                                         kirche, Martins-Andacht,  L-Zug zum Kindergarten,

-Fr. 11.11.2005  16.00 Uhr, KG L-Zug zur Pfarrkirche, Martins-Andacht,

                                             Lichterzug zurück zum Kindergarten,

-Sa.11.11.2006  16.30 Uhr, Pfarrkirche, Martinsandacht, L-Zug zum Kinderg.,

-So.11.11.2007  16.00 Uhr, wie vor,

-Di. 11.11.2008  16.00 Uhr, Martinszug zur Pfarrkirche, Martinsandacht, im

                                        Pfarrheim Verkauf von Kinderpunsch 

                                        u.Lebkuchen,

-Mi. 11.11.2009  16.30 Uhr, Pfarrkirche, Martinsandacht, Lichterzug zum Vor-

                                     Platz der Grundschule, Verkauf v. Lebkuchen usw.,

-Do.11.11.2010  16.30 Uhr, wie vor,

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-Fr.  11.11.2011 16.30 Uhr, wie vor einschl. Kollekte „Engel für Afrika“,

-So.11.11.2012  17.00 Uhr, wie vor,

-Mo.11.11.2013  17.30 Uhr, wie vor,

-Di.  11.11.2014 17.00 Uhr,  wie vor.

 

                

                                 Brauchtum

-Martinsspiel, im besonderen Falle mit einem Pferd,

-Lichter-Laternenumzug,

-Kinder werden mit Martinshörnchen beschenkt.

 

 

                Bauernregeln

-An Martini Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein.

-Wenn an Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind.

-Wenns Laub nicht vor Martini fällt, kommt eine große Winterskält,

-Schneit es um Martini ein, so werden weiße Weihnachten sein.

-Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.

 

 

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 A-III-65  Christkönigsfest / Totensonntag

 Christkönigsfest - Totensonntag 

          Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 16.November 2015

 

   Gedenktag der katholischen Kirche/ Christkönigsfest

-Das Christkönigsfest, „Hochfest unseres Herrn Jesus Christus“, wird von der

 katholischen Kirche am Christkönigssonntag begangen, dies ist ein Hochfest im  am letzten Sonntag im Kirchenjahr.

 

-Das Christkönigsfest wurde im Jahre 1925 von Papst Pius dem XI. eingeführt.

 

 

   Gedenktag der evangelischen Kirche / Totensonntag

-Die evangelischen Christen begehen an denselben Sonntag den Ewigkeits-  sonntag, also den sogenannten Totensonntag.

 

-Der Totensonntag ist ein Gedenktag der Entschlafenen, man gedenkt ganz  einfach aller Toten und schmückt ihre Gräber.

 

-Der Totensonntag ist vor allem ein Gedenktag der evangelischen Kirche und ist

 somit immer der letzte Sonntag vor dem 1. Advent.

 

 

         Unser noch vorhandener Sprachgebrauch

-Viele ältere Leute, ob katholisch oder evangelisch eingestellt, verwenden den

 Sprachgebrauch „Totensonntag“ auch heute noch.

 

 

    Männergesangverein gedenkt ihren Verstorbenen

-Seit der Wiedererwachung unseres Männergesangvereines in Georgenberg,

 gedenken sie alljährlich seit 1993 bis 2007, bei der Samstagsvorabendmesse

 in der Pfarrkirche, anlässlich dem Christkönigsfest, und seit 2008, beim  Hauptgottesdienst, ihrer verstorbenen Vereinsmitglieder.              


 

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B-15  Walpurgisnacht, Maibaumaufstellen, Walpern 

 

                   Zusammenstellung: Rupert Herrmann, anno 21.02.2016

 

-Der Name Walpurgisnacht leitet sich von der Heiligen Walburga ab.

 

-Im Mittelalter wurde dieser Gedenktag am 1. Mai gefeiert, jetzt jedoch am

 25. Februar, an ihrem Todestag.

 

-Zu Walpurgisnacht, besser gesagt, am Vorabend des ersten Maifeiertages,

 da wird bei uns auch ein Maibaum aufgestellt.

 

       Maibaumaufstellen am Vortag des ersten Maies

-Der Maibaum ist bei uns eine Fichte, der aus unserem Wald geholt wird, 

 dieser wird dann gemeinsam aufgestellt und dieser soll dann das Frucht-        barkeitssymbol zum Ausdruck bringen.

 

-Der Baum symbolisiert so die Fruchtbarkeit der Natur, die auf so eine Art

 und Weise zu den Menschen gebracht wird.

 

                           Das Walpern Lust

-Noch während der Feierstunden oder auch gleich nach der Baumaufstell-

 aktion, also bereits schon in die Mainacht hinein, da walpern dann unsere

 Jugendlichen, die dann so einige Kleinigkeiten anstellen, was eigentlich

 rund um ein Haus oder um ein Hofanwesen nicht aufgeräumt erscheint,

 oder besser gesagt einfach nicht so recht angebunden ist.

 

-Nach meiner Einschätzung hat sich das sogenannte „Walpern“, durch die fort-

 laufende Mund zu Mund Übertragung über sehr viele Generationen

 fortgetragen.

 

-Man möchte es einfach nicht für möglich halten, das zu früheren Zeiten, wo

 eigentlich nichts aufgeschrieben wurde, dass sich solche Bräuche bis zur

 heutigen Zeit noch erhalten haben.

 

            Maibaumaufstellen, bei uns, erst nach dem Krieg

-Das Maibaumaufstellen, soweit ich mich erinnern kann, dürfte bei uns erst  wieder nach dem 2. Weltkrieg, also nach 1950, vorzüglich von den ortsange-

 sessenen bodenständigen Vereinen durchgeführt worden sein.

 

                        Walpern zur damaligen Zeit

-Wie ich schon sagte, das Walpern hat durch die mündliche Überlieferung  fortgelebt, und so konnte auch ich von meinen Eltern oder von meinen 

 größeren Brüdern erfahren, wie damals gewalpert wurde.

 

-Einiges hiervon ist mir noch in Erinnerung, wie damals die Albernzeffe, also

 die Schwester meines Vater, zu uns zum  „Hutschen“ gekommen ist, bei

 solchen  Abendstunden wurde dann so einiges zum Besten gegeben.

 

-Gewalpert wurde auch damals schon bei denjenigen Hofbesitzern, die auch

 damals schon eine gewisse Unordnung um seinen Bauernhof hatten, die alles

 so draußen abgestellt und eigentlich nichts aufgeräumt hatten.

 

        Holzwagerl auf dem Hausdach, mit Mist beladen

-Ein besonderes Walperererlebnis wurde bei der vorgenannten Hutzastumm-

 erzählung wie folgt zum Besten gegeben.

 

-Hier wurde ein kleines oder mittleres Holzwagerl, das bei so einem Bauern so 

 herumgestanden ist, in die Einzelteile zerlegt, und die jungen Burschen haben

 diese Teile Hand in Hand, mittels einer Leiter, die auch irgendwo so angeleint  war, auf die Hausdachspitze befördert, und diese Einzelteile dann droben

 wieder zusammengebaut.

 

-Aber dies war noch nicht alles, nun wurde mit vereinten Kräften dann der  Kuhdung, also Mist, hinauf übers Dach befördert und auf dieses Holzwagerl  geladen.

 

-Nun könnt ihr euch denken, wie dies am nächsten Morgen ausgesehen haben

 mag, wenn dann die Kirchenbesucher an diesem Anwesen vorbei gegangen

 sind und hatten sich vor lauter Spott denn Mund fransig geredet.

 

           Bäumchen einem Mädchen stecken

-Erzählt wurde auch, dass damals einem angesehenen Mädchen, also einem

 Mädchen, das viele Burschen auch zu ihrer Frau haben wollten, ein grünes

 Fichtenbäumchen gesteckt, oder vor ihrem Schlafzimmer aufgestellt wurde

 und einer etwas unbeliebten Weiblichkeit, so wie etwa einer sogenannten

 Beiß-  zange, dieser wurde dann ein abgedorrtes, arg verwachsenes

 Bäumchen vors  Fenster gestellt.

 

               Schießheisl-Walperer

-Aber jetzt fällt mir einiges ein, was ich eigentlich in den Jahren um 1960 selbst  mitbekommen habe.

 

-Die Brünstner Burschen wussten auch damals schon, bei wer man walpern

 kann oder auch bei wem es eine sehr große Freude bereitete.

 

-Auf der Brünst, da war einer, der hatte die ganze Walpurgisnacht bei seinem  Häusl sehr aktiv gewacht, dass eigentlich die Walperer nichts anstellen 

 könnten.

 

-Dies war der Brünstner Jugend ein Anreiz, dass sie auch hier etwas anstellen

 könnten und auch sollten.

 

-Sie hatten sich bei diesem Haus in Lauer gelegt und konnten in Erfahrung  bringen, dass der Walpererlauerer sich im Schießheisl, das damals etwas  entfernt vom Haus abgestellt war, verschanzt hatte.

 

-Sie dachten sich, wie könnten wir dem Otto irgendwie überlisten, da kam

 einer auf die Idee, wir versuchen jetzt mit vereinten Kräften, das Schießheisl 

 umzuwerfen und dies natürlich noch dazu auf die Seite der Schießheisltür.

 

-Nun war der Lauerer gefangen und musste durch das Schießheisloch ins Freie

 kriechen.

 

-Nun könnt ihr euch vorstellen, was dies für eine Aktion gewesen sein mag,

 aber nicht wegzudenken auch die Geruchsbegleiterscheinungen mussten doch  hier sehr arg und schlimm gewesen sein.


 

-Etwas abseits in der Ferne werden dann die Walpererburschen dieser Selbst-

 rettungsaktion zugesehen haben.

 

              Liebhaber-Wegerl streuen und Kleinigkeiten

-Bei einer Walpereraktion, da wo ich selber dabei sein durfte, hier hatten wir  einem schönen Mädchen ein Wegerl mit Sägespäne gestreut, weil wir wussten  mit wessem Burschen sie sich heimlich getroffen hatte.

 

-Eigentlich hatten wir damals nur so kleine Walpereraktionen durchgeführt, wie  etwa ein Gartentürl abgehängt und ins Melchnerbachl gestellt oder auch ein  abgestelltes Fahrrad irgendwo im sichtbaren Umkreis an einem Baum gehängt,  mehr oder weniger hatten wir damals nicht gewalpert.

 

            Der erste Maibaum auf dem Dorfplatz in Faislbach

-Im Jahre 1972, da habe ich meinen Grundwehrdienst abgeleistet, während der

 freien Zeit war ich des öfteren bei meiner Freundin, bei meiner jetzigen Frau,  dem Scheibl-Moidl, der Waltraud, zu Besuch.

 

-Auch wiedermal, am Vortag es ersten Maies war ich beim Scheiblan im Wohn-

 zimmer gestanden und schaute beim Fenster in Richtung zum sogenannten

 Faislbacher Dorfplatz hinunter.

 

-Irgend etwas hat sich auf dem Dorfplatz abgespielt, denn einige Nachbarn 

 hatten auch von ihren Fenstern aus zugesehen.

 

             Was hat sich hier abgespielt

-Ein Nachbar nicht weit vom Dorfplatz entfernt, viele meinten dieser wisse nicht  so recht was er wolle, dieser aber war mehr als sehr schlauer, als vielleicht wir  alle anderen meinten.

 

-Dieser war Holzhauer und hatte in diesem Falle auch dem Förster gefragt 

 ob er einen geeigneten Maibaum aus dem Staatsforstumsonst haben könnte.

 

-Bis dieser Mann den richtigen Maibaum gefunden hatte, da mussten einige  Bäume dran glauben, aber mit dem Hintergedanken, sollte dieser oder der jene  Baum nicht so recht passen, sodann würde er ihn halt als Brennholz benutzen,  bzw. den aufgestellten Baum hat er im Juni auch abgesägt und ebenfalls als  Brennholz verwendet.

 

-Sagt mal noch einer, er wusste nicht was er wollte!?

 

                      Ludwigs erster Maibaum

-Die erste Idee einen Maibaum aufm Faislbach aufzustellen ging vom

 Ludwig aus.

 

-Aber er war halt alleine und wie wolle und sollte er einen Maibaum zum  Ausstellen bringen.

 

-Der Bruder meiner Frau, da Franz war damals 14 Jahre, der hat irgendwie

 mitbekommen, das der Ludwig einen Maibaum aufstellen möchte.

 

-Da Franz ist zum Ludwig runter gerannt und stand ihm mit Hilfe bei.

 

-Ich, und wir alle die Nachbarn haben dies gesehen und so dann ist einer nach  dem anderen zum Dorfplatz runtergegangen und wir alle wollten dem Ludwig  beim Maibaumaufstellen helfen.

 

              Mit vereinten Kräften hatten wir dies geschafft

-Alle hatten zusammen gelangt, Loch ausgegraben, Landern hergerichtet und  dann gemeinsam das, damaliges noch etwas kleinere Maibäumchen,

 aufgestellt.

 

-Wie der Baum dann aufgestellt war, dann haben wir uns alle gemeinsam am

 Dorfplatz zusammen gestellt und wir alle hatten mit dem „Ludwig“ eine große

 Freude, dass hier ein Maibäumchen, mit vereinten Kräften aufgestellt wurde.

 

                    Diese Aktion wurde dann gefeiert

-Einer hatte dann eine alte Schubkarrenschlüssel geholt und hier wurde dann

 ein  Feuer gemacht, hier hatte dann ein Jeder ein Holz von zu Hause geholt,

 dass er  in seinen Ofen nicht verheizen wollte oder auch schon nicht mehr

 verheizen  konnte, weil damals schon die ersten Ölheizungen eingebaut

 waren.

 

-Jeder von den damaligen Aufstellern hatte eine kleine Geldspende aus seinem

 Geldbeutel entlockt, und dies für eine kleine Brotzeit und auch etwas Bier.

 

-Da Adolf hatte damals mit seinem neuen Auto beim Danzerwerk, beim Nickl-  Hans zwuor oder drei Kastl Bier geholt und dies wurde dann gemeinsam  getrunken, damals nur, die diesen Baum aufgestellt hatten oder nur die  Anwohner die beim Aufstellen zugeschaut hatten.

 

             Da Posterer-Erhard hat uns immer unterstützt

-Der Posterer-Erhard ist von Georgenberg gekommen und hatte uns dann auch  alle Jahre ah Kistl Bier spendiert und hat sich somit in dieser Runde mit  integriert.

 

                            Adolfs-Geburtstag

-Zu Mitternacht stellte sich heraus, da Adolf hätte am ersten Mai seinen  Geburtstag, da war dann etwas los, alle hatten den Adolf gratuliert und seinen  Geburtstag mit Bier gefeiert.

 

-Ich muss sagen, das war damals noch ein sehr schöner Zusammenhalt der

 damaligen Ortsbewohner, wie z.B.  mit dem Scheibl-Sepp, dem Bachner-

 Hans, dem Nickl-Ludwig, dem Hartwig-Alis, dem Wechmacha-Hans, dem Scheibl-  Erhard und zu guter Letzt das Geburtstagskind, mit dem Scheibl- Adolf, und  auch viele die damals noch zuschauten, die damaligen Kinder, die dann auch  größer wurden und dann auch beim Maibaumaufstellen weiter mit geholfen  haben.

 

           Erster Faislbacher Maibaum im Jahre 1972

-Dies war damals, im Jahre 1972, da wurde der erste Maibaum am Faislbach

 aufgestellt.

 

-Alle Jahre wieder haben sich die Dorfbewohner von Faislbach zusammen-

 getan, ohne dass irgend etwa ausgemacht oder auch nur angeschafft wurde,

 ein Jeder  hat hier, so wie er konnte, mitgeholfen, wie z. B.wie folgt:

 

-Loch ausgraben (von Hand, etwa 1,70 Meter), Baum aus unserem Wald, oder  auch vom Bachner- oder vom Scheiblhölzl holen, der Baum wurde entrindet, die  Baumkränze wurden von den Frauen vorbereitet, die Baumspitze mit weißblauen  oder zur Not auch mit rot-weißen Bändern bestückt, Baumkränze und Baum-  spitze am  Stamm befestigen, die Landern zum Aufstellen des Baumes her  richten (Binden), alles vorbereiten und warten bis die jungen kräftigen Burschen  von der Arbeit heimkamen zum Aufstellen.

 

          Baum aufstellen per Hand mittels Landern

-Damals und bis in die 80-iger Jahre wurde der Faislbacher Maibaum, mittels

 Landern noch von Hand aufgestellt.

 

-Eine Erleichterung war es, als dann der Scheiblseppe mit seinem Lader diese

 schwere Arbeit übernommen hat.

 

                 Dann kam der Hunger und der Durst

-Die Frauen haben dann meistens schon die Brotzeiten hergerichtet und der

 Adolf  hat sich um das Bier gekümmert.

-Damals hatte von den Hauptbaumaufstellern jeder so etwa um die 10 Mark

 und  da Posterer-Erhard immer einen Zwanziger lockergemacht, von diesem

 Geld  hatte dann der Adolf die nötige Flüssigkeit besorgt.

 

-Es war immer ganz schön, nach getaner Arbeit, sich zusammen zusetzen und

 gemeinsam zu plaudern und etwas zu essen und zu trinken.

 

              Sehr viele Mittrinker sind auch gekommen

-Es hatte sich dann immer mehr herumgesprochen, da es beim Faislbacher

 Maibaumaufstellen und zur Geburtstagsfeier von Adolf  auch Freibier und

 auch  etwas zu Essen gibt.

 

-Dieses Angebot hatte sich immer mehr herum gesprochen und der Andrang

 zum Mitessen und zum Mittrinken wurde immer größer.

 

         Am schlimmsten war es vor einer Wahl

-Sehr schlimm war es immer, vor einer Wahl, denn da kamen die Kandidaten,

 ob Bürgermeister oder Gemeinderäte und haben sich bevorzugt blicken

 lassen,  nach der Wahl hat man dann keinen mehr gesehen, nur diejenigen

 die  kostenlosen Durst hatten.

 

          Speis und Trank für einen guten Zweck

-Hier hatte man sich Gedanken machen müssen, dann wurde umgestellt, das  Bier und die Brotzeiten wurden zu einen Selbstkostenpreis verkauft und den  Erlös haben wir damals dem Kindergarten gespendet.

 

-Dies ging einige Jahre so und dann ist diese gemeinnützige Aktion auch

 wieder eingeschlafen.

 

         Das Geheimnis der Faislbacher Glocke

-Aber einiges muss ich jetzt noch erwähnen, im Ortsteil Faislbach gab es in den

 Jahren, kurz vor 1960, eine kleine Glocke zum Gebetläuten, diese war beim

 Fuchsnkreuz, übern Kreuz an zwei Holzpfählen, angebracht.

 

-Diese wurde damals vom Krämer, dem Siman-Albert, höchstpersönlich und

 sehr andächtig, dreimal am Tag, geläutet.

 

-Im Jahre 1965 ist da Siman-Albert verstorben, dann hatten die Scheibl-Kinder

 diesen Dienst übernommen.

 

-Auf lange Sicht war dies auch keine Lösung, dann hatte sich der Nickl-Ludwig

 erbarmt und hatte dieses Glöcklein bei sich, bei seinem Haus, hinten am süd-  östlichen Nebenanbau, mittels zwei Holzpfählen aufgestellt und den täglichen 

 Läutdienst sehr gewissenhaft übernommen.

 

    An Walpurgis ist dieses Glöcklein spurlos verschwunden

-Ich weiß nicht mehr so genau, irgendwann im Jahre um 1978, nach dem  Maibaumaufstellen, da wo zu später Stunden auch die Jugendlichen walpern, in  dieser Nacht ist dieses Glöcklein abhanden gekommen und ist seitdem nicht  mehr auffindbar.

 

            Ersatzlösung hatte keinen Erfolg

-Um 1984 wollte ich nach dieser Glocke forschen, ein Auffinden war

 ergebnislos.

 

-Ich suchte nach einer Ersatzlösung, auch hier ergaben sich keine

 Interessenten.

 

-Im Jahre 1985, gab es doch andere Interessenten, eine Dorfkapelle in

 Georgenberg zu bauen, und hier habe ich mich angeschlossen.

 

-Somit hatte sich damals eine Erstzlösung für das Faislbacher Glöcklein erübrigt,  da dann in Zukunft in Georgenberg ein Kapelle gebaut werden solle, sodann  brauche man keine Zweite hier in diesem Raum.

 

-Übrigens, der Spreißl-Hans hat im Jahre 1991 sein Gelübde in die Tat

 umgesetzt und die damalige Garage seines Elternhauses zu einer privaten

 Kapelle  umgebaut.

 

            42 Jahre stand auf dem Faislbach ein Maibaum

-Im Jahre 2010, denn die aufzustellenden Maibäume sollten immer größer  werden, wurde noch eine Maibaumbefestigung in Stahlschienenform

 eingebaut.

 

-Im Jahre 2013 wurde der Faislbacher-Maibaum, 42-jährig, zum letzten Mal

 aufgestellt.

 

-2014 kam man überein, ein Maibaum auf dem Georgenberger Rathausplatz,

 vor dem Feuerwehrhaus, wäre als besserer Standort geeignet.

 

-Seit dieser Zeit wird der Maibaum in Georgenberg aufgestellt.

 

               Aber jetzt nochmals zum Kindervergnügen

-Für die Kinder war es, und ist es heute noch, eine sehr große Gaudi, wenn

 diese beim Maibaumaufstellen dabei sein können, wiez. B. beim Fangerles-

 spielen  rund um den Maibaum, oder beim Feuerschüren, wenn sie Brot- oder

 Wurst-  stücke an einem Holzstecken, fast ganz schwarz gebräunt, grillen,

 oder wenn  sie sich zum „Walpern“ in Gruppen sammeln, ob Mädchen oder

 Buben oder  auch gemischt, dann von Haus zu Haus ziehen und etwaige

 Kleinigkeiten  walpern, wie etwa ein Auto mit Clopapier einrollen oder einen

 Blumenstock  etwas verstellen, mehr oder weniger stellen sie auch gar nicht

 an.

 

-Ist das nicht schön, die Kinderwalperei, möchte man da nicht noch mal

 ein Kind  sein!?

  


 


 

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B-20   Frühlings-Kreuzbergfest in Pleystein 


 

              Frühlings-Kreuzbergfest

                 in Pleystein 

 

     Zusammenstellung:  Rupert Herrmann, anno 14.10.2015 

 

               Gedenktag, Wallfahrt, Kreuzauffindung:

 

-Der Gedenktag „Kreuzauffindung“ findet am 07. Mai, jeden Jahres statt.

 

-Das Frühlings-Kreuzbergfest  in Pleystein findet  am nachfolgenden Sonntag,  nach dem 07. Mai, oder wenn dieses Datum an diesem Sonntag fällt, statt.

 

-Ein einheimischer Grundsatz lautet, das Kreuzbergfest findet alle Jahre,

 grundsätzlich am zweiten Sonntag im Mai statt.

 

                            Vollkommener Ablass:

 

-Am 16. Februar 1816 hat Papst Pius der VII., an den nachfolgenden

 Sonntagen nach Kreuzauffindung und nach Kreuzerhöhung einen

 vollkommenen Ablass  erteilt, mit der Auflage, hier auf dem Kreuzberg

 wahrhaft zu büßen, reumütig zu  beichten und das Hl. Abendmahl würdig

 zu empfangen. 

 

              Zusammenhang, Quarzabbau und Wallfahrt:

 

-Wenn ich die nachfolgende Chronologie so betrachte, sodann kann ich für

 mich persönlich ein Erkennen zum Ausdruck bringen, dass der Quarzabbau

 für die Glasherstellung in den Glashütten, in und um den Waldheimer

 Böhmischen  Grenzbereich, schon einen gewissen Zusammenhang mit der Wallfahrt am  Hohenberge und dann zuletzt auf dem Kreuzberg habe, denn die Gefahren des  Quarztransportes waren damals sehr groß, und der Stein selber war ja nach  seiner Veredelung zu Flachgläsern eine erhebliche  Einnahmequelle für unsere  Bevölkerung.

 

-Somitkönnten die zwei Kreuzbergwallfahrten eine Dankwallfahrt zum Ausdruck

 gebracht haben und auch heute noch bringen.


 


 

           Chronologie der Wallfahrt auf dem Kreuzberg, 

                          ehemals der Schlossberg: 

 

-Um 1225      -Burgbau auf dem Pleysteiner Schlossberg, Sitz der 

                       landgräflichen  Leuchtenbergischen Herrschaft in Pleystein,

 

-um 1550       -Burg bereits schon wieder baufällig,

 

-um 1608       -Quarzabbau für die böhmischen Glashütten:

     bis1894      -Waldheim (1608), Draxelhütte, Altfürstenhütte, Neufürstenhütte,

                        Goldbach (Fuchshütte), Kollerhütte, und

                        Inselthal, Neuwindischgrätz.                                                   

                      -Schließung der letzten Glashütte, die Kollerhütte im Jahre 1894.

 

-um 1738/39  -Suche nach Eisenerz, Querstollensuche,

 

-1746             -Beginn der allerersten Wallfahrt, durch Einzelpersonen und                                 Gruppen vor dem sogenannten Hl. Kreuz am Hohenberge,

 

-1776             -Aufstellung, Opferstock im Wald, beim Hl. Kreuz auf dem 

                       Hohenberg,

 

-24.04.1780   -Übersetzung oder Übertragung des wundertätigen Kreuzes vom

                     Hohenberge in die Pfarrkirche nach Pleystein, nun setzten die

                     Wallfahrtsprozessionen aus dem nordoberpfälzischen Raum und

                     aus dem Grenzgebiet aus Böhmen

                     (Waldheimer und Neulosimthaler Gebiet) nach Pleystein ein,

 

-1781             -Burgturm abgebrochen,

 

-Anfang 1800 -Regierungsanordnungen versuchten die Wallfahrten zum

                        Erliegen zu bringen,

 

-um 1814       -Bericht sagt aus: Pleysteiner Wallfahrt wenig frequentiert!,

 

-03.01.1814   -Aufruf zum Bau der Bergkirche auf dem Schlossberge, ab

                       nun genannt der Kreuzberg,

 

-01.06.1814   -Grundsteinlegung,

 

-13.09.1814   -Einweihung der Wallfahrtskirche, erneute Aufblühung der

                        Wallfahrt,

 

-18.09.1814   -Kreuzübertragung von der Pfarrkirche zur Kreuzbergkirche,

 

-16.02.1816   -Papst Pius der VII., Ausgabe eines vollkommenen Ablasses an                          zwei Festtagen, wie Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung,

 

-1839             -Opferstock hierher gebracht, vom Hohenberge zum Kreuzberg,

 

-09.05.1841   -Konsekration,

 

-1847             -Erweiterung der Kreuzbergkirche, 

 

-1868             -Wallfahrt, Frühlingsbergfest, deren damaliger Ablauf:

                        -Samstag,  -14 Uhr, alle Kreuzbergglocken läuten,

                                          -15 Uhr, Wallfahrer kommen von weit her,

                                          -16 Uhr, Gesangslitanei,

                        -Sonntag,    -7 Uhr, Messe in der Pfarrkirche,

                                          -7.30 Uhr, Messe auf dem Kreuzberg,

                                          -9 Uhr Festgottesdienst auf dem Kreuzberg,

                                          -15 Uhr, Litaneienzug zur Kreuzbergkirche,Segen                                                            und Rückzug zur Pfarrkirche.

    

-1897             -Stadt erlässt Abbauverbot  des Rosenquarzes, (Siehe 1608)

 

-10.07.1901   -Großer Stadtbrand in Pleystein,

 

-15.09.1901   - Wiederaufbau der Kreuzbergkirche,

 

-bis1904        -war die Kreuzbergkirche eine Notkirche, anstelle der 

                       abgebrannten Pfarrkirche.          

  

-1902             -Bau des Klosters,

 

-29.08.1903   -Augustinerorden,

 

-1931             -Ausmalung der Kirche,

 

-09.05.1954   -Erstellung eines Freialtares,

 

-11.05.1965   -Patres der Oblaten des Hl. Franz von Sales

 

   Quellennachweis:  175 Jahre Kreuzberg-Kirche Pleystein, Siegfried Poblotzki, 1989

 

 

 

            Einheimische Wallfahrer entlang am Zottbach:

 

-Die Einwohner aus unserem damaligen Einzugsgebiet, entlang am Zottbach,  dem jetzigen Gemeindegebiet Georgenberg, war die Herstellung von Glas in

 den  böhmischen Glashütten, im Grenzgebiet Waldheim und Neulosimthal,

 auch eine zusätzliche gewinnbringende Zusatztätigkeit, zu ihren betreibenden

 Landwirtschaften, denn, die in den Glashütten erzeugten Flachgläser wurden

 auf  bayerischer Seite, entlang am Zottbach, in den Glasschleif- und polier-

 werken  weiterverarbeitet und auch nachgearbeitet, zu den dringenden, auch

 im Ausland,  benötigten Fensterscheiben.

 

-Aus Dank für den Erhalt des Glasrohstoffes vom Rosenquarzfelsen auf dem  Kreuzberg, werden sich bestimmt, alle böhmischen und auch bayerischen  Glasarbeiter und auch deren Familien, einschließlich auch aller umliegenden 

 Ortsbewohner, an den Wallfahrten zum Kreuzberg nach Pleystein, in sehr  großer Anzahl, beteiligt haben!

 

-Auf hören und sagen habe ich vernommen, dass der damalige Rosenquarz-

 felsen in Pleystein um 1/3 höher und auch größer war, so wie er heute in

 seinem  Ausmaße uns jetzt erscheint.


 

 

                    Kreuzbergfest hat sich bei uns 

                   generationenbedingt eingeprägt!

 

-Zur damaligen Zeit, war allseits bekannt, am zweiten Sonntag im Mai, ist das

 Frühlingsbergfest  in Pleystein.

 

-Der Pfarrer hat dies schon frühzeitig in den Gottesdiensten vorangekündigt,

 bzw.  auf dem Kirchweg oder auf dem Pausenhof vor der Schule, überall

 wurde gesagt, am Sonntag ist das Kreuzbergfest in Pleystein, geht’s Du dort

 hin?

 

-So und in dieser Art haben die damaligen Einladungen zu den Kirchenfesten  stattgefunden, denn andere Feste, wie heute ein Feuerwehrfest oder ein  Gartenfest, dies hat es ja damals noch nicht so gegeben.

 

-Und zu guter Letzt, haben ja auch unser Vater oder auch unsere Mutter, das  Eine oder das Andere gebraucht, dass es eigentlich nur auf dem Bergfest zu  kaufen gab.

 

-Wir Kinder haben uns schon gefreut, wenn wir auf das Kreuzbergfest mitgehen

 durften.

 

 

                Mein erster Besuch des Kreuzbergfestes:

 

-Wenn man bedenkt, die Wegstrecke von der Vorderbrünst, da wo ich geboren

 wurde, nach Pleystein, beträgt ungefähr sieben Kilometer.

 

-Wo ich das erste Mal aufs Bergfest mitgehen durfte, da war ich sieben Jahre  alt,für mich war es das erste Erlebnis, wo sehr viele Menschen auf engsten  Raume versammelt waren, dies habe ich vorher überhaupt nicht so gekannt.

 

-Am Vorabend hat mein Vater gesagt, frühzeitig heute ins Bett gehen, denn  morgen musst Du bereits um  6 Uhr aufstehen, denn um halber Achte  müssen  wir losgehen, dass wir pünktlich zum Gottesdienst um 9 Uhr drunten in  Pleystein an kommen.

 

 

                      Über Dreitanna, san ma ganga!

 

-Wir gingen pünktlich weg, wir sind gleich dem Buchschlagberg hochgegangen,

 weiter zum „Armenseelenbergl“ hinunter, am ersten Bunker vorbei, hier war ein

 armen Seelenbildl an einem Baume befestigt, weiter auf der Waldstraße vorbei  an der Schwarzenthammerwiese, auch am zweiten Bunker, vorbei an der

 Wegekreuzung  „Dreier Tannen“, wo eigentlich keine 3 Tannen standen.

 

  

                              Hohenberger Kreuz,

                    der damalige erste Wallfahrtsort!

 

-Weiter hinunter  vorbei  am damaligen Pflanzgarten und weiter vorbei beim  Hohenberger Kreuz, wo damals die ersten geheimen Wallfahrten am Hl. Kreuz  auf dem Hohenberge stattfanden, dann ging es dem Waldgehsteig, entlang einer  damaligen Altstraße, wo damals der Rosenquarzstein  mit den Fuhrwerken ins  Böhmische nach Waldheim oder auch in Richtung Neulosimthal gefahren  wurde,  am Waldsaum entlang, hier konnte man schon auf die Stadt Pleystein  hinein schauen, hier sah man die beiden, fast gleich hohen, Kirchturmspitzen, r  rechts die Pfarrkirche und links  auf dem Rosenquarzfelsen die Kreuzbergkirche,  an dieser Stelle hörten wir das erste Zusammenläuten, eine halbe  Stunde vor  dem Festgottesdienst, wir marschierten  weiter hinunter  zu der Miesbrunner  Straßengabelung, weiter vorbei  am damaligen  Freibad, rüber über die Zottbach-  brücke und dem Pleysteiner Berg hoch,  vorbei beim Wassermann, danach  links abgebogen, vorbei beim Weiherschmied und  den  steilen Kreuzbergweg,  vorbei  an den steinernen Kreuzwegstationen zur Kreuzbergkirche.

 

 

                   Festgottesdienst, Kreuzbergkirche

 

-Nicht lange auf dem  Berge angekommen, da läuteten schon die Glocken für

 den  Beginn des Festgottesdienstes, dieser fand vor dem Freialtar, westlich

 der Wallfahrtskirche, statt.

 

-Viele Frauen und Männer und auch Kinder waren anwesend und haben  andächtig mit gesungen und auch mit gebetet.

 

-Ein besonderes erstmaliges Erlebnis war es, wenn so viele Menschen auf so  einen Platz  versammelt sind und  nach dem Segen alle gemeinsam, auch mit  der Musikkapelle, „Großer Gott wir loben Dich!“ singen.

 

-Das war eigentlich das erste größere kirchliche Erlebnis meinerseits, aber

 nach dem Festgottesdienst gingen wir noch zur Kreuzbergkirche hoch, ich

 durfte die wundervollen Malereien in der Kirche anschauen, draußen vor der

 Kirche hatten  wir einen schönen Rundblick und auch einen schönen Ausblick

 zum Hohenberg,  mein Vater sagte, in diese Richtung müssen wir wieder nach

 Hause gehen.

 

                         Interessant war auch der 

                    Festbetrieb auf dem Marktplatz!

 

-Aber jetzt sagte er, du wirst bestimmt Hunger haben, ich kauf dir drunten bei

 den Verkaufsständen eine Bratwurstsemmel.

 

-Über den Berg hinunter ist mir bereits das Wasser im Mund zusammen  gelaufen, denn ich hatte ja schon einen so großen Hunger und zur damaligen  Zeit, da gab es nicht alle Tage so eine vorzügliche Speise.

 

-Gesagt getan, aber unten angekommen, ich habe gemeint mich trifft der

 Schlag, denn auf dem Marktplatz waren links und rechts der Straße

 Verkaufsstände  angeordnet und überall konnte man was kaufen.

 

-Mich selber hat damals mehr das viele Spielzeug interessiert, Vater sagte,  zuerst gehen wir mal durch und dann bekommst du schon ein kleines Stück  Spielzeug.

 

                    Drehorgelmusik und die Reitschule

 

-Ich war dann schon wieder beruhigt, wir gingen an der Pfarrkirche vorbei in  Richtung Zimmermannsplatz, da hörte ich schon von weitem eine Drehorgel-  musik.

 

-Vater sagte, das ist die Reitschule, auch hier darfst du einmal mitfahren,

 dieses Mitfahren war zwar im ersten Moment schon schön, aber so wie es

 des längeren  im  Kreis herum ging, um so mehr drehte es sich in meinen

 Kopf.

 

-Ich musste bedauerlicher Weise feststellen, dieses Reitschulfahren hat mir

 nicht gut getan.

 

-Mit einem komischen Gefühl im Magen meinerseits, ging mein Vater und ich  wieder an den Festständen zurück in Richtung  Marktplatz.


 


 

                        Der Güldner-Spielzeugbulldog

 

-Ich sah einen Stand, hier waren sehr viele Spielzeugsachen zum Kaufen

 ausgestellt, ich packte meinen Dada, so wie wir zu unserem Vater allseits

 sagten, und  zog Ihm zu diesem Verkaufsstand hin, wo ein sehr schöner

 Bulldog, nämlich ein Güldner, damals noch in Blechform hergestellt, abge-

 stellt stand.

 

-Ich sagte, Du Dada, des is ja ein so ähnlicher Bulldog, so wie Du ihm vor zwei

 Jahren für unsere Landwirtschaft gekauft hast, der würde mir gefallen, wenn

 Du  mir  ihn kaufen würdest.

 

-Ja sagte er, ich kauf Dir ihn,  ich habe  ja Dir ein Spielzeug versprochen.

 

-Vater ließ diesen Bulldog in deren Schachtel nochmals mit Packpapier  einpacken und mit Bindegarn, und dies über Kreuz, umwickeln, denn wir  mussten ja die Wegstrecke zu Fuß wieder nach Hause gehen.

 

-Diesen Bulldog ließ ich nicht aus den Augen und ich schläupfte sozusagen    dieses mein Kreuzbergfestgeschenk weiter zu den anderen Verkaufsständen.

 

 

        Kauf von Pfeffernüssl, Makronen und Bärndreck


 

-Du Dada, dMamma hat doch gsagt, wenns ganggad, sollten wir a ah  Pfeffernüssl und  ah Guckn vull Makronalah mit ham bringa.

 

-Da Dada hoat gsagt, is ja gurt dast dabei bist, denn an des haäte bald va gessn,  er hat gsagt, da gehma zu da Gilche hie, die stammt va Altenstodt oh, denn die  hoat die besten Makronala.

 

-Du Dada hobi gsagt, es gabat nu so an schworzn Bärndreck, den kamt ma doch  für mih ah nu mitnemma?, dast an Rouh gibt’s, du mit dein Bärndreck.

 

 

                             Der billige Jakob

 

-Dann san ma nu beim „Billigen Jakob“ vorbei ganga, ja wos der für ah Gschror  ghat hoaut, ner weil er den in großen Scharen Anwesenden, zu anscheinend  günstigen Preisen einiges aufdrehen wollte.

 

-Da Dada hoat gwort, bis er ah schöns Angebot ghat hoaut, dann hoaut er zouh

 gschlogn und hoaut für zehr Mork ah haffa Zeich grieagt, wia z.B. ah Packl

 Zimmermah-Bleistiftn, zwor oder drei Meter, ah poor Streifen HansaPflasta, ah

 Sortiment Sternzwirn, zwor  poor Seckl und an Hursntroga ah nu dazouh.

 

 

                            Bekanntengespräche

 

-Bis mir va oin Stand zum andern kumma san, des hoaut fei lang dauert, denn

 oahmal is wieda oina daher kumma, der wos mein Vodan kennt hoaut, wiahs  halt damals so wor, über alles Mögliche homs  gredt, über die richtigen  Samerdsäpfel, übern Viechpreis und über des wos der oine oder der andere  ahgestellt hoaud, über des i ah gredt worn.


 

 

           Brotzeitmachn beim Wassermann, JandaSeppl

 

-Oba dann hoaut da Dada gsagt, „Zum Wassermoah“ da mouhe ah nu eine,

 denn  er hoaut ja eigentlich nu nix grouß gessn, er hoaut sa sa ah Broutzeit

 bstellt und  va dera howi ah glei mit gessn.

 

-Da Voda hoaut ah Seitl Bier bstellt, recht schoi wors oder wars da drinn

 gwenn, denn da Jandaseppl hout af seina Knopfharmonie ner recht schoi

 aufgespielt.

 

 

                      Jetzat geht’s zum Hamagaih

 

-Umra Viere hoaut da Dada gsagt, jetzat miama gaih, dass ma zum  Vieachfüttern nu recht ham kumma.

 

-Wenn ich des sur gsergn ho, hätt eigentlich mei Voda ah nuh gern bleibm  mächtn, oba wih ma in da Früh ganga san, da hoaut dMamma mit einer etwas  besagten Stimme gsagt, dassts fei vor da Nacht und vor da Viechfütterung

 hoam  kummts!

 

-Dann san ma halt alle Zwor loausmarchiert, da Voda hoaut die groaußn

 Drümma  trogn und ich des kloins  Zeich.

 

-Mir san den gleichn Wech hamganga, so wi ma herganga san, obo noaun  Freibad doau is dann in Richtung Hoauchaberch ganzsteil aufewärts ganga.

 

-Ich homa denkt, wennmasah ner wos zum Saffm mitgnumm häitn, Durst haäti  gabt, oba weit und breit is koi Brunna doau gwen.

 

-In dem Moment hob ih an die Makronala denkt und dann hob ich still und

 heimle, ohne das meih Dada asgannga hoaut, ahmal wieda as da Guckn

 ah Makronerl  ausa und hobs vahstullns gessn.

 

-Des war ah langa Hoamwech, ich hob gmoint, des wah doch da doppelte

 Wech, zu dem wosma unta ganga san.

 

-Also vorbei am Houchaberchakreiz, vorbei voa  die „Drei Tanna“,  hinte zu de  zwor Bunka und dann übers „Armasellnbergl affe.

 

-Ich haätt ja bald nimma kinnt, oba ich hob mir nix ankenna loaua, denn ich  wollte ja zum Herbstbergfest ah wieda mit gaih derbm.


 

 

                    Ankunkt zu Hause, bei der Mamma

 

-Daham recht mierd ahkumma, dMamma hoat scho af uns gwort, ich hobs oba  glei da Mamma beicht, ich hob gsagt, du Mamma vo die Makronala hob ich nix  meinnah, denn ich hob afm Hamwech an Glust af dMakronala ghat.

 

-Mamma hoaut gsagt, weilst ner as Pfeffernüssl nu ganz dabah hoaust, mit

 dem  bin ah gern zfriedn.

 

 

                Rückschau aufs Frühlingskreuzberchfest

 

-Wenn ich so noauh denk, dann wor des mei ersts Frühlingskreuzberchfest, für  mih  ein erstmaliges schönes Kindererlebnis, ob desheit für unsere Kinder oder  auch Enkelkinder ah nu oins  is, des kann ich vo meinah  Seitn nirts song, oba  unsere  Nachkommen san halt zur heutigen Zeit  halt wos anders gwönt.

 

 

                 Vorschau aufs Herbstkreuzberchfest

 

-Übern Summa da hobi, wenn ich va irgendwer ah kloins Geld kroigt hoh,

 obs ah Nickl oder ah Fuchsgerl wor, dann hob is zam gsport, scho wieda firs

 Herbstberchfest in Pleystoi.

 

-Also schauts um in meinen Aufschreibungen, wenn ich wieda mal wos schreib  über Herbstkreuzberchfest, oba annana  ana  anderna Stell.


 

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B-80   Buß- und Bettag (evangelisch)

 

            Buß- und Bettag 

        Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 16.November 2015

 

           Feiertag der evangelischen Kirche

-Der allgemeine Buß- und Bettag wird am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag,  und auch der Totensonntag genannt  (evangelisch), oder vor dem

 Christkönigs-    fest, laut der katholischen Kirche, dem letzten Sonntag des

 Kirchenjahres  begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag.

 

-Der Buß- und Bettag ist in Bayern an allen Schulen aller Gattungen

 unterrichtsfrei, für die Lehrer aber nicht dienstfrei.

 

-Seit dem Reichsgesetz aus dem Jahre 1934 wurde dieser damalige Feiertag

 von allen Ländern anerkannt.

 

-1994 hat der Buß- und Bettag seinen Charakter, vom Freistaat Sachsen  abgesehen, als gesetzlicher Feiertag verloren.

 

-Seit 1996 ist er nur noch ein gesetzlich geschützter Feiertag, der die  Möglichkeit der Freistellung für den Gottesdienst beinhaltet.

 

-Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche,  der auf die Notzeiten zurückgeht.

 

-Im Laufe der Geschichte wurden Buß- und Bettage immer wieder aus

 aktuellem  Anlass angesetzt.

 

-Angesichts von Notständen und Gefahren wurde die ganze Bevölkerung zu  Umkehr und Gebet aufgerufen.  


 

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B-100   Heiliger Thomas

          Heiliger  Thomas

        Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 23.November 2015

 

            Thama mitn Hamma, Warum

-Die Nacht vor dem Heiligen Thomas, am 21. Dezember, ist eine der

 wichtigsten und eigenartigsten von allen Losnächten.

 

-In meiner Kinderzeit wurde noch von dem „Thama mitn Hamma“ sehr vieles    erzählt.

 

-Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden wetterbeherrschenden Gott  des Germanen Donar, der mit seinen Hammer an die Wolken schlug und

 damit  den Donner erzeugt.

 

-Die Nacht zum Thomastag ist der erste Tag der Rauhnacht.

 

-Von kirchlicher Seite wird der Namenstag, zur heutigen Zeit, im Juli gefeiert.

 

-In Europa gilt der Heilige Thomas als Schutzpatron der Bau- und der    Zimmerleute.

 

 

                      Kindern den Kopf eingeschlagen

-Ich selber weiß es nicht mehr, aber mir wurde zwar erzählt, dass zur

 damaligen Zeit in unserer waldreichen Gegend, der Thammerl mit einem

 schweren Hammer  vor der Stubentür erschien, dieser pumperte heftig an

 dieselbe und drohte, bildlich gesprochen, den Kindern den Kopf einzu-

 schlagen.

 

-Zu meiner Zeit, wurde eigentlich von solchen angeblichen Geschehnissen viel

 erzählt, dass wir Kinder uns zu den Abendstunden nicht so lange draußen auf-

 gehalten haben.

 

 

                     Mädchen waren sehr neugierig

-Die Thomasnacht ist, ähnlich der Andreasnacht, besonders für die jungen  Mädchen interessant, denn so ein Mägdlein will im Traum seinen künftigen  Geliebten sehen.

 

-Sie soll sich an diesem Tag um Mitternacht im Bett aufknien und wie folgt  sprechen: 

               „Strohsack, ih druck dih, heiliger Thomas ich bitt dih,

           lass mir erscheinen mit dem ich mich werde auf ewig vereinen!

 

 

     Die Hl. Lucia und der Hl. Thomas haben ähnlichen Sinn

-Vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders, im Jahre 1583, war die

 Wintersonnenwende auf den 13. Dezember festgelegt, also auf den

 Namenstag der Heiligen Lucia.

 

-Somit wurden im allgemeinen Sprachgebrauch, die beiden Namenstage in der

 alten und in der neuen Zeitform, in etwa miteinander verbunden ausge-

 sprochen.

 

 

                                   Bauernregel

-Wenn St. Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr.

 

-Am Thomastag wächst der Tag um einen Hahnenschritt.

 

-Sankt Thomas bringt die längste Nacht, weil er den kürzesten Tag gebracht.


 


 

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C-05  1. April

01.04.2019 Ehemaliger Brauch, „In den April schicken“

-Als kleiner Bub, oder auch noch viele Jahre später, kann ich mich noch ganz

 gut erinnern, damals war eigentlich das „In den April schicken“ ein gängiger

 Scherz.

 

-Dieses sogenannte Aprilschicken hat aber in den letzten zwei Jahrzehnten

 mehr als abgenommen, denn wir Menschen unseres Zeitalters vertragen

 keinen Scherz mehr.

 

-Beim Nachlesen konnte ich in Erfahrung bringen, der April gilt als Übergang

 zwischen dem vergangenen Winter zu dem bevorstehenden Sommer.

 

-Zu früheren Zeiten wurde auch gesagt:

      „Der starke Sommer hält den schwachen Winter zum Narren“

 

-Nur ein sogenannter sprichwörtlicher Narr, der sich von der schwachen Winters-

 zeit noch nicht losgelöst hat, all jener, lässt sich von einem frischfröhlichen

 Sommerburschen zum Narren halten.

 

-Zum Thema Aprilscherz wird auch berichtet, dass zum Tag des ersten Aprils

 erfundene und verfälschte, aber auch fast unglaubliche, Geschichten all unseren

 Mitmenschen aufgetischt werden, um eigentlich einen anderen Mitmenschen

 zum Narren zu halten.

 

                  Familienzumdanarrenhaltn

-Das zum Narrenhalten ging damals eigentlich schon in der Familie los, die

 Geschwister untereinander hatten z.B. folgende Scherze parat, wie:

                  An deinem Hemd fehlt ein Knopf,

                     dein Hosntürl steht doch offen,

                   oder dein Schuhbandl ist doch lose.

 

-In ganz seltenen Fällen haben auch die Kinder ihre zum Teil schwerhörigen

 Eltern zum Narren geschickt, wie: Es hat doch geklingelt, wer wird wohl

 gekommen sein?

 

         Als Lehrling wurde man sehr oft zum Narren gehalten

-Mit sehr großer Beliebtheit erfreuten sich die Gesellen, wenn sie ihre Lehrlinge

 irgendwo hinschickten, um etwas zu holen, wie geh doch in die Apotheke

 hinein und hol „Ibidum“, oder hol die Gewichte für die Wasserwaage oder

 geht doch ganz schnell und hol die Kurvenschnur, oder noch zuletzt,

 hol doch den Froschhaarpinsel.

 

         Unter den Erwachsenen war es nicht viel anders

-Untereinander von Erwachsenen gab es wieder ganz andere Scherze, wie dein

 Auto hat doch hintn ah Plattn, oder draußen vor der Tür steht jemand, der

 wolle mit dir sprechen.

 

-Etwa vor zwei Jahrzehnten noch, heute bedauerliche Weise nicht mehr, haben

 sich auch die Tageszeitungen mittels Scherzmeldungen die Leserfreudigen

 bei guter Laune gehalten.


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C-20  Muttertag 

07.11.2018 Muttertag

-Der Muttertag ist ein kultureller Brauch und findet alle Jahre immer am

 2. Sonntag im Mai statt und ist eigentlich der einzige inoffizielle Feiertag, 

 der auf einen Sonntag fällt.

 

-Aufgrund der Sonntagsfestlegung ist der früheste Termin der 8. Mai 

 und der späteste der 14. Mai eines Jahres.

 

          Vatertag kann auch vor dem Muttertag sein

-Es kann in Abwechslung vorkommen, dass der Vatertag vor dem Muttertag 

 gefeiert werden muss, dann ist nämlich Christi Himmelfahrt vor dem 

 zweiten Maisonntag.

 

-Erstmals in Deutschland wurde der Muttertag am 13. Mai 1923 gefeiert 

 und seitdem immer zu Ehren aller Mütter.

 

                 In der Nationalzeit war es anders

-Im Jahre 1934 wurde der Muttertag zum öffentlichen Feiertag erklärt und 

 wurde immer am 3. Sonntag im Mai abgehalten, aber ab 1939 wurde 

 das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ an die Mütter mit sehr vielen 

 Kindern an diesem Tag verliehen.

 

            Nach dem Krieg, so wieder wie vor dem Krieg

-Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Muttertag wieder am zweiten

 Sonntag begangen.

 

              Kinder sind die besten Gratulierer

-Nach dem Kriege wurde dieser Dankesehrentag für die Mütter eigentlich

 ganz einfach begangen, damals hatten die Kinder, ganz besonders bei

 uns auf dem Lande, Blumen aus dem Garten geholt, etwas zusammen-

 gebunden und der Mutter, zum Teil auch mit einem selbst gemalten 

 Bildchen, mit Dankesworten übergeben.

 

          Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 07.11.2018

 

             Kinder wurden vorbereitet

-Diese Aktion wurde vom Kindergarten oder auch von den Schulen angeregt 

 und zum Aufsagen auch vorbereitet.

 

-Grundsätzlich zum Muttertag kommen alle Kinder und gratulieren zu diesem 

 Dankestag, der Mutter zu liebe, erst wird gemeinsam Kaffee und Kuchen 

 gespeist und dann wird sich ganz einfach über alles Mögliche unterhalten.

 

          Mit der Zeit werden die Geschenke immer größer

-In den 8ziger Jahren und auch danach, wie dann die Zeit auch ein bisschen 

 besser wurde, da wurden die Muttertagsgeschenke schon ein wenig in kost-

 spieliger Art und Weise übergeben.

 

-Mit der Zeit wurden und werden die Geschenke immer größer, nachfolgend 

 aufgezählt was so alles geschenkt wird:

 

       Blumenstrauß, Selbstgebasteltes, gemeinsames Familienessen,

       ein schönes Buch, gemeinsamen Ausflug, einen Wellnesstag,

       eine Theaterkarte, und zu guter Letzt, derzeit sehr im Rennen,

       einen Geschenkgutschein.

 

          Auch die Vereine halten Muttertagsfeiern

-Manche Vereine, ganz besonders die Siedler halten fast alljährlich eine 

 Muttertags Feier, da gibt es Kaffee und Kuchen und eine Musik spielt 

 auch noch dazu auf.

 

        Mein Sträußchen und dies Gedicht

                         "Ich hab dich lieb!"
                        Mehr weiß ich nicht.

                         Die Lieb ist groß,
                         die Gab' ist klein,
                         mußt halt damit
                         zufrieden sein!


                         Ein Blümchen,
                        ein Wünschlein,
                        ein froher Gruß;
                       zum heutigen Tag
                       und ein inniger Kuß                                         (unbekannt)

 

 

               Muttertagszitate

       Trage deine Mutter auf Armen, wenn die Beine versagen,

           sie trug dich im Schoß, als du noch keine hattest.   (Friedrich Hebbel)

 

                      Nur eine Mutter weiß allein,

             was lieben heißt und glücklich sein.                 (Adelbert von Chamisso)

 

                 Es gibt so viele Mütter auf der Erde hier-

                Doch eine ist die beste und die gehört mir!

                     Alles Gute zum Muttertag                                  (unbekannt)

 

                  “Waschen, bügeln kochen, putzen,
                    diesen Tag sollst du nutzen.
                   Lass doch mal die Arbeit sein,
                    und genieß den Tag allein.
                    Alles Gute zum Muttertag.”

                                                 (unbekannt)

                    „Lebe glücklich, lebe heiter,
                     lebe in Gesundheit weiter,
                      lebe viele Jahre noch!
                     Liebe Mutter, lebe hoch!“

                                                 (unbekannt)


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C-55   Faschingsbeginn 

 

             Faschingsbeginn

             Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 12. November 2015

 

            Faschingsbeginn, warum so früh?

-Seit dem 19. Jahrhundert beginnt am „11. 11. um 11 Uhr 11“ in vielen

 größeren Ortschaften der sinnbildliche Faschingsbeginn, bzw. startet ab

 dieser Zeit die Vorbereitungszeit für die offiziellen Faschingsveranstaltungen,

 ab dem Festtag  der Heiligen Drei Könige.

 

-Die Zahl Elf gilt als Narrenzeit. Sie wird als eine symbolische Sünde gedeutet,  da sie die Zehn Gebote überschreitet.

 

-Der Faschingselferrat beschließt die Aktionen der kommenden Saison und

 wählt auch das Prinzenpaar.

 

-Die richtigen Faschingsveranstaltungen beginnen bei uns, in der dörflichen

 Landgegend, erst ab dem Dreikönigstag und enden mit dem Faschings-

 dienstag.

 

                 NCV  Neuenhammer

 

-In den aktiven Vereinsjahren, von etwa 1970 bis etwa 1985, hatte der NCV

 Neuenhammer (= Neuenhammerer Carnevals Verein), den Faschingsbeginn an

 diesem Tag, mit einer Elferratssitzung begonnen.

 

-Nach dieser sehr aktiven Zeit, ist er zur Zeit, ein mehr als sehr stiller Verein,

 dessen Faschingsfreunde sich beim Pleysteiner Faschingszug mit beteiligen.

 

                          Spruch, zum Faschingsbeginn

                     -Der Fasching kann beginnen, was sind wir froh,

                           die Narren sind jetzt aus dem Büro!  


 

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C-60   Volkstrauertag

             Volkstrauertag

          Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 14.November 2015

 

                    Derzeitiger staatlicher Gedenktag

-Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu  den sogenannten stillen Tagen.

 

-Er wird seit 1952, zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen, 

 die Datumspanne kann zwischen dem 13. und 19. November liegen, und

 erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen.

 

-In Abgrenzung zur Tradition des Volkstrauertages, wurde im Jahre 1952  beschlossen, diesen Gedenktag an das Ende des Kirchenjahres zu verlegen,  diese Zeit wird theologisch durch die Themen Tod, Zeit und Ewigkeit dominiert.

 

-Gedacht wird der „Toten zweier Kriege an den Fronten und in der Heimat“,

 an die  Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen.

 

 

                         Gedenktag, Weimarer Republik

-Der ursprüngliche Volkstrauertag wurde erstmals am 28. Februar im Jahre

 1926 begangen.

 

-Überall fanden Gedenkfeiern für die deutschen Gefallenen des Ersten

 Weltkriegs statt.

 

 

              Heldengedenktag,  Zeit,  Nationalsozialismus

-Seit 1934 wurde der Volkstrauertag umbenannt zum Heldengedenktag, nun hieß

 es nicht mehr Totengedenken sondern Heldenehrung.

 

-Ab 1939 verlegte das damalige Staatensystem den Heldengedenktag auf dem  16. März, auf den Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht im Jahre 1935,  dieser wurde entweder am Sonntag oder an dem Sonntagvor dem 16. März  begangen.

 

 

 

                          Gedenktag im Jahre 1965

-Da hieß es noch im Kirchenanzeiger, Heldengedenktag:

     9.30 Uhr, Pfarrkirche, Hauptgottesdienst, Hl. Amt für alle gefallenen und

                   vermissten Teilnehmer der beiden Weltkriege aus unserer              

                   Pfarrgemeinde, danach Gedenkfeier am Kriegerdenkmal,

                   Kollekte für die Kriegsgräberfürsorge,

      14 Uhr, Andacht für die Gefallenen der Weltkriege.

 

 

 

                        Nachfolgende Neuerungen

-ab 1966   Nun heißt es schon Volkstrauertag, Gefallenenehrung am                                   Kriegerdenkmal, mit höchstwahrscheinlicher Mitwirkung des                               damaligen Kirchenchores,

 

-ab 1967  Ehrung und Gedenken der Gefallenen u. Vermissten am                    

               Kriegerdenkmal, alle Vereine nehmen in Zukunft mit ihren Fahnen teil,

 

-ab 1968   Das Hl. Amt wird abwechselnd von den beiden Kriegervereinen,

                 Neukirchen  u. Brünst bestellt u. auch bezahlt, (vielleicht auch

                 schon vorher),

 

-ab 1971  jetzt Kriegerehrung am Kriegerdenkmal,

 

-ab 1972  Kirchenchor nimmt nicht mehr teil, erstmals Kirchenzug zum                              Volkstrauertag, Blaskapelle Waldkirch, anschließend Totengedenken                  am Kriegerdenkmal mit der Blaskapelle, Gedenkabschluss: Musik,

               „Ich hatt einen Kameraden“ und die Hymne der Bundesrepublik                            Deutschland,

 

-ab 1978  Keine Nachmittagsandacht mehr,

 

-ab 1982  Kirchenchor nimmt wieder teil und eine Abordnung des

               Bundesgrenzschutzes steht Spalier vor dem Kriegerdenkmal,

 

-ab 1985  Ohne Kirchenchor,

 

-ab 1986  Erstmals drei Schuss mit einem Böller, vorher mit einem

                Jagdgewehr,

 

-1991       Viel Schnee, auch 1992 und 1993,

 

-1991       Kriegerdenkmal wird restauriert, Gedenken vor dem Missionskreuz,

 

-1992       Kriegerdenkmal erhält neuen Standort, 4 Mitglieder der Reservisten-

               kameradschaft von Pleystein stehen Spalier,

 

-ab 1993  Kriegergedenkfeier, Mitwirkung MGV Georgenberg, Mitglieder der

                Reservistenkameradschaft Georgenberg stehen Spalier,

 

-1994       Ehrenfeier am Kriegerdenkmal, Gefallenen-Ehrentafel wird gesegnet,

 

-1995       Gefallenenehrung,

 

-ab 1996  Totenehrung,

 

-ab 2001  Totengedenken,

 

-2004       etwas Schnee,

 

-ab 2005  Erstmals Vorlesung von Fürbitten von Mitgliedern der KLJB

                Waldkirch,

 

-ab 2007  Vorlesung der Fürbitten von KLJB Waldkirch u. Neukirchen St. Chr.,

 

-ab 2009  Ohne MGV Georgenberg,

 

-ab 2012  Ehrenwache übernehmen Mitglieder der Soldatenkamerad-

                schaft  Brünst,

 

-ab 2014  Vorlesung der Fürbitten von der KLJB Neukirchen St. Chr..

 

  

                  Möglicher Ablauf, hier der Kirchenzug

-Die Vereine treffen sich mit ihren Fahnen, oder auch ohne, und stellen sich auf  der Straße vom Friedhof, in der Nähe des Mesnerhauses, zum Kirchenzug auf.

 

-Wenn der Pfarrer mit seinen Ministranten kommt, dann gibt grundsätzlich ein

 Verantwortlicher, meistens in diesem Falle, der Vorsitzende des Kriegerver-

 eines, ein Zeichen des Abmarsches, wie folgt: „Vereine stillgestanden, im

 Gleichschritt Marsch.

 

-Die Waldkirchner Musikkapelle spielt einen Trauermarsch in Richtung Pfarr- 

 kirche und spielt auch alle Vereinsanwesenden, wie man halt so sagt, in die  Kirche ein.

 

  

                                  Gottesdienst

-Der Gottesdienst, früher wurde hier grundsätzlich ein Amt abwechselnd von

 den beiden damaligen Kriegervereinen bestellt, bezahlt und auch ehrenhaft    mitgefeiert.

 

-Die Blaskapelle Waldkirch spielt hier meistens die Schubertmesse und gibt

 dem Gottesdienst einen sehr schönen musikalischen Beiklang.

 

  

                  Trauermarsch zum Kriegerdenkmal

-Nach dem Gottesdienst gehen die Gläubigen aus der Kirche und stellen sich  etwas abseits am Kirchturm auf und warten auf den Hermarsch der Vereine.

 

-Die Ehrenwache, anfangs gestellt von einer Abordnung des Bundesgrenz-  schutzes, dann ein Jahr von der Reservistengruppe Pleystein, eine längere

 Zeit  von der Reservistengemeinschaft Georgenberg und neuerdings von

 Mitgliedern  der Soldatenkameradschaft Brünst.

 

-Die Vereine stellen sich unterhalb der Kirche, etwa bei den 5 Linden, auf der  Straße auf und marschieren, angeführt mit einen Trauermarsch zum Krieger-

 denkmal.

 

-Die Marschordnung wie folgt: Blaskapelle Waldkirch, der Herr Pfarrer mit

 seiner Messdienerschaft, der Bürgermeister mit einigen Gemeinderäten, die

 Kriegervereine, besser gesagt, zur heutigen Zeit die Soldaten- und Krieger-

 kameradschaft Brünst mit ihren Ehrenkranz, gefolgt von den Vereinen der

 Feuerwehr und  der weiteren Vereine.

 

  

               Totengedenken beim Kriegerdenkmal

-Der Herr Pfarrer gedenkt im christlichem Sinne aller gefallenden und ver-

 missten Kriegsteilnehmer und auch aller anderen Sterbeopfern.

 

-In den Anfangsjahren hat längere Zeit der Kirchenchor und dann später ein

 Jahrzehnt der Männergesangverein Georgenberg die Totenehrung auch

 gesanglich  mit umrahmt.

 

-Neuerdings  tragen die Jugendlichen der beiden Jugendgruppen, von

 Waldkirch und Neukirchen St. Chr.,  mahnende Fürbitten vor.

 

-Der Bürgermeister, seit den letzten Jahrzehnten immer etwas länger, hält eine

 Mahn- und Erinnerungsrede, bezogen auf die beiden vergangenen Kriege und  auch jetzt neuerdings auf die derzeitigen Krisenfälle in Europa und auch auf

 der  ganzen  Welt, an alle Anwesenden.

 

-Nun legen gemeinsam, der Bürgermeister und der Vorsitzende der Soldaten-

 kameradschaft, einen Kranz vor dem Kriegerdenkmal nieder und fordern dann  alle Anwesenden zur Achtung auf.

 

-Hierzu spielt dann die Waldkirchner Blaskapelle:

                            „Ich hatt einen Kameraden“,

 während dieser drei Strophen ertönt ein etwas, schon mehr als sehr laut  erzeugter Schuss, je Strophe, von einem Böller.

 

-Gleich darauf ertönt dann die Deutschland-Hymne:

                       „Einigkeit und Recht und Freiheit“.

 

-Nach dem Musikstück kommt das Zeichen Rührt Euch, und somit ist das

 Totengedenken abgeschlossen.

 

 

                    Teilnehmer werden immer weniger

-In den Jahren um 1960 hatten sich sehr viele Kirchenbesucher an der

 damaligen sogenannten Gefallenenehrung teilgenommen, denn die Zeit

 nach Kriegsende  war ja noch nicht so lange her und es nahmen hier

 größtenteils noch die Eltern,  die Geschwister, die Ehefrauen mit ihren

 Kindern teil, die im vergangenen Weltkrieg eine Bezugsperson, oder auch

 mehrere Personen verloren haben.

 

-Derzeit, im Jahre 2015 haben wir nur noch einen Kriegsteilnehmer, und nur

 noch sehr wenige Angehörige, die einen Mitmenschen damals verloren

 haben, die  noch am Leben sind.

 

-Somit lässt die Anteilnahme an dem Totengedenken vor dem Kriegerdenkmal  immer mehr nach.

 

 

          Nach dem  Totengedenken, ab ins Vereinslokal

-Ich kann eigentlich nur einiges erzählen, aus der Zeit, wo ich damals noch

 aktiv bei der Feuerwehr mitgearbeitet habe.

 

-Schon bei der Aufstellung zum Kirchenzug hat es geheißen, gell nach dem

 Totengedenken treffm wir uns im Vereinslokal, gesagt und dann auch getan.

 

-Dies war eigentlich eine Ehrensache, dass man sich nach dem Totenge-

 denken, aber gemeinsam, im Vereinslokal zusammensetzt und dann auch

 etwas miteinander geschmaddert hat.

 

-Brauch war es aber auch, dass der Vereinswirt einige Maß Freibier reingstellt  hat.

 

-Da ist eigentlich schon wieder so manches für die Zukunft ausdiskutiert

 worden.

 

-Zur heutigen Zeit, da mag es vielleicht etwas anders sein, denn neue  Generationen bringen neue Sitten und Gebräuche.

 

-Manchmal, muss ich ehrlich sagen, konnte so ein Volkstrauertag, wenns  pressiert hat, bis in die Abendstunden dauern.

 

-Zuhause wurde man dann aber sehr herzlichst empfangen!

 

  

                    Ich hatt einen Kameraden

-Ich hatt einen Kameraden, Einen bessern findst du nicht.

 Die Trommel schlug zum Streite, Er ging an meiner Seite

                Im gleichen Schritt und Tritt

 

-Eine Kugel kam geflogen, Gilt sie mir oder gilt sie dir?

 Ihn hat sie weggerissen, Er liegt zu meinen Füßen,

                Als wärs ein Stück von mir.

 

-Will mir die Hand noch reichen, Derweil ich eben lad.

 Kann dir die Hand nicht reichen, Bleib du im ewgen Leben

                    Mein guter Kamerad!

 

  

                     Deutschland – Hymne

-Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!

 Danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand!

 Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand:

 Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!

                  

  

                    Zitate zum Volkstrauertag

-An den Frieden denken heißt, an die Kinder denken!  (Michail Gorbatschow)

 

-Weil die Toten nichts mehr erzählen können,

  beginnt alles immer wieder von vorne!      (Gabriel Marcel)

 

-Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Frieden ist der Weg. 

                                                                  (Mahatma Gandhi)

 

-Der Krieg ist ein Vorgang, bei dem sich Menschen umbringen, die einander  nicht kennen, und zwar zum Ruhm und zum Vorteil von Leuten, die einander  kennen, aber sich nicht umbringen.   (PaulValery)

 

-Lassen wir uns vom Frieden leiten und leben wir so danach! 


 

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C-65   Kathrein-Tanz,  Sankt Katharina

 Kathrein-Tanz, Sankt Katharina 

         Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am 15.November 2015

 

          Namenstag der Heiligen Katharina

-Der Namenstag der Heiligen Katharina fällt alljährlich auf den  25. November.

 

-Die Heilige Katharina  ist eine der drei weiblichen, von den vierzehn

 Nothelfern.

 

-Sie ist die Patronin der Lehrer, Studenten, Redner und der Buchdrucker.

 

 

                                 Kathreintanz

-Kathrein, besser gesagt der Kathreinsamstag, damals noch mit einen  Kathreintanz verbunden, bildet direkt am Samstag oder am Samstag vor 

 dem 25. November, also am Namenstag der Hl. Katharina, den Abschluss

 der alljährlichen Tanzsaison.

 

-Der vor der Haustür dann stehende Advent dient, analog auch zur Fastenzeit

 vor Ostern, als Bußzeit und geschlossene Zeit zur Vorbereitung auf das  Weihnachtsfest.

 

-In diesen geschlossene Zeiten waren früher öffentliche Tanzveranstaltungen

 verboten.

 

-Der Kathreintanz, war eigentlich der letzte Tanz in diesem Jahr, deswegen 

 könnt  ihr euch vorstellen, dass einfach jeder gesunde Mensch es sich nicht

 nehmen  ließ und hat an dieser Tanzveranstaltung teilgenommen.

 

-Auch die etwas schon älteren Damen, damals sagte man noch die Weiblein,

 die  waren beim Kathreintanz auch dabei, wenn pressiert hat schon wegen

 der  Neigier.

 

-Am anderen Tag, da wurde dann schon alles wieder frischgebacken unter die  Leute gebracht, so wie etwa, habzes gserng, die oder der, wie se se

 zammzogn habm.

 

-Vor lauter Neugier wären sie auch noch gerne gleich mit nach Hause

 gegangen.

 

-So war es halt damals, damals hatte sich ein jeder für einen anderen mehr als  nur Zuständig, sehr interessiert, aber heute, gottseidank, gibt es dies nicht  mehr. 

 

 

                        Kathrein stellt den Tanz ein

-Vom Kathreintag an bis einschließlich der Erscheinung des Herrn blieben „Bass  und Geigen eingesperrt.

 

-Die neue Tanzzeit beginnt wieder am „Stefanitag", Steffelstag, dem 26.  Dezember.

 

 

            Letzter Termin von Hochzeiten zum Jahresende

-Ich kann mich noch gut erinnern, wenn es damals geheißen hat, die heiraten,  oder die müssen noch gschwind am Kathreinsamstag heiraten, denn etwas  später stellte sich heraus, dass bereits während dieser Zeit schon ein Kind  unterwegs war.

 

-Damals sagten die Leute, meistens aber nur untereinander, habzes scho

 ghört,  die und der, die müssen heiraten, weil nämlich wos unterwegs is.

 

-Einige sagten, aber schon ein wenig schadenfreudig, die hat der Wess 

 gstochn!

 

-Diese damaligen schnellen Mussheiraten, man möchte es nicht glauben, die  haben damals auch sehr lange gehalten, auf jeden Fall, wenn pressiert hat, 

 sehr viel länger als heutzutage.

 

 

                               Bauernregel

-Kathrein stellt den Tanz ein.

 

-Wie Sank Kathrein wirds Neujahr sein.

 

-Katharinenschnee tut den Saaten weh.

 

-Wies Wetter ist zu Sankt Kathrein, wird auch der nächste Frühling sein.

 

-Sankt Kathrein lässt den Winter herein.

 

-Sank Kathrein sperrt die Geige ein.

 

-Sank Katharinenschnee tut dem Kohl und Samen weh.


 

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C-70


31.10.2018 Von Rüben- u. Dorschengeistern,

                                  hin zum Halloween

-Vor oder auch um 1960 gab es noch einen heimischen Brauch, das war 

 das aufstellen von Rüben- und Dorschengeistern, hier wurden die größten 

 Rüben hergenommen, bis auf die dünne Außenwand ausgehöhlt, eine 

 Geistergesichtsstruktur eingeschnitten, dann damals noch auf eine Garten-

 zaungranitsäule abgestellt und von innen heraus  mit einer Kerze beleuchtet.

 

-Dieser damalige Kinder- oder auch der schelmische Erwachsenenbrauch 

 wurde am Vorabend zu Allerheiligen durchgeführt, hier sollte annehmend 

 vielleicht an die bösen Geister erinnert werden und nebenbei wurden die 

 Hutschngeher (Nachbars-Plauderstunde) zu später Stunde beim Heimgehen 

 etwas mehr oder auch weniger Angst gemacht.

 

           Nun Halloween, neu und sehr jugendinteressant

-Dieser vorgenannte Brauch ist in den Jahren nach 1960 mehr oder auch 

 weniger eingeschlafen und nach etwa 30 Jahren kam ein neuer Brauch

 über den Atlantik, in fast ähnlicher Form, zu uns herübergeschwappt 

 und nennt sich neuerdings:

                  Halloween, ausgesprochen „helovin“.

   

-Wie schon so Vieles, wie auch immer, von Amerika so irgendwie abhängig 

 oder auch unabhängig, ist der ursprüngliche Brauch von Irland über Amerika 

 zu uns herübergeschwappt.

 

-Dieser neu zugeflogene Brauch, „helovin“ so in Deutsch ausgesprochen, 

 findet am Abend des Reformationstages und in der Nacht vor dem Hoch-

 fest Allerheiligen, also vom 31. Oktober auf den 1. November statt.

 

-In Deutschland und auch bei uns in unserem Grenzland hat sich dieser 

 Brauch, der nur von den Kindern ausgeführt wird, erst seit den 1990iger 

 Jahren, etwas mehr als geduldet, bei uns breitgemacht.

 

      Vermutlich solle an die herumirrenden Geister gedacht werden

-Nach damaligen heidnischen Vorstellungen sollten die Lebenden besondere 

 Gaben für die umherwandernden Geisteswesen bereitstellen.

 

-Diese sogenannte von Haus zu Haus ziehende Gabeneintreibung ist eine 

 charakteristische, nur von Kindern und Jugendlichen getragene, Brauchform 

 und hier verschaffen sich diese an etwas mehr Süßigkeiten und auch an

 etwas mehr zusätzliches Taschengeld heranzukommen.

 

            Rüben- oder Dorschengeister, deren Brauchablauf

-Irgendwie meine ich, ich könnte mich noch gut erinnern, denn damals in 

 den 60iger Jahren hatte mich mein 19 Jahre älterer Bruder, der damals

 schon in jungen Jahren blind war, zum Ausführen dieses häuslichen 

 Brauches angestiftet.

 

-Dieser sagte zu mir, geht in den Keller runter und hole die größte Rübe, 

 diese hatten wir dann alle beide ausgehöhlt, denn mein Bruder, obwohl 

 er blind war, konnte einfach mit dem Messer etwas sicherer umgehen 

 als ich noch als kleiner Schulbub.

 

-Das Geistergesicht musste natürlich ich einschneiden, ein rotes durch- 

 sichtiges Papier um die Innenwand gelegt, eine nicht viel abgebrannte 

 vierte Adventskranzkerze vom vorigem Jahr musste ich her suchen 

 und somit hatten wir alles für so eine nächtliche Geisterdarstellung

 vorbereitet.

 

               Skizze: Rupert Herrmann, 31.10.2018

 

              Geistergesicht beim Gartentürl abgestellt

-Dieses sogenannte Rüben- oder Dorschengeistergesicht hatten wir sodann 

 auf der Granitgartensäule beim Eingangsbereich abgestellt und dann auch

 die innenstehende Kerze angezündet.

 

-Wie dann abends die Hutschngeher gekommen sind, dann hatten wir schon 

 auf deren Äußerungen gelauert, es soll einige gegeben haben, die sind an 

 diesen Abend nicht erschienen, anscheinend hatten diese Angst an diesen 

 leuchtenden Geist vorbeizugehen.

 

        Vater und Tante erzählten Geister- und Paschergeschichten

-Aber meiner Tante, die älteste Schwester zu meinem Vater, die immer öfter 

 zum Hutschen gekommen ist, deren dieses Geistervorkommen draußen am 

 Gartentürl nichts ausgemacht  hatte, sagte nur, ihr werdet doch nicht glauben 

 wollen, einer erwachsenen Frau eine Geisterangst einjagen zu können.

 

        Mehr als einfach war die Zeit, aber mehr als schön

-Auf jeden Fall hatte anlässlich dieser beleuchteten Geistergestalt das 

 abendliche Gesprächsthema über angebliche Geister- und Pascher-

 geschichten, die unser Vater  und unsere Tante zum Besten gegeben

 hatten, den Hutzaabend mehr als ausgefüllt.

 

 

 

 

 

          Zusammenstellung und Foto: Rupert Herrmann, 31.10.2018

 

  

              Neuerdings Halloween, sowie deren Ablauf

-Die Kinder, ob Buben oder auch Mädchen verkleiden sich als Hexe, Geist 

 oder auch als Monster und ziehen von Haus zu Haus einen neuen Bettel-

 brauch auszuführen.

 

               Gebt Süßes, oder es gibt’s Saures

-Die Halloween-Besucher, meistens zwei Geistesdarsteller läuten an der 

 Hausglocke, beim Öffnen der Haustür erfolgt mit einer sehr kräftigen Aus- 

 drucksform folgendes Verlangen:


                Gebt Süßes, oder es gibt’s Saures.

 

-Die Hausbewohner kennen in letzter Zeit schon diesen neuen Brauch der 

 Kinder und haben sich schon mit Süßigkeiten und mit Kleingeld eingedeckt 

 und überreichen dies an die sogenannten Geistergestalten.

 

-Diese bedanken sich mit einer Verneigung und verlassen unerkannt 

 gewollt den Hofraum.

 

              Kürbiss-Dekoration ist im Kommen

-Neuerdings werden von vielen Eigenheimern, die in eigenem Garten

 Kürbisse anbauen, nach der Abernte, entweder als Geistergesicht 

 angemalt oder ausgeschnitten und beleuchtet im Hofraum sehr 

 schön dekoriert abgestellt.

 

  Weiter Sprüche anlässlich zum Halloween-Brauch (www.hallo-eltern.de) 

                 Wir kamen auf den Besen her
                für Hexen ist das gar nicht schwer,
                  Wenn wir was Süßes kriegen,
                dann siehst du uns gleich fliegen!

 

                   Leute öffnet uns die Tür
               die frechen Geister sind jetzt hier.
                Ihr könnt euch nicht verstecken
                 wir werden euch entdecken.
               Darum rückt was Süßes raus,
            dann ziehen wir zum nächsten Haus!

 

                   Geister schreien,

                     Hexen lachen,

                    gebt uns Süßes,

                  sonst wirds krachen.

 

                    eins, zwei, drei
                 Geister kommt herbei!
                Gib uns eine Nascherei,
                dann ist der Spuk vorbei!  


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 C-75   Rauhnächte

                  Rauhnächte

 

         Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am  02. Dezember 2015

 

             Wieso, wann, zu alters her

-Das Wort „Rauhnächte“ kann herleiten von der damaligen haarigen Zeit, oder  auch von der angeblichen damaligen wilden Zeit (wild tun), oder auch die  „Rauchnächte“ vom Rauch, bzw. vom Ausräuchern der damaligen bösen

 Geister.

 

-Der Ursprung könnte auch vom germanischen Mondkalender herkommen, 

 dieser hatte nur 354 Tage.

 

-Somit fehlten zu unserem heutigen Sonnenkalender zwölf Tage.

 

-Ursprünglich begannen die Rauhnächte in der sogenannten Thomasnacht,

 vom 21. auf dem 22. Dezember und endete am 6. Januar, ausgenommen

 waren die Sonn- und Festtage.

 

 

                         Die damaligen Rauhnächte

-Als die wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

 

-   21./22. Dezember    Thomasnacht – die Wintersondwende,

                                     längste Nacht des Jahres.

                                     Bringt Licht fürs neue Jahr !

 

-   24./25. Dezember    Heilige Nacht – Christnacht,

                                    Christuskind bringt neues Leben fürs neue Jahr !

 

-   31. Dez. /01. Jan.    Silvester,

                                Lärm und Krach (Raketen und Böller) sollen die        

                                bösen Geister fürs neue Jahr vertreiben.

                                Mit dem Bleigießen versucht man die Zukunft zu ersehen!

 

-   05./06. Januar       Erscheinung des Herrn,

                                  Mit Weihrauch werden die bösen Geister vertrieben!

 

 

                          Die heutigen Rauhnächte

-Inzwischen beschränken sich die Rauhnächte auf den Zeitraum durchgängig

 zwischen 25. Dezember und dem 06. Januar.

 

-Nach den Weihnachtsfeiertagen steht die auch als „Rauhnächte“

 (Raunächte / Rauchnächte) oder die „Zwölf heiligen Nächte“ bekannte Zeit,

 vor der Tür.

 

 

            Wer treibt hier sein Unwesen

-Die sogenannte „Wilde Jagd“ treibt ihr Unwesen in diesen Nächten.

 

-Man hat auch angenommen, wer weiße Wäsche (z.B. Frauenunterwäsche)

 draußen zum Trocknen aufhängt, hier soll sich die Wilde Jagd, davon

 bedienen.

 

-Man solle auch in diesen Tagen im Haus alles aufräumen und auch in seinen

 Leben Ordnung schaffen.

 

-Man solle auch Geliehenes zurückgeben und lässt sich auch Ausgeliehenes  

 wiedergeben.

 

 

                        Damals meinte man auch

-                             Tiere könnten reden,

-                    Bäume blühen und tragen Früchte,

-                die Glocken versunkener Kirchen läuten.

 

 

                               Bauernregel

-Wenn in den Zwölfen viel Wind weht, sterben im Folgejahr viele alte Frauen.

 

-Wenn die Eiszapfen in den Rauhnächten lang sind, so wird auch der Flachs  lang.

 

-Jegliche Arbeit ist in den Rauhnächten verboten,

 sonst fällt der Wolf in die Herde und das Vieh gedeiht nicht.

 

-In den zwölf Nächten darf nicht gesponnen werden, es tun dies bloß die 

 Hexen.

 

-Wer in dieser Zeit eine Tür laut zuschlägt, hat im Sommer den Blitz zu

fürchten.